Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Frauen setzen häufiger auf die Kraft der Heilkräuter. Der Grund: Sie helfen bei Frauenleiden überraschend gut. News.de zeigt, auf welche Kräuter Sie bei Regelschmerzen oder Wechseljahresbeschwerden setzen müssen.
Sie stehen am Wegesrand, sprießen in Klostergärten und gedeihen prächtig auf Almen: Heilpflanzen. Viele sind schon seit Jahrtausenden bekannt. Dass in Pflanzen besondere Wirkstoffe stecken, die bei Alltagsbeschwerden helfen, wussten schon Heiler in der Antike und Klosterfrauen im Mittelalter.
Seit einiger Zeit jedoch erleben die Heilpflanzen eine Renaissance. Die Rückbesinnung kommt nicht von ungefähr: Viele Menschen suchen nach Alternativen zur normalen Medizin, die nebenwirkungsarm und dennoch wirkungsvoll sind. Die Wirksamkeit der Kräuter wird immer mehr erforscht. Etwa die Hälfte der Deutschen nutzt bereits Arzneimittel auf pflanzlicher Basis, wie eine Umfrage der Nürnberger GfK Markforschung zeigte.
Dagegen ist ein Kraut gewachsen
Bei Frauenleiden können Heilpflanzen sehr gut helfen: etwa bei der Menstruation. Kurz vor und während der Regel haben mehr als die Hälfte aller Frauen Beschwerden wie krampfartige Unterleibs- oder Rückenschmerzen. Einige leiden zudem an Durchfall und sind gereizt, hinzu kommen Übelkeit und Brustschmerzen. Gegen die Symptome des Prämenstruellen Syndroms - wie es in der Fachsprache heißt - können Präparate mit Mönchspfefferfrüchten helfen. Die scharfen Beeren des Strauchs haben eine lange Tradition als Frauenkraut.
Frauenmantel kann ebenfalls Beschwerden lindern. Das Kraut harmonisiert den Hormonhaushalt und reguliert die Regelblutung. Heilkräutertees mit Gänsefingerkraut oder mit der Rinde des Schneeballbaums wirken entkrampfend auf die Gebärmutter. Sie sind gut geeignet bei leichten Schmerzen. Es empfiehlt sich, schon kurz vor der Periode Präparate einzunehmen oder Kräutertees zu trinken.
Auch die Wechseljahre können anstrengend sein. Einige Kräuter zeigen bei Beschwerden während der Menopause gute Wirkung: Besonders Schlafstörungen machen vielen Frauen das Leben schwer. Hopfen wirkt aufgrund seiner ätherischen Öle und Bitterstoffe beruhigend. Das Kraut fördert den Schlaf und lindert Reizbarkeit sowie Nervosität. Rotklee wiederum hilft in der Menopause gegen Östrogenmangel. Verantwortlich dafür sind die hormonähnlichen IsoflavoneSekundäre Pflanzenstoffe, die hormonähnliche Eigenschaften besitzen. .
Auch die Traubensilberkerze verschafft Linderung. Das Kraut kann den Hormonhaushalt in Balance bringen und ist ein gutes Mittel bei Hitzewallungen. Generell beruht der hormonähnliche Effekt der Pflanzen nicht nur auf einer Substanz. Meist handelt es sich um einen Komplex aus 20 bis 25 Einzelstoffen. Die Einnahme von Pflanzenheilmitteln sollte aber stets mit dem Arzt abgestimmt sein. Im Kampf gegen Schweiß - ein weiteres lästiges Symptom der Wechseljahre - macht sich Salbei ganz gut. Ein lauwarmer Salbeitee reicht dafür aus.
Heilpflanzen haben auch einen positiven Effekt bei Migräne. Die Folter im Kopf, die hormonell bedingt sein kann, tritt bei Frauen dreimal häufiger auf als bei Männern. In diesem Fall kann die indianische Frauenwurzel helfen. Es gibt sie als homöopathisches Mittel in der Apotheke und sollte keinesfalls von Schwangeren angewendet werden, da es vorzeitig Wehen auslösen kann.
Lieber Apotheke als Supermarkt
Häufiger als Männer leiden Frauen an Blasen- und Harnwegsinfekten. Verantwortlich gemacht wird dafür die kurze Harnröhre der Frau und der knappe Abstand zwischen After und Harnröhrenausgang. Darmkeime gelangen viel leichter in die Harnwege als beim Mann und vermehren sich dort. Auch dagegen ist ein Kraut gewachsen: der Ackerschachtelhalm. Er enthält Mineralien wie Kalziumsalze und Kieselsäure, die entwässern. Die Harnwege werden besser durchspült und Keime ausgeschwemmt. Schon beim ersten Anzeichen einer Infektion, ist es ratsam, einen Tee zu trinken.
Heilkräuter wirken als Tee, auf Kompressen oder als Badezusatz. Wer Beschwerden natürlich behandeln möchte, kann in der Apotheke oder im Reformhaus Heilpflanzen als sogenannte Teedroge kaufen. Der Vorteil: Fachkundiges Personal steht mit Rat und Tat zur Seite. Wenig sinnvoll ist es, im Supermarkt oder in der Drogerie Heilpflanzen zu kaufen - aufgrund minderer Qualität. Ferner gibt es in Apotheken verschiedene Präparate und homöopathische Mittel, die aus den Pflanzen hergestellt sind. Eine Einnahme von pflanzlichen Mitteln sollte vor allem bei Schwangerschaft und chronischen Erkrankungen vorab mit einem Arzt besprochen werden.
Für spezielle Frauenleiden haben wir in unserer Bilderstrecke die besten Pflanzen zusammengestellt.
ham/ivb/news.de
Na, da werden wir nicht mehr lange Zugriff drauf haben, auf die tollen Kräuter: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/09/heilpflanzen-werden-in-der-eu-verboten.html
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