Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Alle Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Das ist auch gar nicht teuer oder schwer. Mit liebevoller Zuwendung, Kuscheleinheiten und spielerischer Förderung können Mama und Papa den Kleinen den besten Bildungsstart ins Leben ermöglichen.
Dem Begriff Bildung haftet immer noch die Assoziation von rein schulischem Lernen an. Dabei sei Bildung schon lange vor dem ersten Klassenzimmer oder sogar den Bildungskonzepten der Kindergärten und Krippen für die Entwicklung von Kindern dringend notwendig, sagt Professor Astrid Kaiser. Die Erziehungswissenschaftlerin und Buchautorin meint damit nicht den Englischkurs für Säuglinge. Sie greift in ihrem Buch Das erste Babyjahr den Begriff Bildung viel weiter. Denn schließlich fangen die kleinen Erdenbürger bereits an ihrem ersten Tag an zu lernen, sich in der Welt zurechtzufinden. Und dabei können Eltern sie aktiv unterstützen.
Sich durch neugieriges Spiel entwickeln
«Die Entwicklung eines Babys ist keine Zauberei, sondern hängt davon ab, was dieser kleine Mensch für Erfahrungen macht», erklärt Kaiser. Die beiden entscheidenden Faktoren laut Kaiser: Menschliche Wärme und Anregungen der Umgebung. Sie ermöglichen dem Nachwuchs, durch neugieriges Spiel sich selbst auszubilden.
Man wisse inzwischen: Je jünger ein Kind ist, desto mehr lerne es. Deshalb dürften die Säuglingsjahre nicht ausgeklammert werden. Die spätere Intelligenz werde innerhalb der ersten vier Lebensjahre festgelegt. Im Alter von drei bis 14 Monaten bilden sich die meisten Verbindungen im Gehirn heraus. Somit ist eine stabile Grundsteinlegung vom ersten Tag an ein gutes Fundament, um später viel leichter zu lernen.
Es muss klar sein, dass das Ziel nicht sein kann, dass der kleine Liebling mit drei Jahren schon Friedrich Schillers «Glocke» rezitieren kann oder bereits Anwärter für den grünen Gürtel im Karateverein ist. Bildung sei in dem Alter viel mehr Persönlichkeitsbildung. Der spielerische Selbstbildungsdrang des Kindes darf nicht durch Druck oder Stress kaputt gemacht werden. Das Kind dürfe nicht zum Objekt elterlichen Ehrgeizes werden, betont Kaiser.
Die Erziehungswissenschaftlerin zählt vier Bildungsziele für das erste Lebensjahr auf. Erstens: emotionale Stabilität, bestehend unter anderem aus Vertrauen, Lernmotivation, Sicherheit und Frustrationstoleranz. Zweitens: Soziale Kompetenz, die sich dadurch auszeichnet, dass die Kleinen andere Personen wahrnehmen können, eine intensive Beziehung zu Hauptbezugspersonen aufbauen und mit ihnen kommunizieren. Drittens: motorische Kompetenz. Dazu gehören im ersten Jahr Greifen, sich seitwärts und vorwärts bewegen sowie sich selbstständig aufzurichten. Der vierte Aspekt, der gefördert werden sollte: Wahrnehmungsfähigkeit. Diese zeichnet sich durch die Ausbildung der fünf Sinne – Sehen, Hören, Tasten, Schmecken, Riechen – aus.
Entwicklung in keinen Kalender pressen
Zwar bieten zahlreiche Ratgebern und Lehrbücher Entwicklungskalender an, die Auskunft darüber geben, zu welchem Zeitpunkt ein Kind welche Fertigkeit, wie etwa das Laufen, das erste Wort, den Pinzettengriff oder das sitzende Spiel, gemeistert haben sollte. Daran sollte man sich auf gar keinen Fall klammern und das Kind in diesen Zeitplan drängen, warnt Kaiser. Denn jeder Mensch habe seinen ganz eigenen, individuellen Entwicklungsablauf. Lediglich Tendenzen ließen sich ablesen.
Kaiser ist sich sicher, dass die meisten Eltern ihr Kind instinktiv richtig fördern. Etwa dadurch, dass sie ihm liebevoll und aufmunternd zulächeln, mit ihm schmusen und reden, kleine spielerische Anregungen geben und Liedchen singen. Die meisten erkennen durch genaues Beobachten, wie weit der Nachwuchs gerade entwickelt ist und was er unbedingt als nächstes lernen möchte.
Baby nicht überreizen
So helfen etwa interessante bunte Spielzeuge, die minimal außer Reichweite des Babys auf die Krabbeldecke gelegt werden, um den Bewegungsdrang und damit das Krabbeln und spätere Laufen zu fördern. Das Kind wird in seinem Wunsch, das Spielzeug oder den Kochlöffel oder die Hand der Mama zu erreichen, selbst Bemühungen unternehmen und mit Armen und Beinen experimentieren. Das dürfe aber nicht in Trainingsstunden ausarten oder von zu vielen Anregungen und Reizen überfrachtet werden. Denn: Sonst ist das Kind überfordert und verliert seine Neugier.
In unserer Bilderstrecke finden sie einige der Anregungen von Professor Astrid Kaiser zur Förderung der Kleinen und tendenzielle Entwicklungsschritte, die das Kind in den ersten zwölf Lebensmonaten durchmacht.
Lesetipp: Astrid Kaiser, Das erste Babyjahr, Humboldt, 2010, 208 Seiten, 9,95 Euro.
sca/reu/news.de
Wenn in den Genen nichts besseres fetgelegt ist, dann bleibt Dumm immer Dumm.
jetzt antwortenKommentar meldenEin Kind wird zum Genie, wenn die Eltern Genies sind und dafür sorgen (können), dass ihr Kind nicht in die falschen Hände gerät. Der erste Teil des Satzes betrifft die vorhandenen Proteine, die genetisch weiter gereicht werden. Der zweite die Umwelt, die durch Nichtgenies bestimmt wird. Diese Umwelt lässt nur ihresgleichen zu. Eine Umwelt mit Kultur jedoch anerkennt und fördert Genies. Und beides ist das gegenwärtige Dilemma: Das Genie wir gekrümmt und den Krümmungsgrad bestimmt die Umwelt. RAGNAROEKR fordert: Freiheit für Eliten. Die Elitenbildung sei die Leitkultur der Deutschen.
jetzt antwortenKommentar melden