Haarausfall Lochfraß in der Matte

Haarausfall (Foto)
Haarsträubend: Stress, Mangelernährung oder Hormone können Ursachen für  Haarverlust sein. Bild: istockphoto

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Haare stehen für Attraktivität, Schönheit und Sinnlichkeit. Fallen sie aus, ist Panik angesagt. Nicht nur Männer sind betroffen, auch Frauen kann das haarsträubende Ereignis ereilen - sogar häufiger als man denkt. News.de zeigt, was hilft.

Ein Mensch hat etwa 100.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Doch bei vielen droht die üppige Pracht zu schwinden. Wer ein paar Haare im Kamm, auf dem Sofa oder im Abflusssieb der Dusche entdeckt, muss aber noch lange keinen Haarausfall befürchten.

Pro Tag verliert jeder zwischen 50 und 80 Haare. Das ist normal. Denn: Jedes Haar hat eine begrenzte Lebensdauer. Es wächst etwa einen Zentimeter im Monat und fällt nach circa sieben Jahren aus. Fallen mehr als 100 Haare täglich aus, handelt es sich um Haarausfall. Genau dies betrifft etwa jeden dritten Mann und jede zehnte Frau.

Ein Grund für den Verlust ist Stress. Weitere Ursachen sind Wachstumsstörungen, Erbfaktoren und Immunstörungen. Der Verlust kann vorübergehend sein, das heißt, die Haare wachsen wieder nach. Sind aber die Haarwurzeln unwiderruflich geschädigt, sprießen an den betroffenen Stellen keine neuen Haare mehr.

Hilfe ohne Arztbesuch
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Was ist hormonell-erblich bedingten Haarausfall?

Geheimratsecken und Glatzenbildung - vor allem Männer leiden unter dem hormonell-erblich bedingten Haarausfall - sind die häufigste Form des Lichterwerdens. Doch auch Frauen sind betroffen. Sie trifft der Verlust des Haares vor allem im Scheitelbereich.

Der Schuldige ist das Sexualhormon Testosteron, auf das die Haarwurzeln empfindlich reagieren. Sie sterben ab und fallen aus. Auch bei Frauen spielt das männliche Hormon eine entscheidende Rolle. Der Haarausfall verschlimmert sich durch den Beginn der Wechseljahre, da der Östrogenspiegel der Frauen absinkt.

Das hilft

Betroffene, die unter dieser Form leiden, können bei zu großem Leidensdruck eine Operation in Betracht ziehen. Die Methoden zur Haartransplantation werden ständig verbessert, sind allerdings sehr teuer. Seit einigen Jahren wird zudem mit einer Lösung behandelt, die den Wirkstoff Minoxidil enthält. In einigen Fällen soll sie den Haarausfall sogar stoppen können.

Was ist diffuser Haarausfall?

Wenn die Haare plötzlich gleichmäßig ausfallen, die Haarpracht ausdünnt, kann das verschiedene Ursachen haben: Einseitiges Essen, Hormonumstellung oder die Einnahme bestimmter Medikamente sowie Infekte oder eine Schilddrüsenstörung können den diffusen Haarausfall auslösen.

Aber auch Stress zeigt Wirkung. Der Körper produziert Stresshormone wie KortisolEin Hormon, dass in der Nebennierenrinde gebildet wird und an vielen Körperfunktionen beteiligt ist , die dazu führen, dass die Haarwurzeln schlechter durchblutet und weniger mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Männliche Sexualhormone, die sogenannten Androgene, haben dann leichtes Spiel: Ähnlich wie beim hormonell-erblich bedingten Haarausfall geht es den Haarwurzeln an den Kragen. Sie sterben ab und die Haare fallen aus. Hingegen können Glückshormone wie Endorphine die Durchblutung der Kopfhaut fördern und die Produktion des Geschlechtshormons Östrogen stimulieren. Geht es uns also gut, wächst das Haar kraftvoll nach, glänzt und ist füllig.

Das hilft

Werden die Ursachen für diffusen Haarausfall behandelt, löst sich das Problem meist von selbst. Hilfreich kann eine zusätzliche Versorgung mit Zink und Biotin sein. Ist eine Mangelernährung die Ursache, kann mit einer Umstellung auf eine ausgewogene Kost der Schwund der Haarpracht aufgehalten werden.

Was ist kreisrunder Haarausfall?

Beim kreisrunden Haarausfall entstehen kleine, kreisrunde, kahle Stellen. Es kommt vor, wenn auch selten, dass alle Haare komplett ausfallen. Mediziner vermuten den Auslöser im Immunsystem: Gegen die Haarwurzeln bilden sich im Zusammenhang mit Stress Antikörper. Einige Stellen vernarben, sodass kein Haar mehr nachwachsen kann.

Das hilft

Betroffene haben oft großen psychischen Stress wie Verlustängste. Viele können Emotionen schwer ausdrücken. Deshalb müssen die akuten Extrembelastungen und schwelende Konflikte therapiert werden, nicht die Symptome. Eine Psychotherapie kann hier gute Erfolge erzielen.

Pilz und Schuppenflechte

An einem spärlichen Haarwuchs kann auch ein ungemütlicher Zeitgenosse schuld sein: Tinea capitis. Befällt dieser Pilz den Kopf, kommt es an den betroffenen Stellen zu Haarausfall. Das Problem lässt sich aber mit Antipilzmitteln, sogenannten Antimykotika, in den Griff bekommen. Ähnlich steht es um die Schuppenflechte. Wen sie ereilt, hat mit mäßigem Haarwachstum zu kämpfen. Die Hautkrankheit kann auch zu Haarausfall führen.

Was hilft außerdem?

In Drogerie, Apotheke und Supermarkt gibt es mittlerweile viele Mittel, die versprechen, das Haarwachstum anzuregen oder den Haarausfall zu stoppen. Aber: Nur wenige Produkte sind auf ihre Wirksamkeit hin getestet.

Eine Kur mit folgenden Wirkstoffen kann helfen: Zink, Koffein und Vitamine – beispielsweise im Shampoo. Biotin-Tabletten sollen das Wachstum und die Elastizität der Haare fördern. Kapseln mit Hirseextrakt, Weizenkeimöl und B-Vitamine liefern wichtige Nährstoffe für die Haarwurzel und können das Wachstum der Haare anregen.

Unser Rat

Wem die Haarpracht entschwindet, sollte auf jeden Fall mit einem Arzt die Ursache abklären. Ist der Auslöser bekannt, kann behandelt werden. In einigen Fällen halten Medikamente den Verlust des Haares auf. Manche können den Prozess auch umkehren - die Haare wachsen wieder. Welche Arznei in Frage kommt, entscheidet der Arzt.

Aber: Finger weg von rezeptfreien Wunderpillen und Haarkuren aus dem Internet oder Versandkatalog! Die Produkte sind lediglich teuer und wirken in den seltensten Fällen.

Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie kleinere Probleme auch ohne Arzt bewältigen.

sca/reu/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 2
  • 18.11.2010 13:53
Antwort auf Kommentar 1

Manch junge Frau hat schon Probleme mit dem Haar !Richtigstellung des Satzes von Elster Passiert eben!Hatte meine Naturbrille nicht gepuzt .

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  • Elster
  • Kommentar 1
  • 18.11.2010 13:50

Ein Glück ,meine Haare fallen nicht aus .Hatte zwar in sehr jungen Jahren eine richtige Pracht . Aber jetzt in meinem Alter bin ich noch zufrieden .Ich habe noch relativ volles Haar ,obwohl ich es blondiere .Manchjunge Freau hatschon Probleme mit dem Haar !

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