Sa., 26.05.12

Familienplanung 08.11.2010 Mehr Mut zum Kind

Deutsche wollen mehr Kinder (Foto)
Die Deutschen betreiben wieder mehr Familienplanung. Doch Familie und Beruf sind weiter schwer unter einen Hut zu bekommen. Bild: wellfit/stock.xchng

Immer mehr Deutsche wünschen sich Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach. In den vergangenen zwei Jahren sei die Bereitschaft für Nachwuchs um knapp zehn Prozent angestiegen. Gibt es weniger Belastungen?

Laut der Studie Monitor Familienleben 2010 wollten 2008 nur rund 43 Prozent der Kinderlosen unter 50 Jahren «bestimmt» Kinder, zwei Jahre später sind es
schon 52 Prozent. Außerdem geben statt 9 Prozent nun 12 Prozent der befragten Eltern an, sich weitere Kinder zu wünschen.

Renate Köcher, Geschäftsführerin des Allensbacher Instituts, interpretiert die Ergebnisse der Repräsentativbefragung als Zeichen für einen Wertewandel der Gesellschaft. Die Umfrageergebnisse legten nahe, dass seit 2007 offenbar einige
Belastungen weggefallen seien, die Eltern bisher als Hürden empfunden hätten. So bewerten vier von fünf Befragten die Einführung des Elterngeldes als positiv – damit ist die Zustimmung zum Elterngeld seit 2007 noch einmal gestiegen.

Ein weiterer Punkt auf der Positivliste für Kinder: Von den Befragten setzen zehn Prozent weniger als 2007 eine abgeschlossene Berufsbildung als Bedingung für ein Kind voraus. Die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere wird jedoch von fast zwei Drittel der Deutschen nach wie vor als «nicht so gut» beurteilt. Arbeitnehmer wünschen sich vor allem mehr Zeit für die Familie. Um die Situation für Familien weiter zu erleichtern und den Anreiz für Nachwuchs zu vergrößern, verspricht Familienministerin Kristina Schröder für die Zukunft unter anderem flexiblere Arbeitszeiten und eine Verlängerung des Elterngeldes auf 16 statt wie bisher maximal 14 Monate.

Kein Einfluss auf die Geburtenrate

Die Realität sieht bisher anders aus: Zwar ist bei Paaren der Wunsch nach Kindern in den vergangenen zwei Jahren um knapp zehn Prozent gestiegen, die Geburtenrate dagegen sinkt konstant. Im Jahr 2009 kamen auf 1000 Einwohner in Deutschland nur 7,9 Geburten, 2008 waren es noch 8,3. «Die Kinderwünsche liegen immer über der tatsächlichen Kinderzahl», sagt Kerstin Ruckdeschel, Familiensoziologin vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden, im Gespräch mit der FAZ.

Obwohl rund 80 Prozent der Deutschen gerne Familie hätten, bleibt laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamts von 2008 fast jede dritte Frau kinderlos. Besonders groß ist der Anteil bei Akademikerinnen, die aufgrund ihrer längeren Ausbildung weniger Zeit für die Familienplanung haben.


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ham/news.de/wellfit
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