Von Elke Gersmann
Ski anziehen, Mütze auf und los: Ganz so einfach ist das Skifahren dann doch nicht. Wer spät mit dem Sport beginnt, sollte besonderes Augenmerk auf seine Vorbereitung und die Ausrüstung legen.
So mancher entdeckt erst spät seine Liebe für schneebedeckte Berge und den Skisport. Und steht dann vor der Herausforderung, im Erwachsenenalter das Skifahren zu lernen. In jüngeren Jahren tue man sich damit leichter, hört man dann oft. Doch Ralf Holzer vom Deutschen Skiverband lässt das so nicht gelten: «Kinder lernen anders, sie schauen sich vieles beim Skilehrer ab, das wirkt spielerischer. Erwachsene lernen dagegen besser durch direkte Anweisungen und gehen technischer an das Skifahren heran.»
Mutige und weniger mutige Skineulinge gebe es bei Jung und Alt, weiß der Ausbilder von Skilehrern. Einen Vorteil haben Kinder allerdings: Sie sind beweglich und müssen sich um Herz-Kreislauf-Erkrankungen keine Sorgen machen.
Vor der Skipiste zum Arzt
Bis zu einem Alter von rund 50 Jahren sieht Holzer im Prinzip kein Problem für einen späten Start in den Skisport. Voraussetzung seien Beweglichkeit und körperliche Fitness. Letztere sollte von einem Arzt untersucht werden. «Die dünne Luft in höheren Lagen kann belastend auf das Herz-Kreislauf-System wirken», warnt der Experte. Bestehende Erkrankungen sollten vorher ausgeschlossen werden.
Es ist ratsam, den Körper vor dem Urlaub auf die ungewohnten Belastungen vorzubereiten. In vielen Orten werden dafür spezielle Skigymnastik-Kurse angeboten. Auch an der Kondition sollte gearbeitet werden, zum Beispiel durch regelmäßiges Radfahren, Laufen oder Walken. Denn, so betont Holzer, Skifahren ist Sport und damit auch anstrengend.
Als Einsteiger wählt man am besten ein Skigebiet mit vielen leichten Abfahrten. Diese blau markierten Pisten können in der Regel von Anfängern nach einem Skikurs gut bewältigt werden. Die schwarzen Pisten sollten Neulinge dagegen meiden, diese sind nur etwas für erfahrene Skifahrer. Sie gibt es vor allem in den Alpen. Die Pistenpläne mit allen wichtigen Informationen sind direkt bei den Wintersportorten erhältlich. Eine gute Übersicht bei der Suche nach dem passenden Skigebiet gibt der Skiatlas des Deutschen Skiverbands.
Partner ersetzt den Skikurs nicht
Beim Kauf der Ausrüstung kann anfangs auf das Nötigste gesetzt werden. Wichtig sind ein Skianzug, ein gut sitzender Helm, eine Skibrille und passende Handschuhe. Skier, Stöcke und Skischuhe können für den ersten Winterurlaub vor Ort geliehen werden. Zum Beispiel in der Skischule, denn auf einen Skikurs sollte nicht verzichtet werden.
Das gelte auch dann, sagt Holzer, wenn es einen skierfahrenen Mitreisenden gibt: «Die Anfänger müssen viel lernen. Es geht nicht nur um die Fahrtechnik, sondern auch um den richtigen Gebrauch der Ausrüstung und um die Regeln und Verhaltensweisen auf der Piste.» Diese umfangreiche Ausbildung könne nur von einem Skilehrer geleistet werden.
Und dieser bringt in der Regel - anders als häufig der Partner - die nötige Geduld mit. Geht es nach dem Kurs schließlich zum ersten Mal alleine auf die Piste, sollte man diese nicht auf eigene Faust auswählen. «In der Skischule bekommen Teilnehmer abschließend Empfehlungen, die auf ihr Leistungsvermögen zugeschnitten sind», weiß Holzer. An diese sollte man sich im eigenen Interesse halten.
som/ham/news.de/dapd