Sa., 26.05.12

HIV und Aids 01.12.2010 Absurde Spielchen

Fabienne Rzitki (Foto)
News.de-Redakteurin Fabienne Rzitki Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki

Aids scheint aus der Aufmerksamkeit der Gesellschaft zu verschwinden. Dabei ist die schreckliche Krankheit keineswegs überwunden, trotz sinkender Neuinfizierungen. Doch es gibt einen Trend zum Spiel mit dem Feuer.

Es entstehen Trends zum gefährlichen Spiel mit HIV und Aids: Pozzen ist ein solches Phänomen. Dahinter verbirgt sich ein gefährliches Unterfangen: Infizierte Menschen stecken andere absichtlich mit HIV an. Nicht-Infizierte suchen dagegen aktiv HIV-Träger, die das Virus an sie weitergeben. Meist sind es Schwule, die Pozzen betreiben. Dadurch stigmatisieren sie nicht nur die Homosexualität, sondern zerstören zugleich die Erfolge der Aufklärarbeit über HIV und Aids der letzten zwanzig Jahre.

Pozzer finden sich über das Internet. In Foren und Partnerbörsen geben sie Anzeigen auf und verabreden sich zum Sex. Nicht selten werden die Spender sogar dafür bezahlt. Krankheitsgeber und Krankheitsjäger treffen sich aber auch auf speziellen Partys.

Die Gründe sind vielfältig. Manchen Virussucher treibt eine Art Todessehnsucht an oder der Wunsch, sich über HIV mit anderen Schwulen zu solidarisieren. Andere dagegen wollen mit ihrem Partner eins sein. Da diese den Virus aber aus verantwortungsvollem Handeln ihren Lebensgefährten nicht freiwillig überlassen, suchen sich die Pozzer einen Überträger.

Für einige ist das Ganze eine Art Spiel. Sie wollen das Virus, um es später selbst weiterzugeben. Es gibt aber auch solche, die den Kick suchen - Russisches Roulette mit Aids.

Ein solches Verhalten sorgt für Sprachlosigkeit, es ist absurd und macht traurig. Nichts rechtfertigt eine derartige Haltung. Es ist unfassbar, welche Blüten die Psyche der Krankheitsgeber und Krankheitsjäger dazu treibt, das Virus zu verbreiten.

Zum einen ist es strafbar, einen Menschen zu infizieren. Es handelt sich um Körperverletzung mit Todesfolge. Zum anderen ist es moralisch unter aller Sau. Da gilt auch der Einwand nicht, der Krankheitssucher hätte sich das Virus schließlich gewünscht. Menschen ändern ständig ihre Meinung. Doch HIV wird keiner mehr los, es lässt sich nicht einfach weglasern wie ein Tattoo. Besonders aber für versehentlich HIV-Infizierte ist so ein Verhalten wie ein Schlag ins Gesicht. Wie gerne wären sie HIV-negativ und können daran nichts mehr ändern.

sua/kas/ivb/news.de
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige