Weihnachten Gesund gewürzte Köstlichkeiten

Weihnachtsgewürze (Foto)
Zimt, Sternanis und Nelken gehören zum Weihnachtsfest einfach dazu. Die aromatischen Gewürze sind noch dazu sehr gesund. Bild: istockphoto

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Gewürze sind in der Weihnachtsküche das i-Tüpfelchen vieler Leckereien: Lebkuchen, Bratäpfel oder Glühwein verlangen nach Zimt, Kardamom und Co. Und: Die Aromatischen verfeinern nicht nur Gerichte, sie unterstützen auch die Gesundheit.

Weihnachten ohne die typischen Gewürze wäre wie Ostern ohne Ostereier, wie Pasta ohne Tomatensoße. Gemütlichkeit ist angesagt, wenn Düfte von Kardamom, Zimt, Anis, Sternanis, Nelken, Koriandersamen und Vanille in die Nase steigen. In der Weihnachtsbäckerei sorgen sie für außergewöhnliche Geschmackserlebnisse und geben die leckeren Aromen an Fleisch, Gemüse und Suppen ab.

Doch Gewürze haben noch andere Wirkungen: Einige regen die Verdauung an, andere helfen bei Erkältungen und können Entzündungen hemmen.

Zimt ist der Klassiker unter den Weihnachtsgewürzen. Das angenehm süße, holzige Aroma ist zugleich zart und doch intensiv. Bratäpfel, Glühwein und Zimtsterne kommen ohne ihn nicht aus. Doch Zimt ist nicht gleich Zimt: Im Gegensatz zum Cassia-Zimt enthält der höherwertige und teurere Ceylon-Zimt sehr wenig Cumarin, ein Stoff, der in hohen Dosen Leberschäden verursachen kann. Leider ist der «gute» Zimt im Supermarkt schwer zu bekommen. Im Bioladen sollte jeder fündig werden.

Weihnachtsgewürze
Aroma pur zum Fest

Zimt wirkt appetitanregend und antibakteriell. Er hemmt das Pilzwachstum und fördert die Darmtätigkeit. Ein Tee mit Zimtrinde lindert Durchfall und Übelkeit. Bei Atemwegserkrankungen kann ein Inhalationsbad mit einigen Tropfen Zimtöl helfen.

Aromatischer Erkältungskiller

Das dekorativste und schönste Gewürz der festlichen Küche ist Sternanis. Die Samenhülsen haben die Form eines achtzackigen Sterns. Sein Aroma ähnelt dem von Fenchel und Anis. Sternanis schmeckt nach Lakritze und weist eine deutliche Schärfe und zugleich eine süße Note auf. Im weihnachtlichen Punsch ist Sternanis gut aufgehoben. Auch Lebkuchen, Pfeffernüsse, Printen, Honigkuchen und Anisplätzchen verlangen nach Sternanis oder Anis.

Anis und Sternanis sind nicht miteinander verwandt, enthalten jedoch beide gesundes Anisöl mit dem Hauptbestandteil Anethol, das krampflösend wirkt. Es hilft besonders gut bei Verdauungsproblemen wie Blähungen. Dank seiner schleimlösenden Wirkung eigenet es sich gut als Erkältungsmittel.

Er ist eines der teuersten Gewürze der Welt und in der Weihnachtsküche unverzichtbar: Kardamom. In den grünen Kapseln sitzen viele schwarze, klebrige Samen, die ein kräftiges, fruchtiges Aroma haben, das an Zitrone und Eukalyptus erinnert.

Kardamom ist unersätzlich für Lebkuchen, Plätzchen und Weihnachtsstollen. Er passt ebenso gut zu Fleisch- und Fischgerichten sowie Bratäpfeln und pochierten Birnen. Um an sein exquisites Aroma zu gelangen, sollten immer ganze, sattgrüne Kapseln gekauft und die Samen selbst entfernt werden. Die können dann entweder leicht zerdrückt und angebraten oder geröstet und gemahlen werden.

Kardamom wirkt appetitanregend und entkrampfend. Ein mit Kardamom gewürzter Tee regt die Verdauung an. Zudem wirkt er gegen Mundgeruch und Völlegefühl. Dafür einfach die Kapseln kauen.

