Sa., 26.05.12

Ernährungsmythen 11.10.2010 Warum Spinat nicht stark macht

Ernährungsmythen (Foto)
Unzählige Ernährungsmythen spuken nach wie vor in den Köpfen der Bevölkerung. Dabei sind viele mittlerweile wissenschaftlich widerlegt. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Melanie Sohn

Karotten sind gut für die Augen, Salat enthält viele Vitamine und Spinat macht stark: Dies sind nur drei Ernährungsmythen, die sich hartnäckig in den Köpfen der Verbraucher halten. Doch welche stimmen und welche sind überholt?

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Viele Ernährungsmythen sind inzwischen wissenschaftlich widerlegt. Trotzdem halten sie sich hartnäckig. Bei folgenden Lebensmitteln sollten Sie nicht an Überlieferungen glauben:

Grüner Salat enthält viele Vitamine

Grüner Salat ist gesund, keine Frage. Viele Vitamine liefert er jedoch nicht. Salat besteht zu 90 Prozent aus Wasser. In 100 Gramm frischem Eisbergsalat finden sich nur rund 15 Milligram Vitamin C. Ein erwachsener Mensch sollte täglich mindestens 100 Milligramm zu sich nehmen. Da Salat gut sättigende Eigenschaften besitzt, ist er die perfekte Beilage für den Mittagstisch. Mit Paprika, Tomaten und Nusskernen kann er schmackhaft und gesund verfeinert werden.

Spinat macht stark

Spinat ist gesund und hat viel Eisen – ein Mythos, an dem selbst Ärzte noch festhalten. Doch das grüne Blattgemüse kann nicht mit so viel Eisen auftrumpfen, wie viele glauben. Der Grund ist ein schlichter Berechnungsfehler.

Eine Theorie besagt, dass Wissenschaftlern ein Kommafehler unterlaufen ist. So wurden 100 Gramm frischem Spinat rund 35 Milliramm Eisengehalt zugesprochen. Die tatsächliche Menge beträgt 3,5 Milligramm. Ist der Spinat gekocht, sinkt der Wert sogar auf zwei Milligramm ab.

Eine andere geht davon aus, dass der Physiologe Gustav von Bunge 1890 die Werte von frischem und getrocknetem Spinat untersuchte. Dabei schrieb er dem frischen Grün versehentlich den Eisenwert des getrockneten zu - also die fehlerhaften 35 Milligramm lag. Getrockneter Spinat hat einen zehnfach höheren Eisengehalt.

Trotz dieser Berechnungsfehler ist Spinat sehr gesund und enthält wertvolle Vitamine und Nährstoffe wie Vitamin C und B sowie Kalzium. Der Eisenwert liegt  zwischen drei und vier Milliramm pro 100 Gramm frischem Spinat. Eine Frau könnte also mit 500 Gramm Spinat ihren Tagesbedarf an Eisen decken.

Karotten sind gut für die Augen

Wer viele Karotten isst, sorgt für gute Sehkraft. Dieser Mythos wäre schön – wäre er wahr. Das in Möhren enthaltende Beta-Karotin, eine Vorstufe des Vitamin A, ist zwar maßgeblich am Sehprozess beteiligt, allerdings schützt es nicht vor Weit- oder Kurzsichtigkeit. Als Beta-Karotin aufgenommen, wird es durch verschiedene Prozesse vom Körper zu einem Molekül umgewandelt, dass für den Vorgang des Sehens wichtig ist. Wer Karotten zu sich nimmt, sollte diese immer mit Fetten kombinieren (Öl im Karottensaft), da der Körper die wertvollen Inhaltsstoffe sonst nicht verwerten können.

Schokolade ist ungesund

Nein, das stimmt nicht. Dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaogehalt ist sogar sehr gesund. Sie enthält Begleitstoffe aus der Pflanze wie Polyphenolezählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und können antientzündlich wirken die anti-entzündlich, antioxidativ oder auch antithrombotisch wirken können. Je höher der Kakaogehalt ist, desto höher ist der Anteil dieser Stoffe.

Wissenschaftler fanden heraus, dass bereits sieben Gramm dunkle Schokolade täglich ausreichen, um das Schlaganfall- sowie Herzinfarktrisiko zu senken. Außerdem sind in der Nascherei Eisen und Vitamin A enthalten. Um den Tagesbedarf einer Frau an Eisen durch Schokolade zu decken, müsste sie allerdings fast fünf Tafeln verzehren.

