Immer mehr Menschen in Deutschland überleben einen Herzinfarkt: In den vergangenen zehn Jahren starben 15,4 Prozent weniger an der Attacke. Grund: verbesserte Diagnostik und Therapie. Doch im Osten sieht es anders aus.
«Herzinfarkt ist in Deutschland noch immer überwiegend eine Männerkrankheit», betont bilanziert Ernst Bruckenberger von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. «Männer werden wesentlich häufiger wegen eines Infarkts in ein Krankenhaus eingeliefert als Frauen, und sie sterben häufiger daran.»
Pro 100.000 Einwohner erleiden bundesweit jährlich 76 Männer einen Herzinfarkt, im Vergleich zu 63 Frauen. Deshalb werden im Krankenhaus pro Jahr knapp 134.000 Männer und nur 77.000 Frauen behandelt. Unabhängig vom Geschlecht hängt die Sterblichkeit der Patienten maßgeblich vom jeweiligen Wohnort ab. Im Bundesdurchschnitt sterben pro Jahr 69 von 100.000 Einwohnern an einem Infarkt.
Im Landkreis Plön liegt die Sterbeziffer um 67 Prozent unter diesem Wert, in Memmingen um 59 Prozent niedriger. Ganz anders die Situation in Teilen Ostdeutschlands: Im Landkreis Spree-Neiße und in der Uckermark übersteigt die Infarktmortalität den Bundesdurchschnitt um mehr als das Doppelte, wie Bruckenberger beklagt: «Von einer auch nur in etwa gleichmäßigen Versorgungslandschaft für die wesentlichen Herzkrankheiten kann in Deutschland nicht gesprochen werden.
Ein internationales Forscherteam ist unterdessen damit beschäftigt, zu erforschen, wie sich das Risiko von Herzinfarkten anhand von Haarproben bestimmen lässt. Ein Gradmesser dafür könnte Stress sein. Stresshormona lagern sich auch in Haaren an.
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