Bergwandern Schroffe Felsen, heiße Kurven

Alle tun es, jung wie alt, Manager ebenso wie Teenager. Wen das Bergfieber erst einmal erwischt hat, der kann nicht mehr davon lassen. Der Grund: Es ist gesund, macht schlank und glücklich. News.de zeigt, worauf es beim Wandern ankommt.

Schroffe Felsen, heiße Kurven (Foto)
Wandern im Herbst bietet die ideale Möglichkeit, vor der langen und kalten Jahreszeit noch einmal Kraft für die Seele zu tanken. Bild: dpa
Kalorienverbrauch beim Sport

Der letzte Anstieg ist steil, die Pumpe läuft auf Hochtouren, das Gesicht ist gerötet und der Schweiß rinnt nicht nur von der Stirn. Nicht mehr weit und der Gipfel ist erstürmt, der Obstler getrunken und Berg heil gewünscht. Die Faszination, die das Bergwandern auf die Menschen ausübt, kommt nicht von ungefähr: Natur erleben macht glücklich. Zugleich begeistert der Mix aus Bewegung und Erholung.

Gut für die Gesundheit

Bergwandern ist der ideale Ausdauersport. Er sorgt für eine super Kondition und einen straffen, schlanken Körper. Das Beste daran: Jeder legt Tempo und Strecke selber fest. Erfahrene Bergsteiger wählen beispielsweise eine längere und anstrengende Route mit steilerem An- und Abstieg. Unerfahrende Flachländer dagegen können mit einer Halbtageswanderung die Berge genießen und sich allmählich an die Höhenluft gewöhnen.

Einsteigertipps: Wandern Sie los

Regelmäßiges Wandern trägt auf vielfältige Weise zum Wohlbefinden bei. So stärkt das stete Gehen das Herz, bringt das Immunsystem auf Trab und den Kreislauf in Schwung. Die Lungen pumpen viel Sauerstoff in den Körper. Das macht munter und fördert die Konzentration. Durch die gleichmäßige Bewegung werden außerdem Muskeln, Sehnen und Bänder gestärkt.

Eine Studie (pdf) hat ergeben, Bergwandern hilft auch bei Krankheiten und gegen Beschwerden wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht. Der Mediziner Egon Humpeler untersucht seit 1998 die Wirkung des Bergwanderns auf Dicke und Kranke. Er fand heraus, dass ein dreiwöchiger Wanderurlaub dazu führt, Körperfett, Gewicht und Hüftumfang der Studien-Teilnehmer zu reduzieren, deren Cholesterinwerte und Blutdruck zu senken.

Rank und schlank

Doch das Beste kommt zum Schluss: Bergwandern lässt die Pfunde Kiloweise purzeln. In einer Stunde verbrennt der Körper je nach Körpergewicht zwischen 440 und 692 Kalorien. Anders als beim Joggen oder Schwimmen ist ein Wanderer mehrere Stunden unterwegs, verbraucht also wesentlich mehr, als im direkten Vergleich. Der positive Nebeneffekt lässt nach einem Urlaub in den Bergen nicht lange auf sich warten. Straffe Beine, ein knackiger Po und schlanke Hüften – Bergwandern ist das beste Ganzkörper-Workout, zumal beim Gehen Stöcke zum Einsatz kommen. Dadurch werden zum einen die Gelenke, vor allem beim Abstieg, geschont, zum anderen auch Muskeln im Oberkörper beansprucht.

Als Belohnung darf beim Wandern auf Almhütten ohne schlechtes Gewissen geschlemmt werden. Hier gibt es frische Buttermilch, süße Krapfen oder eine deftige Jause mit urigem Bauernbrot, Butter, Schinken und Käse. Diese Köstlichkeiten schlagen nicht so deftig auf die Hüften, wie im Tal Kalorienbomben wie Kaiserschmarrn und Topfenknödel.

Stresskiller

Bergwandern stärkt nicht nur den Körper, es baut auch Stresshormone ab. Der Marsch in Gottes freier Natur ist geradezu ideal, um einen Ausgleich zum Alltag zu schaffen. Wanderer genießen die Stille der Bergwelt, die unberührte Natur, die prächtigen Gletscher, plätschernden Wasserfälle und kühnen schroffen Felsenwände. Sie leben im Hier und Jetzt. Die bewegungsintensive Meditation führt dazu, alles um sich herum anders wahrzunehmen, mit anderen Augen zu sehen, neue Eindrücke aufzusaugen und mit sich und der Welt ins Reine zu kommen. Das stärkt für den Alltag. 

Langsam und bewusst Gehen

Beim Bergwandern ist es nicht wichtig, Flachländer oder Bergprofi, jung oder alt zu sein. Jeder kann einen Gipfel erklimmen, ohne sich zu verausgaben. Auf den Weg nach oben zählt nur eins: langsam gehen, das richtige Schuhwerk an den Füßen, wetterfeste Kleidung, genügend Verpflegung, Wanderkarte im Rucksack und Stöcke in der Hand.
Es gilt, die Berge zu erleben und nicht zu bezwingen. Wie die Ausrüstung genau aussehen soll, entnehmen Sie der Bilderstrecke.

Wer dagegen zu schnell losgeht, hat bereits nach kurzer Zeit keine Kraft mehr. Der Akku ist leer und der Körper ausgeknockt. Herz und Kreislauf kommen nicht mehr so schnell in Schwung.
Zum ungeschriebenen Wandergesetz kommt noch ein Paragraf hinzu: Nach etwa einer Stunde Gehen muss man etwas essen und trinken. Wer wartet, bis der Hunger kommt, verbraucht zu viel Energie fürs Verdauen.

Bergunerfahrene sollten sich zudem nicht gleich zu viel zutrauen. Einführungskurse zum richtigen Gehen und kleine Wanderungen mit erfahrenen Bergführern zu Beginn – mehr braucht es in der Regel nicht, um problemlos einen Gipfel in 2500 Metern Höhe zu erreichen. Viele Orte in den Alpen bieten kostenlose Ganztageswanderungen, auch an Orten, fernab touristischen Treibens.

Neue Varianten

Einen neuen Wander-Trend gibt es für Hartgesottene und Fortgeschrittene: Speed-Hiking, das Gehen mit flottem Schritt. Speed-Hiker oder auch Schnell-Wanderer tummeln sich vorzugsweise im hochalpinen Gelände bis über 3000 Höhenmeter. Sie wandern mehrere Tage am Stück und übernachten in Berghütten. Fürs Speed-Hiking muss aber niemand ein Hochleistungssportler sein. Es geht vielmehr darum beim Gehen eigene Grenzen auszuloten, den Körper etwas abzuverlangen. Da beim Speed-Hiking in einem anderen Pulsbereich als beim langsamen Wandern gelaufen wird, sollten Anfänger in jedem Fall vorher einen Checkup beim Arzt machen. Ansonsten gilt auch hier: Eine gute Vorbereitung und Ausrüstung ist das A und O.

Eine weitere Möglichkeit auf den Gipfel zu kommen ist Bike & Hike. Kombiniert wird dabei Mountainbiking mit Wandern: Mit dem Bike geht es zur Hütte, zu Fuß zur Spitze.Wer diese Sportart ausübt, sollte in jedem Fall körperlich fit sein, Ausdauer und Fahrtechnick vorab gut trainieren.

sca/news.de

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