Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Mal wieder erkältet? Bellender Husten, triefende Nase und rauer Hals nerven. Wem aber die klassische Tablette zum Hals heraushängt, dem können homöopathische Mittel helfen. Das Beste daran: Man kann mit ihnen nichts falsch machen.
Eine Erkältung ist zwar harmlos, aber lästig. Sie erwischt einen im Schnitt drei bis vier Mal im Jahr. Kein Wunder: Es gibt mehr als 200 verschiedene Viren, die dafür sorgen, dass die Nase läuft, der Hals schmerzt und die Augen tränen. Mit jedem Atemzug gelangen diese Winzlinge in den Körper.
Bei Virenalarm rückt sofort die körpereigene Schutztruppe an: Abwehrzellen bekämpfen die Eindringlinge mit aller Kraft. Doch hin und wieder macht das Immunsystem schlapp, es verliert den Kampf gegen die Krankmacher.
Viele Deutsche schwören bei Husten, Schnupfen, Heißerkeit auf die bei Medizinern umstrittene Homöopathie. Sie gilt als sanfte Alternative zur herkömmlichen Medizin. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie beliebt Globuli und Co. sind: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger verwenden bereits homöopathische Mittel.
Wie kann die Homöopathie helfen?
Der alternativen Heilmethode wird die Ähnlichkeitsregel zugrunde gelegt: Gleiches soll mit Gleichem geheilt werden. Das bedeutet: Substanzen, die bei gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorrufen, heilen ähnliche Symptome bei Kranken.
So wirkt beispielsweise bei laufender Nase die Küchenzwiebel (Allium cepa) ähnlich: Sie reizt beim Gesunden die Schleimhäute von Auge und Nase. Allium cepa kommt deshalb bei diesen Beschwerden zum Einsatz. Das hat zur Folge, dass die körpereigenen Selbstheilungs- und Abwehrkräfte stimuliert werden. Das hilft dem Körper, sich selbst zu heilen. Damit eine homöopathische Dosis wirkt, ist es also wichtig, vorab sorgfältig die Symptome zu bestimmen.
Homöopathische Mittel werden meist aus Pflanzen, Tiergiften aber auch aus Tieren und Mineralien hergestellt. In zahlreichen Schritten verdünnt und verschüttelt man die Ausgangsstoffe mit Alkohol und Wasser. Das heißt Potenzieren: Die Potenz D1Neben den D-Potenzen gibt es auch noch C-Potenzen (C=centum/lateinisch 100) bei denen 1:100 verdünnt wird. bedeutet ein Mischungsverhältnis von 1 zu 10, D2 von 1 zu 100. Je mehr eine Substanz verdünnt ist, desto stärker soll deren Wirkung sein.
Von den etwa 2000 homöopathischen Arzneien können rund 30 bei Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. News.de stellt die wirksamsten Helfer bei bestimmten Erkältungsmustern vor.
Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) C6 kommt zum Einsatz, wenn der Mund trocken ist und der Hals kratzt. Leichtes Fieber, eine schmerzende Brust und gelegentliches Nasenbluten sind weitere Begleiterscheinungen dieser Art von Erkältung. Zwischen vier und sechs Uhr macht die Erkältung einem so richtig zu schaffen. Am Tag verschlimmern frische Luft und Sonne die Symptome. Tipp: Nehmen Sie alle zwei Stunden vier Gaben. Kalte Kompressen auf der Stirn und Ruhe können außerdem helfen.
Nux vomica (Brechnuss) C6 hilft, wenn die Nase nachts verstopft ist und am Tag ständig läuft. Tränende Augen, Kopf- und Halsschmerzen und häufiges Niesen plagen obendrein.
Nach draußen zieht es Betroffene kaum, denn trockener und kalter Wind verschlimmern die Symptome. Auch zu stark gewürztes Essen, Lärm und seelische Belastung verschlechtern das Befinden. Tipp: Nehmen Sie alle zwei Stunden vier Gaben. Auch Wärme, Schlaf und warme Kompressen und Druck auf die Nase unterstützen die Regeneration.
Natrium muriaticum (Kochsalz, Steinsalz) C6 sollte genommen werden, wenn heftige Nieser, eine verstopfte Nase und Lippenherpes plagen. Bei dieser Form der Erkältung tritt zusätzlich weißer Schleim auf, der immer wieder in den Rachen läuft. Lärm, kaltes Wetter und Zugluft verschlimmern das Befinden. Körperliche und geistige Anstrengungen machen obendrein zu schaffen. Tipp: Nehmen Sie alle zwei Stunden vier Gaben. Zudem verbessern kalte Kompressen auf den Nasennebenhöhlen, Fasten und frische Luft den Zustand.
Das sollten Sie wissen
Die Kunst ist, das richtige Mittel zu finden. Ob es das ist, merkt man recht schnell. Wenige Stunden nach der Einnahme sollte das Befinden deutlich besser sein, die Symptome abklingen. Dann reicht es, die Arznei nur noch halb so häufig einzunehmen, also anstatt zwei alle vier Stunden. Nach zwei bis drei Tagen kann das Mittel abgesetzt werden.
Manchmal verschlimmern sich nach der Einnahme die Symptome (Erstreaktion). Dies gilt aber als Zeichen für den aktivierten Heilungsprozess. Wer nach einem Tag keine Besserung bemerkt, kann die Arznei absetzen und ein anderes Mittel ausprobieren.
In der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind alkoholische Tropfen, Tabletten, Globuli, Granulat und Pulver. Für eine Selbsttherapie eignen sich niedrige Potenzen (bis D/C12). Höhere Potenzen sollten in Absprache mit einem Therapeuten oder Arzt eingenommen werden.
Wichtig: Das Mittel immer zirka 15 bis 20 Minuten vor dem Essen einnehmen. Tropfen sollten zudem unverdünnt oder mit etwas Wasser einige Minuten im Mund verbleiben, bevor man sie runter schluckt. Werden Tabletten und Globuli unter der Zunge gelöst, gehen die Wirkstoffe direkt ins Blut.
Tabu: Während der Einnahme auf koffeinhaltige Getränke, Zahnpasta mit Menthol und stark desinfizierende Mundspülungen sowie kampferhaltiges Mundwasser und Rauchen verzichten. All das kann die Mundschleimhaut verändern und damit die Resorption des Mittels beeinflussen.
Wer Schmerzen in der Brust, im Rachen, am Kehlkopf, in den Nasennebenhöhlen oder Ohren hat, muss zum Arzt. Auch bei Fieber und entzündeten Mandeln oder wenn die Beschwerden länger anhalten, ist es ratsam, sich untersuchen zu lassen.
sca/ivb/news.de
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