Oktoberfest So endet die Wiesn nicht im Fiasko

Ab morgen heißt es endlich wieder «Ozapft is'» und München lockt mit dem größten Volksfest der Welt. Damit der Besuch auf der Jubiläumswiesn in guter Erinnerung bleibt, gibt news.de ein paar Tipps.

Oktoberfest (Foto)
Die Wiesn ist eine «Pfunds Gaudi». Doch Vorsicht vor dem Gerstensaft der Bajuwaren, der während der Wiesn deutlich stärker ist. Bild: dpa

Alkohol

Was der Preuße jenseits des Weißwurst-Äquators als Bier kennt, ist dem Bayern sein «Manna». So süffig und lecker der Gerstensaft auf der Wiesn auch schmeckt, er hat es sprichwörtlich in sich: Wie bei allen Festbieren handelt es sich um ein stärkeres Gebräu als sonst. Das heißt: Mehr Stammwürze, mehr Alkohol. Auf der Wiesn gibt es Bier von sechs Münchner Brauereien im Ausschank. Wer die «Light-Version» will, ist mit Hacker-Pschorr beraten, das hat «nur» 5,8 Volumenprozent. Wer dagegen auf schnelle Betäubung setzt, sollte sich an die Hofbräu-Mass mit 6,3 Volumenprozent halten.

Wiesn-Sprüche: Crashkurs für Saupreißn

Aber Vorsicht: Selbst wenn das Bier stärker als sonst ist, man schmeckt den Alkohol nicht. Wer dazu im überhitzten und nach Sauerstoff lächzendem Wiesnzelt kräftig mitfeiert und den Durst nur mit der Hopfenkaltschale löscht, dem ist ein vorzeitiges Ende seines Wiesnbesuches prophezeit. Erinnerung? Fehlanzeige. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr verzeichneten die Rettungsorganisationen 759 «Bierleichen». Was so spaßig klingt, bezeichnet der Experte als Alkoholvergiftung. Und das muss doch nicht sein, oder?

Grundlage schaffen

Um ohne Reue zu saufen, setzt der geübte Trinker auf eine gute Grundlage. Der bayerische Ureinwohner bezeichnet dies als «broudln». Zu deutsch:ordentlich Kalorien in sich reinfuttern. Die Wiesn präsentiert sich als Mekka aller Kaloriensüchtigen. Um die Auswirkungen der Bierflut so lange wie möglich einzudämmen, empfehlen sich salzige und fettreiche Speisen. Der König unter den Dickmachern ist das halbe Brathendl, das mit rund 700 Kalorien einlädt, dicht gefolgt von Käsespätzle (690 Kalorien) und dem obligatorischen Schweinsbraten ohne Knödel und Blaukraut (520 Kalorien).

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Video: news.de

Wer viel Mineralien will, aber auf die Figur achtet, der hält sich am besten an die bayerische Salzstange im XXL-Format: die Laugenbrezn. In Kombination mit Radi (Rettich: 35 Kalorien) und Radieserl (Radieschen: 30 Kalorien) die figurfreundlichste Variante. Aber: Das Gemüse wirkt entwässernd, also muss das Häuserl, die Toilette, öfters aufgesucht werden.

Rauchverbot

Der Alkoholabsturz ist aber noch nicht gebannt. Durch das Rauchverbot erlebt der Schnupftabak – oder wie ihn der Bayer als «Schmei» bezeichnet – eine Renaissance. Jedoch eine, die zu hinterfragen ist. Denn der Schmalzler enthält neben Nikotin oft auch Menthol. Die Folge: Das erweitert die Bronchien und die Blutgefäße, das Nikotin geht schneller ins Blut. Gepaart mit der Wiesnmass eine Mischung, die reinhaut. Wer auf den Nikotinnachschub nicht verzichten will, nimmt entweder Nikotinpflaster mit oder raucht auf den zahlreichen Balkonen der Wiesnzelte. Im Biergarten aber umgeht man das Verbot am leichtesten.

Bakterien

Der Wiesnbesuch im Freien hat noch weitere Vorteile: frische Luft. Denn in den Zelten mieft es, trotz oder erst durch das Rauchverbot. Denn bisher hatte der Qualm einen Großteil der übel riechenden Düfte wie Schweiß oder Fäulnisbakterien übertüncht oder sogar gekillt. Manche Wirte setzen nun auf unsichtbare Bakterienkulturen, die für angenehmere Luftschwaden sorgen sollen. Diese kommen speziell bei den Schankstationen zum Einsatz.

Besuch mit Kindern

Das Oktoberfest gibt sich familienfreundlich. Das heißt aber auch, dass wegen den Menschenmassen – bis zu sieben Millionen Besucher werden geschätzt – aus Schutzgründen einige Verbote auferlegt sind. Kinder unter sechs Jahren dürfen nach 20 Uhr nicht mehr in die Bierzelte - auch nicht in Begleitung ihrer Eltern oder anderer Erwachsener. Der abendliche Wahnsinn ist für die kleinen Zwerge nicht geeignet.

Kinderwagen sind Sonntag bis Freitag von Wiesnbeginn bis 18 Uhr erlaubt. An Samstagen dürfen sie generell nicht auf das Festgelände, da das Risiko bei dem Gedränge zu groß ist. Davon ist aber sowieso abzuraten, da bei den vielen Wiesn-Besuchern kein Durchkommen mehr möglich ist, vor allem nicht mit einem Kinderwagen. Ein weiterer Tipp für einen Familientag auf der Wiesn ist eine auffällige Kleidung Ihrer Kinder, damit Sie diese in der Masse leicht wiederfinden können.

Apropos Finden: hier die wichtigsten Telefonnummern.

Fundbüro (Oktoberfest): (089) 233 30298 (Fax: -384)
Kinderfundstelle: (089) 233 30 296
Wiesn-Polizei: 110 / (089) 500 32 20
Sanitätsstation, Bayerisches Rotes Kreuz, Notruf: (089) 50 22 22 22

Übrigens: Der Krug, in dem das Bier serviert wird, ist und bleibt Eigentum des Bierzelts. Maßkrugdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt und die Sicherheitsleute haben auch stets ein Auge auf Gäste, die versuchen, den Krug mitzunehmen. Alleine im vergangenen Jahr wurden 145.000 Krüge vom Ordnungsdienst wieder eingesammelt. 

kat/news.de

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