Vorsorge Das zahlt die Kasse

Das zahlt die Kasse (Foto)
Um frühzeitig potenzielle Tumore im Körper zu analysieren, gibt es zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen, die die Kassen übernehmen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Deutschland ist krank – vor allem die Männer schwächeln. Das Problem ist hausgemacht: Männer nutzen die Vorsorgechecks nicht, die Krankenkassen sogar bezahlen. News.de zeigt, worauf Sie Anspruch haben - von Brustkrebs bis zum Zahnarzt.

Die erst kürzlich vorgestellte erste Männerstudie hat es bestätigt: Das starke Geschlecht drückt sich vor dem Arzt, geht nicht zu den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen oder weiß gar nichts darüber, dass die Krankenkassen die Kosten für den Check-Up sogar übernehmen. Mit fatalen Folgen: Die Lebenserwartung liegt fünfeinhalb Jahre unter der von Frauen. Dafür bekommen Männer zwischen 40 und 50 Jahren fünfmal häufiger einen Herzinfarkt als Frauen. Zudem leiden sechs Millionen unter Erektionsstörungen, was ein Anzeichen für verengte Blutgefäße sein kann.

Ein Problem, das eigentlich keines sein dürfte, wie das Bundesgesundheitsministeriums mitteilt: «Prävention setzt ein hohes Maß an Eigeninitiative und eigener Verantwortung voraus. Nur so kann eine ernsthafte Erkrankung verhütet oder eine Verschlimmerung einer bereits bestehenden Krankheit oder gar Pflegebedürftigkeit vermieden werden», heißt es in einer Presseveröffentlichung – egal, ob Männlein oder Weiblein.

News.de zeigt aus aktuellem Anlass, welchen Anspruch es auf Untersuchungen gibt, die finanziell von der Krankenkasse übernommen werden.

Genitaluntersuchung

Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs haben Frauen ab 20 Jahren einen jährlichen Anspruch auf diese Untersuchung. Dabei führt der behandelnde Arzt eine sogenannte Anamnese durch, das heißt: Gezielt werden Fragen zu Veränderungen und Beschwerden im Unterleib gestellt. Zudem wird der Muttermund untersucht und ein Krebsabstrich gemacht.

Brustkrebsvorsorge

Um Tumore schnell zu erkennen, zahlt die Kasse einmal pro Jahr den Check in Sachen Brustuntersuchung. Den können - und sollten - Frauen ab dem 30. Lebensjahr in Anspruch nehmen. In dieser Leistung ist enthalten: Abtasten der Brust und der Lymphknoten, einschließlich der Anleitung, selbst Hand anzulegen.

Nachteil: Das Mammographie-Screening (Röntgen der Brüste) ist nicht in der Leistung enthalten. Dabei würde diese Methode die Früherkennung von Tumoren erfolgreicher machen. Da viele Karzinome bei der Routineuntersuchung im Anfangsstadium entdeckt würden, könnten Chirurgen bei bis zu 85 Prozent der Patientinnen die Brust erhalten, analysiert die Deutsche Gesellschaft für Senologie (Brusterkrankungen). Früher gelang das nur bei 60 bis 70 Prozent. Fast alle (92 Prozent) der bösartigen Tumore würden nun auch bereits vor einer Operation klar erkannt, teilte die Kooperationsgemeinschaft Mammographie in Berlin mit.

Mammographie-Screening

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Untersuchung nur bei Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. Alle zwei Jahre können sie sich auf diese Art checken lassen. Die Damen werden schriftlich eingeladen, auch die Anamnese wird schriftlich dokumentiert. Nach dem Röntgen der Brüste erfolgt innerhalb von sieben Werktagen der Befund.

Prostata-Untersuchung

Um potenziell bösartigen Tumoren ein Schnippchen zu schlagen, wird Männern geraten, sich ab dem 45. Lebensjahr jährlich dem Prostata-Check zu unterziehen. Entscheidender Nachteil: Genau wie bei der Brustuntersuchung bei Frauen ist das Abtasten nur eine geringfügige Prophylaxe, um Tumore zu erkennen. Eine detaillierte Analyse bietet Experten zufolge nur der PSA-Test, bei dem das sogenannte Prostata-spezifische Antigen im Blut ermittelt wird. Diese Leistung kostet extra.

