Von news.de-Redakteurin Melanie Sohn
Wurstkorb, Staubsauger, graue Socken: Wer am Heiligabend solche Geschenke verteilt, darf sich nicht über enttäuschte Gesichter wundern. Notgeschenke werden aus Verlegenheit gekauft, um nicht ohne dazustehen. Doch damit treffen Sie nie ins Schwarze.
Buntes Papier raschelt verheißungsvoll, nervös wird am Schleifenband genestelt, die Spannung auf beiden Seiten wächst. Dann kommt das Weihnachtsgeschenk zum Vorschein. Der Beschenkte lächelt verlegen höflich und bedankt sich artig. Spätestens jetzt wird dem Schenker klar, dass mit der diesjährigen Weihnachtsüberraschung einiges schief gelaufen ist.
Jeder ist enttäuscht, wenn er falsche oder unpassende Geschenke unter dem Baum findet. Psychologen sagen: Das ist ganz normal. Geschenke haben immer eine symbolische Bedeutung, die auch soziale Beziehungen widerspiegelt. Ist das Geschenk des Arbeitskollegen nicht ganz passend, sehen wir darüber meist großzüzig hinweg. Hier zählt die Geste und das macht uns glücklich. Schenkt der Partner das Falsche, wird das sofort persönlich genommen und an seiner Wertschätzung gezweifelt.
Nützliche Geschenke sind bedenklich
Gleiches gilt für nützliche Geschenke. Glaubt der Mann seiner Angebeteten mit Bügeleisen, Staubsauger, Küchenmaschine und Co. eine tolle Überraschung zu bereiten, liegt er falsch. Dinge, die sowieso angeschafft werden müssen oder notwendig sind, gehen bei den wenigsten als richtiges Geschenk durch. Wer Küchengeräte unter den Baum legt, muss damit rechnen, dass ihm Lieb- und Einfallslosigkeit vorgeworfen wird.
Das gilt auch für Frauen: Verschenken Sie zum x-ten Mal graue Socken, bunte Krawatten oder das Duschgelset aus dem Supermarkt, gehen selbst beim gutmütigsten Zeitgenossen irgendwann die Lichter aus. Denn: Auch Männer freuen sich über schöne, liebvolle und persönliche Geschenke.
Dabei ist schenken ganz einfach: Hören sie Ihrem Partner zu, achten sie auf Andeutungen - hier können sich wertvolle Hinweise verstecken. Jeder hat Wünsche, seien sie noch so groß oder vermeintlich unerfüllbar. Manchmal ist nicht das große Ganze realisierbar, aber vielleicht ein kleiner Teil, der den Angebeteten seinem großen Wunsch ein Stückchen näher bringt.
Fragen sie doch einfach nach
Die ganz offene Frage «Was wünschst du dir?» ist erlaubt und trägt zur richtigen Geschenkewahl bei. Vorausgesetzt, Sie erhalten eine Antwort. Sollten sie wirklich ratlos sein, greifen Sie trotzdem nicht zu Duschsets, Krawatten, Präsentkörben oder Billig-Parfum.
Überraschen sie stattdessen mit selbstgemachten Dingen wie individuell gestalteten Bilderrahmen, Fotobüchern, persönlichen Gutscheinen (zum Essen gehen, Kino, Wellnesstag, Wandern oder einfach nur Zeit miteinander verbringen), leckeren Keksen oder auch Pralinen. Oft zählt die Menge oder der Wert eines Geschenks weit weniger als Sie annehmen. Worauf es ankommt, ist die Geste und die persönliche Note.
Sollte bei Ihnen ein schreckliches Etwas unterm Baum landen, bleiben Sie ruhig. Der Schenker hat es in jedem Fall gut mit Ihnen gemeint und wollte Ihnen eine Freude machen. Niemand schenkt absichtlich furchtbare Präsente.
So kommen Sie nicht in Verlegenheit
Passt es nicht, ist das schade, aber kein Beinbruch. Täuschen Sie bloß keinen Freudentaumel vor, sonst bekommen Sie nächstes Jahr das Gleiche nochmal. Schließlich haben Sie sich kaum eingekriegt vor Begeisterung.
Sinnvoll ist es, sich zu bedanken und nicht sofort den Fehlgriff anzusprechen. Denn das kann auch Ihr Gegegnüber kränken. In einer ruhigen Minute behutsam angesprochen, lässt sich schnell klären, dass Sie bereits zehn Paar graue Socken besitzen, sich also über blaue gefreut hätten oder aber das Parfum nicht riechen können.
Auch als Schenker sollten Sie in einer solchen Situation gelassen reagieren. Zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie seine Offenheit schätzen und es nicht persönlich nehmen. Schließlich kommt Ihnen das im nächsten Jahr zugute, wenn Sie mit dem perfekten Geschenk auftrumpfen können.
som/rzf/ivb/news.de/dpa/ddp
Man hat doch das ganze Jahr Zeit, festzustellen, was dem Partner gefällt oder es sich öfters ansieht. Wenn es denn im finanziellen Rahmen liegt. Bei den Männern ist oft ein Hobby vorhanden, da dürfte es leichter sein und bei den Kindern, kann man im Laufe der Zeit auch rausfinden, wofür sie sich speziel interessiern. Also kein Krieg unter dem Baum der Weihnacht.
jetzt antwortenKommentar meldenDies sind nützliche Hinweise für alle Praktiker, bzw. Menschen, die Ihre Geschenkideen von Nützlichkeitserwägungen ableiten. Dabei wird die empirische Erkenntnis ausgeblendet, dass ein Geschenk stets auch ein Hauch von Luxus, auch in bescheidenem Rahmen, ausstrahlen sollte, um seine gewünschte Wirkung zu erzielen. Manfred Huber
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