Sa., 26.05.12

Gelbsucht bei Babys 09.11.2010 Erhöhtes Risiko für Autismus

Säuglinge (Foto)
Neugeborenengelbsucht kann Autismus verursachen. Bild: dpa

Neugeborenengelbsucht kann Autismus und andere Persönlichkeitsstörungen verursachen. Deshalb dürfen Mütter nach der Geburt auf keinen Fall die Erst- und Zweituntersuchung für ihr Babys verpassen.

Fast die Hälfte aller Neugeborenen entwickelt eine Gelbsucht. Dabei sammelt sich Bilirubin, ein gelber Gallenfarbstoff, im Körper an. Das führt zu einer Gelbfärbung von Haut und Schleimhaut. In niedrigen Konzentrationen ist Bilirubin harmlos. In den meisten Fällen klinge die Gelbsucht rasch ab, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Jedoch gibt es Fälle, da halte sie an und das überschüssige Bilirubin übersteige dabei einen Schwellenwert. Eine hohe Konzentration kann dauerhaft Nervenzellen im Gehirn schädigen. Dänische Forscher wiesen nun einen Zusammenhang zwischen Neugeborenengelbsucht und einem erhöhten Risiko für psychologische Störungen wie Autismus nach.

«Unbehandelt können höhere Mengen Bilirubin die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zu Schäden in den so genannten Basalganglien des Gehirns führen, die später Entwicklungsprobleme, zum Beispiel bei der Orientierung im Raum, bei Bewegungsabläufen oder beim Spracherwerb, verursachen», erklärt BVKJ-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Nentwich.

Für ihre Arbeit werteten die Forscher um Rikke Damkjaer Maimburg von der Aarhus-Universität in Dänemark die Daten von über 730.000 Kindern aus. Demnach haben termingerecht geborene Kinder, die schwerer an Gelbsucht erkranken, ein um 67 Prozent erhöhtes Risiko, Autismus zu entwickeln und ein 88-prozentiges Risiko für andere psychologische Entwicklungsstörungen.

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung. Er lässt sich nicht auf bestimmte Symptome festlegen. Autisten isolieren sich sehr oft von ihrer sozialen Umwelt.  Die meisten Autisten können Gefühle nicht erkennen und einordnen. Manche brauchen einen festgelegten Tagesablauf. Auf kleinste Veränderungen reagieren sie ängstlich und agressiv.

«Wenn Mütter mit ihrem neugeborenen Baby in Deutschland das Krankenhaus schon frühzeitig verlassen, wie nach einer ambulanten Geburt, müssen sie besonders darauf achten, die Neugeborenenbasisuntersuchung U2 beim Kinder- und Jugendarzt nicht zu versäumen», rät Nentwich. Die erste Untersuchung (U1) erfolge direkt nach der Entbindung, bei den meisten Kindern im Krankenhaus, die U2 sollte zwischen dem dritten und zehnten Tag nach der Geburt stattfinden.

rzf/som/news.de/ap
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Das Ich
  • Kommentar 1
  • 11.11.2010 00:35
 

Was für ein Bullsh... Autismus ist angeboren, der entsteht nicht erst nach der Geburt.

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