Impfungen Der schützende Piks - auch für Erwachsene

Schutzimpfung (Foto)
Erwachsene sollten ihre Impfungen auffrischen lassen. Bild: istockphoto/ DAK

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Impfen ist in Deutschland keine Pflicht, aber in vielen Fällen wirklich sinnvoll. Wer als Kind bereits geimpft wurde, ist nicht in jedem Fall für alle Zeiten geschützt. Einige Impfungen sollten im Erwachsenenalter aufgefrischt werden.

Viren und Bakterien sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Die Winzlinge können schwere Krankheiten auslösen, indem sie das Immunsystem überlisten. Daher haben Forscher Impfstoffe entwickelt, die den Körper vor den Angreifern schützen. Es gibt zwei Arten von Impfstoffen, um die Schutztruppe des Körpers zu trainieren: Lebend- und Totimpfstoffe.

Aktive Impfungen mit Lebendimpfstoffen erzielen den dauerhaftesten Erfolg. Oft reichen zwei Pikser für einen lebenslangen Schutz aus. Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken gehören dazu. Im Körper können sich die abgeschwächten Erreger vermehren und in seltenen Fällen zu abgeschwächten Symptomen wie leichtem Hautausschlag führen. Dabei lösen sie - ebenso wie Totimpfstoffe - eine schützende Immunantwort der Körperabwehr aus.

Totimpfstoffe enthalten abgetötete Krankheitserreger oder nur Teile dieser und können daher keine abgeschwächten Symptome der Krankheit verursachen. Dazu gehören Impfstoffe gegen Diphtherie, Kinderlähmung, Keuchhusten oder Tetanus. Sie müssen mehrfach verabreicht werden, um langfristig zu schützen.

Ferner gibt es die Möglichkeit, im Notfall Antikörper zu verabreichen, die von Spendern gewonnen wurden - beispielsweise bei tiefen Schnittwunden, wenn kein ausreichender Tetanus-Impfschutz besteht. Dieser passive Schutz hält nur wenige Wochen an und wird oft zeitgleich mit der aktiven Impfung verabreicht.

Das Immunsystem muss erinnert werden

Ist die Körperabwehr durch eine Grundimmunisierung auf die Eindringlinge programmiert, kann sie längere Zeit vor bestimmten Erregern schützen. Bei einigen Krankheiten ist jedoch nach einiger Zeit eine Auffrischung nötig: Die Immunabwehr muss neu stimuliert, sprich die Gedächtniszellen müssen wieder erinnert werden. Mediziner nennen das Booster-Effekt.

«Eine Auffrischungsimpfung reicht aus, wenn eine Grundimmunisierung erfolgt ist. Man muss nicht wieder von vorne anfangen, auch wenn der Abstand zur letzten Impfung deutlich mehr als zehn Jahre beträgt», erklärt die Ärztin Dr. Sigrid Ley-Köllstadt, Leiterin Medizin und Wissenschaft beim Deutschen Grünen Kreuz.

Welche Impfungen Erwachsene brauchen, hängt vom Alter ab. «Ab dem 18. Lebensjahr ist eine Auffrischung alle zehn Jahre gegen Diphtherie und Tetanus zu empfehlen - wenn eine Grundimmunisierung im Kindesalter stattgefunden hat. Mit der nächsten fälligen Diphtherie-Tetanus-Impfung sollte man sich zudem einmalig gegen Pertussis, also Keuchhusten, impfen lassen», empfiehlt Ley-Köllstadt. Denn: Keuchhusten sei keine Kinderkrankheit mehr. Heute träfe die Krankheit öfters die Erwachsenen.

Gleichzeitig empfiehlt sie eine Immunisierung gegen Kinderlähmung und bezieht sich dabei auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkomission (Stiko). Diese empfielt für jeden Erwachsenen eine Grundimmunisierung und mindestens eine Auffrischimpfung. In Europa sei die Krankheit zwar ausgerottet, aber in Teilen Asiens und Afrikas gebe es derzeit zahlreiche Fälle, so die Expertin. Reisende könnten sich eventuell anstecken.

