Sa., 26.05.12

Winterdepression 03.12.2010 Die seelische Eiszeit besiegen

Depression (Foto)
Von grundloser Traurigkeit bis zu Selbstmordgedanken: Frauen leiden häufiger an einer Depression. Die Winterdepression wird durch Lichtmangel verursacht. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki

Die dunkle Jahreszeit schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Doch manche verlieren jegliche Freude, haben keine Kraft, sind völlig antriebslos - sie leiden an einer Winterdepression. News.de zeigt, wie Sie aus dem Seelentief wieder herauskommen.

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Der Winter hat zweifelsohne wunderbare Seiten. Doch Menschen, die an einer Winterdepression leiden, ist es egal, ob die eisige Winterlandschaft wunderschön aussieht. Sie blasen Trübsal, sind grundlos traurig und möchten sich am liebsten den ganzen Tag im Bett verkrümeln.

Die Winterdepression ist nicht zu verwechseln mit dem sogenannten Winterblues. «Der Winterblues ist eine vorübergehende melancholische Stimmung, die derzeit viele befällt. Meist geht sie nach ein paar Tagen wieder vorbei», erklärt Diplom-Psychologe Frank Meiners. Dabei handelt es sich nur um eine Befindlichkeitsstörung und keine Krankheit im engeren Sinne.

Dunkle Gedanken

«Die Winterdepression dagegen ist eine saisonal-abhängige Depression (SAD), eine Sonderform der ‹echten› Depression und tritt in den Herbst- und Wintermonaten auf», so Meiners. Sie ist durch Antriebslosigkeit, fehlende Energie, Freudlosigkeit und eine gedrückte Stimmung gekennzeichnet. Dies kann auch zu vorübergehender Arbeitsunfähigkeit führen.

Betroffene haben oft das Gefühl, Situationen nicht mehr bewältigen zu können. Auch Selbstmordgedanken schwirren einigen durch den Kopf. Einher geht die SAD mit Heißhunger auf Süßes.

Meiners rät: «Wer länger als zwei Wochen unter den beschriebenen Symptomen leidet, sollte einen Experten um Rat fragen. Wenn jemand eine Winterdepression hat, ist sein Risiko für wiederholtes Auftreten sicherlich erhöht. Aber einen Automatismus gibt es nicht.» Wenn die Symptome mindestens in zwei Jahren hintereinander auftreten, liegt vermutlich eine SAD vor.

Die Winterdepression kommt eigentlich nur auf der nördlichen Erdhalbkugel vor, also dort, wo die Jahreszeiten klar voneinander getrennt wahrnehmbar sind. «Experten gehen davon aus, dass jedes Jahr rund zwei Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Etwa 80 Prozent von ihnen sind Frauen», sagt Meiners. Generell erkranken Frauen zwei- bis dreimal häufiger an Depressionen als Männer.

Verursacht wird die Depression durch Lichtmangel. In der dunklen Jahreszeit  wird es später hell und früher dunkel. Dadurch produziert der Körper sehr viel müde machendes Melatonin und wenig von dem aktivierenden SerotoninBotenstoff des Körpers, der die Stimmung hebt . «Melatonin wird stimuliert durch den Eintritt der Dunkelheit. Wenn es tagsüber aber gar nicht richtig hell wird, ist der Melatoninspiegel auch tagsüber erhöht. Das Serotonin, landläufig auch als Glückshormon bezeichnet, wird dagegen durch das Sonnenlicht stimuliert», erklärt Wilfried Böhning vom Medizinischen Zentrum für Gesundheit in Bad Lippspringe. Deshalb heißt die SAD im Volksmund Winterdepression. Bei Depressionen können aber auch - wie bei vielen psychischen Erkrankungen - genetische Einflüsse eine Rolle spielen.

Die beste Hilfe

Schlägt das Stimmungstief zu, bringt es nichts, sich zu verkriechen. Psychologe Meiners empfiehlt viel Bewegung an der frischen Luft. «Dabei werden Sauerstoff, Licht und Energie getankt.» Dafür reichen ein bis zwei Stunden Spazierengehen. Die Beleuchtungsstärke ist selbst an trüben Tagen noch deutlich höher, als in geschlossenen Räumen mit künstlichen Lichtquellen.

Wer sich zudem viel bewegt, joggt, walkt oder Fahrrad fährt, profitiert zusätzlich. «Stresshormone werden abgebaut und der Körper produziert viele stimmungsaufhellende Hormone und Botenstoffe», erklärt der Psychologe. Medikamente seien in der Regel nicht nötig.

Da die Winterdepression durch Lichtmangel verursacht wird, kann eine Lichttherapie sehr sinnvoll sein. «Dafür gibt es spezielle Lampen, die im Fachhandel relativ preiswert zu bekommen sind. Entscheidend ist dabei, dass das Licht durch die geöffneten Augen auf die Netzhaut trifft. Einfach ins Solarium zu gehen, funktioniert also nicht», weiß Böhning. Die Geräte sollten Lichtstärken von mindestens 2500 Lux haben und täglich morgens für etwa 30 Minuten angewendet werden.

Experten empfehlen auch natürliche Heilmittel wie Johanniskraut. Es greift leicht stimmungsaufhellend in den Stoffwechsel ein. Jedoch: Viele Präparate im Supermarkt sind nur niedrig dosiert. Besser ist es, sich in der Apotheke über die richtige Dosis beraten zu lassen.

sua/ivb/news.de/dpa
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Elster
  • Kommentar 1
  • 03.12.2010 17:21
 

Die hat glaube jeder Mensch in dieser driesten Jahreszeit . Ich male viel und auch pflege meine Blumen ,die bald erblühen . Hyhazinten, Krokusse u.s.w. Ich hole mir dadurch den Frühling in meine Wohnung.Macht immer wieder viel Freude ,wenn man diese zum erblühen bringt .Es duftet ja auch herrlich !

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