Dickdarmuntersuchung

Diese ist die Vorstufe zur Darmspiegelung, um ein Krebsgeschwür zu erkennen. Die Kasse zahlt diese Leistung für Männer und Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren, bei denen jährlich einmal der Enddarm abgetastet wird und der Stuhl auf verborgenes Blut im Labor kontrolliert wird.

Ab dem 56. Lebensjahr gibt es die Darmspiegelung. Dabei zahlt der Patient nichts, wenn er nur zwei Endoskopien im Abstand von zehn Jahren über sich ergehen lässt. Nachteil: Der zeitliche Abstand ist viel zu groß.

Hautkrebs-Screening

Da haben es Männer und Frauen ab 35 Jahren schon leichter, wenn es um die Früherkennung bei Hautkrebs geht. Alle zwei Jahre können sie sich beim Arzt auf schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom) und weißen Hautkrebs (Spinozelluläres Karzinom) untersuchen lassen. Dabei nimmt der Doktor die ganze Haut – vom Kopf bis zu den Füßen – unter die Lupe. Es wird empfohlen, das Screening alle zwei Jahre mit einem Check-up der Gesundheit zu verbinden.

Bei dem Check-up geht es insbesondere darum, Herzkreislauf-Erkrankungen, Alterszucker (Diabetes mellitus II) und Nierenerkrankungen schnell zu diagnostizieren und diesen entgegenzuwirken. Um diese Untersuchung mit der Hautuntersuchung richtig verbinden zu können, ist sie für Frauen und Männer ab 35 alle zwei Jahre kostenlos zugelassen. Bei dem Check-up werden sowohl Blutdruck gemessen, als auch das Blut auf den Cholesterinwert sowie der Urin auf Eiweißgehalt (Gichtrisiko) geprüft.

Zahnuntersuchungen

Wer volljährig ist, darf zweimal pro Jahr, also einmal pro Halbjahr, kostenlos zum Zahn-Doc. Für diese Leistung wird keine Praxisgebühr erhoben. Das gilt auch, wenn in derselben Sitzung der Zahnstein entfernt, die Beißerchen geröntgt oder der Parodontalstatus erhoben wird.

ham/ivb/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Reifan
  • Kommentar 2
  • 01.11.2010 15:03

Nach Arzthandlungen müssen wir fast überall zuzahlen. Gerade nach Zahnbehandlungen und die danach fogenden Rechnungen fragt man sich,oder nach erwerb einer neuen Brille,weshalb man überhaubt in einer gesetzlichen Kran-kenversicherung ist. Will man einen gewissen Standart haben,dann muss man sich privat Zusatzversichern. Wird er dann wirklich krank, dann muss er einen Aktenordner mit seinen abgeschlossen Policen, für die Abrechnungen,nach den Behandlungen ständig bei sich tragen.Oder sich in Heimarbeit mit ihnen auseinanderseten,obwohl man von dieser Bürokratie keine Ahnung hat.

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  • Elster
  • Kommentar 1
  • 01.11.2010 14:34

Lieber habe ich es mit den Knochen ,als das ich Krebs habe . Krebs ist heimtükisch und fast unheilbar .Es gibt weinige Fälle von krebskranken Menschen die es geschafft haben auf Mutter Erden zu bleiben .Schön ist natürlich ,wenn man gesund ist . Aber ab einem gewissen Alter da schleichen sich eben Zipperleins ein . Ist hat so ..Sehe ich junge Leute schon mit Krankheiten ,dann sage ich immer : Na ich bin halt doch weit schon gekommen ,daß ich auf Mutter Erden bleiben durfte .Manche sterben schon jung und haben in jungen Jahren schon eine Krankheit .

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