Menstruationsbeschwerden Wenn die Gebärmutter zickt

Menstruationsbeschwerden (Foto)
Die Periode macht vielen Frauen zu schaffen. Schmerzen im Unterleib und im Rücken quälen während der Regel und machen sogar richtig krank. Bild: istockphoto

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Einmal im Monat stehen viele Frauen vor der «Zerreißprobe»: Bauch, Rücken und Kopf schmerzen während der Periode. Oft leiden betroffene Frauen über viele Jahre unter Menstruationsbeschwerden. Doch ihnen kann sehr gut geholfen werden.

Viele Frauen erinnert die Gebärmutter einmal im Monat mit Krämpfen an ihre Existenz. Dann nämlich, wenn sich die Periode ankündigt. Der Grund: Hat sich keine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet, fällt der Hormonspiegel - die Produktion des Gelbkörperhormons (Progesteron) wird eingestellt. Die Gebärmutter zieht sich krampfhaft zusammen und stößt die Schleimhaut ab.

Die Krämpfe sind umso heftiger, je unelastischer das Gewebe ist. Das betrifft vor allem jüngere Frauen. Die Unterleibsschmerzen beginnen einige Stunden vor der Blutung oder am ersten Regeltag und hören spätestens mit Menstruationsende wieder auf.

Hilfe ohne Arztbesuch
Die Wehwehchen-Praxis

Menstruationsbeschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein - von einem leichten Ziehen im Unterleib bis zu stechenden Krämpfen. Auch heftige Rücken- und Kopfschmerzen können auftreten. Zu Beginn der Periode ist die Schmerzintensität am stärksten. Nach zehn bis zwölf Stunden lassen die Schmerzen langsam nach. Manchmal jedoch sind die Beschwerden so stark, dass die Betroffenen sich krankschreiben lassen müssen.

Was ist die primäre Dysmenorrhoe?

Bei Menstruationsbeschwerden wird zwischen primärer und sekundärer Dysmenorrhoe unterschieden. Die primäre Dysmenorrhoe setzt einige Monate nach der allerersten Regel ein, wenn die ersten Zyklen mit tatsächlichem Eisprung beginnen. Sie betrifft meist junge Frauen bis zum 20. Lebensjahr. Es wird vermutet, dass sie mit einer Überproduktion von Prostaglandinen zusammenhängt. Dabei handelt es sich um  hormonähnliche Substanzen, welche für die KontraktionZusammenziehen eines Objektes, z. B. von Muskeln der Gebärmutter verantwortlich sind. Das Gewebe der Gebärmutter wird dadurch weniger stark durchblutet und es entstehen wellenartige, ziehende Krämpfe im Unterleib.

Was hilft?

Wenn es ziept und zwierbelt, drückt und kneift kann ein einfaches Schmerzmittel wie Paracetamol oder Codein für Linderung sorgen. Wer öfters unter Regelschmerzen leidet, sollte die Tabletten vorbeugend einnehmen, am besten einen Tag vor der Regel.

Die hormonellen Schwankungen zu Beginn der Regelblutung lassen sich medikamentös mit Prostaglandinsynthesehemmern behandeln. Sie reduzieren die Prostaglandinbildung in der Gebärmutterschleimhaut, was zu einer Schmerzerleichterung führen kann.

Eine sehr gute präventative Maßnahme ist die Akupunktur. Sie kann sogar dauerhaft helfen. Dafür sind stets mehrere Sitzungen nötig, die in der Regel selbst bezahlt werden müssen. Im Schnitt dauert eine Behandlung 30 bis 45 Minuten und kostet um die 25 Euro. Meist wird dabei die Innenseite der Schenkel entlang des Milzmeridians genadelt.

Auch die Antibabypille wird zur Vorbeugung empfohlen. Sie sorgt dafür, dass sich das hormonelle Ungleichgewicht vor und während der Regel einpendelt. Dadurch werden weniger krampfverursachende Hormone gebildet.

Zudem können Tees mit Frauenmantel hilfreich sein. Das Kraut harmonisiert den Hormonhaushalt und reguliert die Regelblutung. Entkrampfend auf die Gebärmutter wirken auch Heilkräutertees mit Gänsefingerkraut oder mit der Rinde des Schneeballbaums. Die Tees sollten kurz vor der Periode getrunken werden.

Empfohlen werden bei Schmerzen Massagen, die speziell die Wirbelsäulen- und Bauchmuskulatur entspannen. Ebenso wohltuend ist Wärme. Dafür einfach ein Wärmekissen oder eine -flasche auf den Bauch legen. Wer Schmerzen hat, kann auch ein heißes Bad, ein warmes Sitz- oder Fußbad nehmen.

Beckenbodentraining, Walking und Fahrradfahren verbessern die Durchblutung im Unterleib. Wie bei der Wärmebehandlung entspannen die Muskeln und die Schmerzen schwinden. Bestimmte Yogaübungen und Autogenes Training können ebenfalls Regelschmerzen neutralisieren. Durch diese Methoden lernen die Frauen außerdem, eine positivere Haltung zur Menstruation zu entwickeln, was wiederum die Beschwerden mindern kann.

Was ist die sekundäre Dysmenorrhoe?

Treten Regelschmerzen erst im höheren Alter auf, spricht der Facharzt von einer sekundären Dysmenorrhoe. Die Ursachen dafür sind organisch. Verantwortlich für die starken Regelschmerzen kann eine Endometriose sein, bei der sich Fragmente der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter im Becken befinden. Diese Wucherungen sind die häufigste Ursache für die extrem starken Schmerzen, die bereits zwei bis drei Tage vor der Blutung auftreten. Einher gehen sie mit starken Blutungen.

Auch Myome, gutartige Tumore an der Gebärmutterwand, und bakterielle Entzündungen können Menstruationsbeschwerden auslösen. Als Ursachen in Frage kommen zudem: die Spirale, Eileiterentzündungen oder Gebärmutterentzündungen.

Was hilft?

Bei einer sekundären Dysmenorrhoe muss zuerst ein Arzt die Ursachen abklären. Dafür führt er einen Tast- und/oder Ultraschalltest durch. Ist eine Endometriose diagnostiziert, kann eine Behandlung durch Medikamente erfolgen. Auch operativ lässt sich die Ursache behandeln. Oft wird dabei eine Hitzebehandlung durchgeführt. Myome und Zysten werden chirurgisch entfernt.

Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie kleinere, gesundheitliche Probleme auch ohne Arzt bewältigen.

sua/ivb/news.de

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