Kombi-Therapie Pillen und Entspannung gegen Migräne

Neue Hoffnung für Migränepatienten: Mit Betablockern und Verhaltenstherapie wollen Neurologen die schmerzhaften Attacken im Gehirn langfristig weiter verringern.

Neuer Therapieansatz bei Migräne (Foto)
Mit einer Kombination aus Betablockern und Verhaltenstherapie lässt sich die Lebensqualität für Migränepatienten verbessern. Bild: dak/Wigger

Eine Kombinationstherapie aus Betablockern wie Propanolol oder Nadolol und Verhaltensregeln besserte eine Migräne bei den meisten Patienten drastisch. Bei über drei Vierteln der Patienten senkt dieses Vorgehen die Zahl der Migräneattacken wie auch der Migränetage dauerhaft, wie eine Studie der Universität Ohio belegt.

«Bemerkenswert ist, dass diese Patienten schon vor Studienbeginn eine optimale Behandlung für ihre akuten Migräneattacken hatten», sagt Hans-Christoph Diener, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. «Diese Untersuchung zeigt, dass es trotz großer Fortschritte in den vergangenen Jahren noch einen erheblichen Spielraum gibt, um die Lebensqualität von Patienten mit Migräne zu verbessern und einer Chronifizierung dieses Leidens entgegenzuwirken.»

Migräne: Welcher Kopfschmerztyp sind Sie?

In der Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, behandelten die US-Neurologen zusammen mit Verhaltenspsychologen 232 Patienten, die trotz optimaler Versorgung noch durchschnittlich fünfeinhalb schwere Attacken pro Monat mit achteinhal Migränetagen erlitten. Die Kombinationstherapie verringerte die Beschwerden langfristig im Mittel um monatlich fast vier Attacken. Bei der Behandlung übten die Teilnehmer unter Anleitung von Psychologen Verhaltensänderungen, erstellten einen individuellen Plan zum Migräne-Management und lernten auch, mit Rückschlägen umzugehen.

Die Probanden mussten innerhalb der ersten drei Studienmonate mehrfach in einer Kopfschmerzambulanz aufsuchen. Während der gesamten Studie mussten zudem Beschwerden und die Einnahme von Medikamenten täglich mit Hilfe eines kleinen Taschencomputers dokumentieren.

Die Verhaltenstherapie beinhaltete unter anderem Informationen über Migräne und deren Auslöser sowie verschiedene Entspannungsübungen, die zu Hause wiederholt und trainiert werden konnten. Gemeinsam mit einem Psychologen wurde darüber hinaus ein Plan erstellt, nach dem die Anfälle gemanaget werden.

Mehr darüber, wie Sie mit Migräneanfällen umgehen können, lesen Sie in der Wehwehchen-Praxis von news.de.

Hilfe ohne Arztbesuch: Die Wehwehchen-Praxis

ham/rzf/news.de/ap

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