Mo., 13.02.12

Telefonaktion Keuchhusten ist kein Kinderkram

Artikel vom 08.09.2010

Genau wie einige Irrtümer über den «100-Tage-Husten» hält sich der Keuchhusten hartnäckig. So glauben viele, dass sich nur Kinder anstecken und Impfungen zeitlebens vor Neuansteckung schützen. Bei der news.de-Telefonaktion klären Experten auf.

Entgegen weitverbreiteten Glaubens macht der Erreger des Keuchhustens keinen Unterschied zwischen alt und jung. Und: Er kann immer wieder erneut zuschlagen. Die Folgen der vielen Irrtümer rund um den Keuchhusten können besonders für Säuglinge dramatisch sein. Denn Eltern, Großeltern oder ältere Geschwister können sie unwissentlich anstecken. Doch es gibt einen wirkungsvollen Schutz gegen Keuchhusten.

Erkältung oder Keuchhusten?

Herbstzeit ist Hustenzeit – doch ob es sich um einen einfachen Erkältungshusten oder um Keuchhusten handelt, ist nicht so leicht erkennbar. Eine eindeutige Diagnose ist je nach Alter und Stadium der Infektion aufwendig und schwierig. Besonders zu Beginn einer Keuchhustenerkrankung ist der Husten oft nur leicht und tritt häufig zusammen mit einem Schnupfen auf. Erst im Anschluss beginnen die heftigen Hustenattacken, die der Krankheit ihren Namen geben. Bis die Erkrankung überstanden ist, vergehen nicht selten drei bis vier Monate. Je früher Betroffene einen Arzt aufsuchen, desto schneller kann dieser mit einer Antibiotika-Behandlung beginnen, um die Dauer der Beschwerden zu verkürzen.

Impfschutz hält nicht ewig

Den wirkungsvollsten Schutz vor Keuchhusten bieten Impfungen. Die meisten Kinder sind vor Keuchhusten geschützt. Aber ein Pieks bietet keine lebenslange Sicherheit. Denn der Impfschutz hält nur etwa fünf bis zehn Jahre. Danach ist eine Auffrischung der Impfung nötig, um weiterhin einer Keuchhustenerkrankung vorzubeugen.

In Deutschland fehlt Jugendlichen und Erwachsenen häufig eine nötige Auffrischimpfung. Die Folge: Sie können selbst an Keuchhusten erkranken – und auch Säuglinge ohne Impfschutz anstecken.

Die Impfung kann mit Kombinationsimpfstoffen erfolgen, die zusätzlich zu Keuchhusten auch gegen Tetanus[/tt], Diphtherie und – bei entsprechender Indikation – [tt=Kinderlähmung (Polio) ist eine akute fieberhafte Virusinfektion. Der Erreger befällt bevorzugt die motorischen Nervenzellen im Rückenmark. Diese sind für die Kontrolle der Muskulatur zuständig. Bei einer Polio-Erkrankung kann es zu bleibenden Lähmungen verschiedener Körperteile kommen. ]PolioDie Diphtherie ist eine akute, manchmal lebensbedrohliche Infektionserkrankung, die zu Herzmuskelentzündungen, Lähmungen und Schäden in Leber und Niere führen kann. schützen. Wie stark das Ansteckungsrisiko ungeimpfter Personen im Erwachsenenalter unterschätzt wird, zeigt die Statistik: Rund 110.000 Erwachsene erkranken hierzulande jedes Jahr erstmalig oder erneut an Keuchhusten.

Kostenfreier Expertenrat am Telefon

Wie lange hält der Impfschutz gegen Keuchhusten vor? Wie stelle ich fest, ob ich einen ausreichenden Schutz gegen Keuchhusten habe? Wer übernimmt die Kosten für eine Impfung? Welche Symptome deuten auf eine Keuchhusten-Infektion hin? Sind Säuglinge gegen eine Ansteckung durch den Nestschutz gefeit?

Diese und alle weiteren Fragen zum Thema Keuchhusten beantworten Experten bei der news.de-Telefonaktion. Die kostenlose Telefonsprechstunde findet am Donnerstag, 9. September, von 10 bis 17 Uhr unter der Rufnummer (0800) 5332211 statt.

Die Experten am Telefon: Professor Klaus Wahle, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin, Hausarzt und Mitglied der Ständigen Impfkommission am Berliner Robert Koch-Institut (STIKO); Dr. Michael Albrecht; Facharzt für Allgemeinmedizin aus Köln und Dr. Michael Feld; Facharzt für Allgemeinmedizin aus Frechen-Königsdorf.

kat/sca/news.de/pr.nrw
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URL : http://www.news.de/gesundheit/855071988/keuchhusten-ist-kein-kinderkram/1/
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