Seelenstreichler aus der Natur
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Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Artikel vom 10.09.2010
Schulmedizinische Keulen müssen nicht sein, wenn depressive Wolken über mehrere Wochen den Alltag verdunkeln. Stattdessen gibt es einige alternative Heilmittel und Therapieformen aus der Natur. News.de stellt die wirksamsten Selbsthilfen vor.
Die Vorteile der alternativen Heilmittel: Betroffene können sich selbst therapieren. Die natürlichen Wirkstoffe haben sehr selten Nebenwirkungen. Und: Die Gefahr von Abhängigkeit ist im Gegensatz zum synthetischen Pendant ausgeschlossen. Rund 65 Prozent der Bevölkerung greifen bei Wehwehchen und seelischen Leiden zu Naturheilmitteln.
Mit Depressionen einher gehen Schlafstörungen und nervöse Erschöpfung, die sich in unterschiedlichsten Formen äußern kann. Auch wenn Heilpflanzen, alternative Heilmethoden wie etwa die klassische Homöophatie oder eine Umstellung des Lebenswandels und der Ernährung bei vielen schon eine deutliche Verbesserung bringen können, gibt es durchaus schwere Krankheitsbilder, die nur mit Hilfe eines Experten, etwa durch begleitende Psychotherapie, in den Griff zu bekommen sind.
Ein großes Problem der Selbsttherapie sei, so räumt allerdings der Psychologe Dr. Günter Harnisch ein, der Naturheilmittel für seinen Ratgeber Alternative Heilmittel für die Seele zusammengetragen hat, dass die Selbstdiagnose schwierig ist. Denn gerade bei seelischem Leiden sei es sehr schwer, sich selbst einen ehrlichen Spiegel vorzuhalten und zu einer korrekten Diagnose – und in der Folge dann passenden Therapie – zu kommen.
Hinzu komme, dass Depression eine Krankheit sei, die ein ungewöhnlich vielschichtiges Erscheinungsbild zeige. Vereinfacht versteht man darunter einen Gefühlszustand, der von Traurigkeit, Schuldgefühlen, Sorge und niedrigem Selbstwertgefühl geprägt ist. Gründe können genetische Veranlagung, Schicksalsschläge oder die Persönlichkeit sein. Aber auch Medikamente, Krankheiten wie Multiple Sklerose, hormonelle Umstellungen – etwa wie bei der Wochenbettdepression Viele Frauen leiden direkt nach der Geburt ihres Kindes an Depressionen. Ein wichtiger Auslöser ist die massive hormonelle Umstellung, die die Schwangerschaft beendet. Hinzukommen können der körperliche Stress der Geburt sowie die Umstellung des Tagesrhythmus mit Ankunft des Kindes. Auch die Angst davor, der Verantwortung nicht gewachsen zu sein, spielt oft eine große Rolle. In manchen Fällen lässt die Wochenbettdepression, die auch als Baby Blues bezeichnet wird, nach kurzer Zeit wieder nach. Doch ab und an kann sie sich auch über Monate hinziehen. – sowie eine ungünstige Ernährung oder Stress können depressive Phasen im Leben hervorrufen.
Wenn eine depressive Verstimmung einen für mehr als 14 Tage zu Boden drückt und die Lebensfreude raubt, kann man es erst mal mit einigen Pflanzen und Vitalstoffen probieren, um die dunklen Wolken zu vertreiben. Diese Naturheilmittel brauchen aber oft ein paar Wochen, bevor sie richtig anschlagen. Nur bei wenigen – etwa bei Baldrian gegen Schlafstörungen – setzt die Wirkung sofort ein. Dafür ist die Behandlung oft nachhaltiger und sanfter als bei synthetischen Tabletten.
Nicht nur die Einnahme von Tinkturen, Nahrungsergänzungen, Tees oder Kapseln hilft, um eine Depression wieder in den Griff zu bekommen. Auch Änderungen im Alltag und Lebenswandel sind oft unumgänglich, wenn das Seelentief dauerhaft verschwinden soll. So rät Hanisch etwa zu Mut zur Gelassenheit und Langsamkeit und Fünfe einfach mal gerade sein zu lassen, um sich von Depression förderndem Stress zu befreien.
Auszeiten, Bewegung an der frischen Luft, Geduld mit sich selbst sowie unter Umständen ein geänderter Speiseplan, der stimmungsaufhellende Lebensmittel wie etwa Bananen oder Müsli berücksichtigt, gehören zum neuen Alltag ebenfalls dazu. Ganz wichtig: Positive Gedanken. Denn sonst ist ein Sog zurück in die Traurigkeit vorprogrammiert. Wem diese Ratschläge von Harnisch zu schwammig erscheinen, kann versuchen, seinem Leben durch gezielte Meditation oder autogenes Training Struktur und Ruhe zu verleihen.
Dr. Günter Harnisch: Alternative Heilmittel für die Seele, Schlüterscher Verlag, 2010, 176 Seiten, 14,95 Euro.
Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie kleinere Probleme auch ohne Arzt bewältigen.
sca/reu/news.de
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