Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Senf gibt nicht nur Gerichten einen unvergleichlichen Geschmack - er steckt auch voller gesunder Überraschungen. Die Paste unterstützt die Verdauung und hilft bei Erkältung und Gelenkschmerzen. News.de zeigt, wie der Scharfmacher Linderung verschafft.
Schon seit der Antike ist klar: Der Scharfmacher ist eine Wunderwaffe im Kampf gegen Keime und unterstützt die Verdauung. So soll Pythagoras erkannt haben, dass Senf den Verstand schärfe. Im Alten Rom verabreichten die Ärzte ihn als Antibiotikum und bei Haarausfall. Seit dem Mittelalter ist Senf auch in Deutschland bekannt und wird sowohl als Würzpaste als auch als Hausmittel hoch geschätzt.
Scharfe Körnchen
Senf gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist mit Raps, Rettich und Kohl verwandt. In schotenförmigen Früchten sitzen die kleinen, runden Körner, die je nach Sorte gelb oder braun aussehen. Verantwortlich für die Schärfe und wohltuende Wirkung sind die Senföle. Sie bilden sich, wenn die Körner zerkleinert und fermentiert werden. Senföle dienen der Pflanze zum Schutz vor Fraßschäden und mikrobiellem Befall.
Braune Körner entwickeln wesentlich mehr Schärfe als gelbe. In Indien wird aus diesen Samen das sehr scharfe Senföl hergestellt, das in der Küche anstelle der Paste zum Einsatz kommt.
Körner, Mehl und Paste
Senf gibt es als ganze Körner, Mehl und als Speisesenf. Wer auf Senf als Gesundmacher setzt, ist mit allen drei Varianten gut bedient. Die Körner eignen sich prima zum Kochen und entfalten während das Garens ihre ganze Kraft. Im Mörser zerkleinert geben sie Salatdressings eine scharfe Note. Senfmehl besteht meist aus gemahlenen, weißen Senfkörnern und lässt sich zum Würzen von Gerichten verwenden. Das Mehl wird auch in der Heilkunde zur äußerlichen Anwendung verwendet. Speise- oder auch Tafelsenf findet die größte Verbreitung. Dafür werden die Körner zerquetscht und meist mit Wasser, Essig und Salz zu einer gelben Paste verarbeitet.
Speisesenf gibt es nicht mehr nur als süße, mittelscharfe und scharfe Variante. Mittlerweile sind unzählige Kompositionen auf dem Markt, die die Herzen zahlreicher Gourmets höher schlagen lassen. So stehen in vielen Supermarkt- und Bioladen-Regalen raffinierte Sorten mit Honig, Kräutern, Orange, Chili oder Feigen.
Gesund von innen
Senföle (Isothiocyanate) töten Mikroorganismen ab und wirken hemmend auf das Wachstum von Krankheitserregern. Besonders gut helfen sie bei Infekten der oberen Atemwege und der Harnblase. Durch den Blutkreislauf gelangen die keimabtötenden Öle zu Harnblase und Lunge und entfalten dort ihre ganze Wirkung. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge habe Senf auch eine krebsvorbeugende Wirkung. Studien liefern Belege dafür, dass in bestimmten Fällen Brust- und Prostatakrebs in Schach gehalten werden können.
Wer vor allem auf fettes Essen nicht verzichten kann, sollte Bratwurst, Eisbein und Co. mit Senf paaren. Zwei oder drei gelbe Kleckse helfen prima beim Verdauen der geballten Mengen an Fett und Eiweiß. Auch hierfür sind die scharfen Inhaltsstoffe verantwortlich: Sie lassen Magen- und Gallensäfte fließen, wodurch das Essen nicht so schwer im Magen liegt.
Was Großmutter noch weiß
In der Hausapotheke spielt Senf eine sehr traditionelle Rolle: Äußerlich angewandt wirken Senfwickel wahre Wunder bei Gelenkschmerzen, Erkältungen und Bronchitis. Der heiße Helfer fördert die Durchblutung und den Heilprozess, kann Schleim in den Bronchien lösen und verstopfte Nasen zum Laufen bringen. Dafür wird Senfmehl mit Wasser zu einem Brei vermischt und auf die Haut aufgetragen. Die Anwendung dauert zwischen fünf und 20 Minuten. Bei empfindlicher Haut und bei Herzkreislauferkrankungen ist allerdings von einer Behandlung abzuraten.
Ein weiteres Geheimrezept aus Omas Erste-Hilfe-Schrank ist das Senffußbad. Es bringt den Kreislauf in Schwung, hilft bei Kopfschmerzen und sorgt für warme Füße.
Wer auf Senfanwendungen setzt, sollte eins beachten: Nach der Behandlung muss die Haut gründlich gewaschen werden. Sonst besteht Gefahr, dass die Haut zu sehr gereizt wird.
Indische Massagen
Auch die Inder nutzen Senf als Heilpflanze. Senföl kommt äußerlich bei Muskelschmerzen und Arthritis zum Einsatz - beispielsweise im Ayurveda. Die Massage ist im Ayurveda fester Bestandteil der Heilkunst. Ihr werden verschiedenste Heilwirkungen nachgesagt: Sie soll Verspannungen lösen und den Körper stärken.
sca/news.de