Wirksam gegen Zahnschmerz und Übelkeit

Gewürznelken duften intensiv und haben einen pfeffrigen, fruchtigen, leicht bitteren Geschmack. In der Weihnachtsküche sind sie deshalb besonders beliebt. Sie eignen sich zum Würzen von Fleischgerichten, Rotkohl und Marinaden. Im Punsch und Glühwein heizen die kleinen Knospen richtig ein. Gemahlene Nelken dagegen werden vorwiegend zum Backen verwendet. Das Gewürz sollte äußerst sparsam verwendet werden, denn der starke Eigengeschmack kann schnell andere Aromen übertünchen.

Als schnelles Schmerzmittel können Gewürznelken kurzfristig gute Dienste leisten. Sie enthalten 20 Prozent ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteil Eugenol ist. Es wirkt antibakteriell und betäubend. Bei Zahnschmerzen soll daher der Biss auf eine Nelke helfen. Alternativ kann die schmerzende Stelle mit etwas Nelkenöl beträufelt werden. Doch Vorsicht: Nelkenöl niemals unverdünnt einsetzen! Mit seiner Schärfe reizt es die Haut. Tipp: Mit Raps- oder Olivenöl verdünnen und auf die entzündete Stelle pinseln.

Äußerst gut helfen Gewürznelken zudem bei Blähungen, Krämpfen und Übelkeit. Sie sollten erst kurz vor dem Gebrauch gemahlen werden. Der Grund: Ihr ätherisches Öl verflüchtigt sich schnell.

Koriander ist ein beliebtes, leicht süßliches Weihnachtsgewürz. Die runden Samen erinnern im Geschmack leicht an Orangenschale. Traditionell wird Koriander zum Würzen von Lebkuchen und Spekulatius verwendet. Mit dem Gewürz lassen sich auch Eintöpfe, Rotkohl und Fleischgerichte verfeinern. Koriander hat ein sehr mildes Aroma und kann deshalb großzügig verwendet werden.

Aufgrund seines hohen Gehaltes an Korianderöl wirkt das Gewürz leicht krampflösend und hat eine anregende Wirkung auf die Magensaftsekretion. Es lindert Magenverkrampfungen und hilft bei Völlegefühl.

Glücksgefühle aus der Schote

Vanille ist eines der beliebtesten und teuersten Gewürze weltweit. Kein Wunder: Zucht, Ernte und Fermentation der Schoten ist aufwändig und zeitintensiv. Zum Aromatisieren und Würzen werden sowohl Stangen als auch das Innere, das Mark mit schwarzen, klebrigen Samen, verwendet. Als besonders hochwertig gilt die sogenannte Bourbon-Vanille aus Madagaskar und Réunion.

Der Geschmack der Vanille ist unvergleichlich. Sie hat ein warmes, würziges und süßliches Aroma mit Anklängen an Süßholz, gepaart mit einem zarten fruchtigen oder süß-sahnigen Duft. In der Weihnachtsbäckerei verlangen vor allem Plätzchen und Schokolade nach einer Liaison mit Vanille.

Der Exotin wird nachgesagt, dass sie die Nerven beruhigt und stimmungsaufhellend wirkt. Denn ihr Duft soll im Gehirn SerotoninBotenstoff des Körpers, der die Stimmung hebt freisetzen. Und es kommt noch besser: Vanillegeruch dämpft die Lust auf Süßes. Außerdem soll das Gewürz die Verdauung fördern und die Nierentätigkeit anheizen.

Bestnoten für Bio

Bio-Gewürze sind in der Regel zu bevorzugen. Im Gegensatz zu konventionellen Produkten dürfen diese nämlich nicht bestrahlt werden. Bio-Firmen setzen statt dessen auf unbedenkliche Verfahren. Sie behandeln beispielsweise mit Wasserdampf. Zusätzlich wird auf Restfeuchte und Aflatoxine hin untersucht. Ein weiterer Pluspunkt: Die Zutaten für die Bio-Gewürze stammen oft aus Fairem Handel.

Leckere Rezepte finden Sie in unserer Bilderstrecke.

sua/ham/ivb/news.de

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