Dunkles Brot ist gesünder als Weißes

Kaufen Sie ein hochwertiges Vollkornbrot mit vollem Korn, trifft diese Aussage voll und ganz zu. Jedoch gibt es viele Brotsorten, die dank eines Farbstoffes, zum Beispiel Malz oder Melassehonigartiger dunkelbrauner Zuckersirup , eine dunkle Farbe bekommen und somit den Anschein von gesundem Vollkornbrot erwecken, obwohl es sich nicht um Vollkornbrot handelt. Wer sicher sein möchte, sollte sich die Liste der Inhaltsstoffe durchlesen. Dabei bestimmt die Reihenfolge der Zutaten deren Anteil. Steht zum Beispiel Zucker an erster Stelle ist davon am meisten im Produkt enthalten.

Täglich drei Liter trinken

Pro Tag scheidet der Mensch, ohne größere körperliche Belastungen wie Sport, zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit über Schwitzen, den Toilettengang oder durch die Atmung aus. Diesen Verlust muss er ausgleichen, sonst kann es zum Wassermangel kommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man täglich zwei oder mehr Liter Wasser trinken muss.

Ein großer Teil des Flüssigkeitsbedarfs wird bereits über die Nahrung gedeckt. Wer ausreichend Obst und Gemüse zu sich nimmt, führt seinem Körper bis zu einem Liter Flüsskeit zu. Der Rest muss durch Trinken aufgefüllt werden. Im Sommer braucht der Körper wesentlich mehr Flüssigkeit. Sportler haben in der Regel einen erhöhten Flüssigkeitsverlust und müssen diesen entsprechend ausgleichen. Um gesund zu trinken sollten Sie zu Wasser, ungesüßtem Tee oder aber leichten Saftschorlen greifen.

Light-Produkte machen schlank

Die Menschen kompensieren die eingesparten Kalorien über den Tag verteilt durch Mehrkonsum anderer Nahrungsmittel. Light-Produkte sättigen nicht richtig und lassen die Konsumenten oft unbefriedigt zurück, sagt ÖkotrophologeÖkotrophologie ist das Studienfach der Haushalts- und Ernährungswissenschaft Nicolai Worm aus München. Dadurch entsteht Heißhunger, der zu kleinen Snacks greifen lässt, wodurch zusätzlich Kalorien zugeführt werden. Da das Wort «light» per Gesetz nicht definiert ist, kann es sowohl fettarm, kalorienreduziert oder zuckerfrei bedeuten.

Mindestens zwei mal pro Woche Fisch

Fisch ist gesund. Je öfter er auf dem Speisezettel steht, desto besser. Wichtige Nährstoffe wie Phosphor (Knochenbau), Kalzium oder Jod können über Seefisch aufgenommen werden. Die DGE empfiehlt eine Kombination aus fettem und magerem Seefisch. Eine ausreichende Versorgung können sie mit 70 Gramm fettreichem Fisch wie Hering, Makrele oder Thunfisch abdecken. Fettarme Sorten sind Scholle, Flunder oder Seelachs. Hiervon empfiehlt die DGE einen Verzehr von 80 bis 150 Gramm pro Woche.


Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der DGE und dem Ökotrophologen und Ernährungswissenschaftler Professor. Nicolai Worm aus München.

ham/news.de
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Antonietta
  • Kommentar 3
  • 01.12.2010 08:19
 

Während man noch vor einigen Jahren glaubte, dass Fleisch wichtiger Bestandteil der Ernährung sei, weiß man heute: Das Gegenteil ist der Fall! Fleisch ist ein Genussmittel und für den Großteil der heutigen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Gicht, Osteoporose, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes usw. mitverantwortlich! Trotzdem werden Fleisch, Wurst und Fisch immer noch als normale Bestandteile der menschlichen Ernährung betrachtet; es ist auch der Mythos noch weit verbreitet, dass es sich hierbei um besonders gesunde und hochwertige Nahrungsmittel handelt.

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  • Gualterio Enrique Portero Reuls
  • Kommentar 2
  • 02.11.2010 10:37
 

Eins steht fest, womit der Löffel zu Lebzeiten auch immer gefüllt war, er wird abgegeben werden müssen.

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  • Longus
  • Kommentar 1
  • 12.10.2010 01:57
 

zum spinat. ...auch was sie schreiben ist nicht richtig. es handelt sich nicht nur um einen berechnungsfehler, sonder was viel schlimmer ist, um einen übersetzungsfehler noch aus der kaiserzeit. damals wurde SCHWERMETALLHALTIG !!! fälschlich mit EISENHALTIG übersetzt weil die sekretärin es nicht besser wusste. spinat hat nämlich die üble eigenschaft, sich besonders gerne mit giftigen stoffen wie kadmium u. blei etc. vollzusaugen. guten appetit !

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