Die Ärztin rät zudem, dass sich Menschen ab 60 Jahren einmalig gegen PneumokokkenPneumokokken sind Erreger, die eine Lungenentzündung auslösen können. und jährlich gegen Grippe impfen lassen sollten. «Chronisch Kranke beispielsweise mit einem Nierenleiden sollten die Pneumokokken-Impfung jedoch alle fünf Jahre auffrischen lassen, ebenso Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem», rät die Ärztin.

Eine weitere Empfehlung der Stiko: Alle nach 1970 geborenen jungen Erwachsenen sollten sich auch gegen Masern - vorzugsweise als Masern-Mumps-Röteln-Impfung - impfen lassen. Dies betrifft Erwachsene, die in der Kindheit keine oder nur eine Masernimpfung hatten oder bei denen der Impfstatus unklar ist.

Wer keinen Impfausweis mehr hat oder Impfungen nicht nachweisen kann, gilt als ungeimpft. Das bedeutet, derjenige muss eine komplette Grundimmunisierung erhalten. Es sei auch nicht gesundheitsschädigend, wenn jemand schon geimpft wurde. Zusätzliche Impfungen schaden nicht, beruhigt Ley-Köllstadt. Lebendimpfstoffe könnten nur dann problematisch werden, wenn jemand eine Immunschwäche habe.

Wie gut schützen Impfungen?

Eine 100-prozentige Sicherheit vor Krankheiten gibt es auch mit Impfstoffen nicht. Aber: Durch Impfen lässt sich das Risiko deutlich senken. «Das hängt immer vom jeweiligen Impfstoff ab. Einige haben Schutzraten von 98 und 99 Prozent», erklärt die Medizinerin. Bei Grippeimpfstoffen würden im Allgemeinen niedrigere Schutzraten erreicht. Das sei abhängig vom Lebensalter und dem Immunstatus.

Für die Kostenübernahme kommen verschiedene Träger in Frage. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt fest, welche Impfungen die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen müssen. Die Entscheidung darüber trifft sie auf Basis der Empfehlungen der Stiko.

Alle empfohlenen Standard- und Auffrischungsimpfungen wie Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Pneumokokken und Diphtherie sind Kassenleistungen, auch Impfungen bei besonderer Indikation aufgrund einer gesundheitlichen Vorschädigung. Darüber hinaus können die Kassen selbst festlegen, welche zusätzlichen Impfungen sie bezahlen. Auch der Öffentliche Gesundheitsdienst oder Arbeitgeber können für die Leistung finanziell aufkommen.

ham/ivb/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • wissender dritter
  • Kommentar 3
  • 08.11.2010 21:36

http://www.youtube.com/watch?v=d6roDEV-qsk&feature=related

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  • hagal
  • Kommentar 2
  • 08.11.2010 20:05

Beginnt man schon wieder langsam medial eine ordentliche Pandemie vorzubereiten?Was wird es dieses Jahr?Seehundfieber?Makrelenpest?Natürlich schaden zusätzliche Impfungen nicht, besonders nicht der Pharmaindustrie!Sehr freundlich von der,gewiß von dieser nicht abhängigen oder gesponserten Ärztin, Frau Ley-Köllstadt,Leiterin Medizin und Wissenschaft beim Deutschen Grünen Kreuz dies und jenes zu empfehlen.Voriges Jahr war es der Präsident des Robert Koch-Instituts,dieser unsägliche Pandemiehysteriker Hacker,der lautstark auf die geheimnis- und unheilvolle Schweineinfluenza einstimmte!

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  • Susanne Gerner
  • Kommentar 1
  • 08.11.2010 17:18

Wenn Sie Leute wirklich informieren wollen, gehört es sich dass allumfassend informiert wird. Sie sollten neben der Proseite auch erwähnen, dass es auch Impfschäden entstehen können, die im Bundeshaushalt doch eine recht große Summe ausmachen, Doch wird das nie erwähnt. Außerdem werden z.B. Schwermatalle mit Impfstoffen geimpft, deren Auswirkungen im Körper kleiner Kinder eher als sehr negativ betrachtet werden...

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