Keratosis pilaris: Menschliche Reibeisen

Haut zeigen - für Betroffene mit Reibeisenhaut ein schwer erfüllbarer Wunsch. Statt samtweich fühlen sich ihre Arme und Beine wie Sandpapier an. News.de zeigt, wie Sie an der Haut feilen können.

Reibeisenhaut ist für Betroffene eine hohe, ästethische Belastung. Die Ursache dafür kann bis dato nicht behoben werden. Bild: news.de/ iStockphoto (Montage)

Was steckt dahinter?

Dass sich die Haut rau und trocken – zuweilen auch schuppig – anfühlt, liegt an harten, kegelförmigen Knötchen aus Hornhaut, die die Haarwurzeln umhüllen. Diese sind so groß wie der Kopf einer Stecknadel, hautfarben oder manchmal auch rot. Vorwiegend zeigen sich die Verkrustungen an Oberschenkeln und Oberarmen. Betroffen sind in erster Linie in der Pubertät steckende Mädchen und junge Frauen.

Was sind die Ursachen?

Schuld am menschlichen Schleifpapier, was als Keratosis pilaris bezeichnet wird, sind die Gene: Die Hornbildung der Haut ist gestört. Zwar stufen Mediziner diesen Defekt nicht als Krankheit ein – den Betroffenen hilft das aber nur wenig. Denn die Ursache lässt sich bisher nicht beheben. Auch der Wunsch nach einer Behandlung, die sicher und andauernd Erfolg bringt, bleibt bis dato unerfüllt. Einziger schwacher Trost: Die Zeit heilt sprichwörtlich alle Wunden, denn mit den Jahren schwächen sich die Hornhautkegeln in der Anzahl und Struktur ab.

FOTOS: Hilfe ohne Arztbesuch Die Wehwehchen-Praxis

Was können Betroffene dennoch dagegen tun?

Das Zauberformel lautet: regelmäßige und sorgsame Pflege. Nur damit lässt sich die raue Haut bis zu einem gewissen Grad glätten. In der Regel sorgen Peelings dafür, dass sich die Poren öffnen und die Hornhautverkrustungen sanft weggerieben werden. Es gibt zwei Arten der Anwendung. Entweder wird ein Peeling verwendet, mit dem man die Haut einreibt. Oder man achtet zusätzlich auf die Inhaltsstoffe im Produkt. Hierfür empfehlen Apotheker Peelings mit Fruchtsäuren, Milchsäure oder Salicylsäure, die den Hornpartikel zusätzlich an den Kragen gehen. Die kleine Schönheits-OP sollte mindestens einmal pro Woche durchgeführt werden.

Damit die Haut aber auch danach glatt und geschmeidig bleibt, braucht sie Feuchtigkeit und Fett, die für die Regeneration besonders wichtig sind. Hierfür bieten sich besonders Lotionen mit Harnstoff an, der die Feuchtigkeit bindet. Noch ein Vorteil: Harnstoff löst – in hohen Konzentrationen - zusätzlich die Hornhautplättchen.

Zudem verhindert der Fettanteil in den verwendeten Produkten, dass die Feuchtigkeit aus der Haut verdunstet, da sich nämlich ein dünner Schmierfilm auf der Haut bildet. Das sorgt auch dafür, dass selbst die Hornhautkrusten, die das vorangegangene Peeling überlebt haben, geschmeidig bleiben. 

Um optimalen Erfolg zu erzielen, sollten die Betroffenen eine Intensivpflege machen. Beispiel: Die Creme auf die harten Stellen reiben und über Nacht einwirken lassen. Dabei wird die Wirkung verstärkt, wenn die Körperpartien mit Frischhaltefolie zugedeckt werden. Positive Nebenerscheinung: Das Bett bleibt sauber.

Die Feuchtigkeit muss aber nicht nur von außen kommen, auch von innen. Das heißt: Ausreichend Wasser oder Schorlen trinken – zwei Liter am Tag sollten es schon sein. Auch wenn sich die Betroffenen nicht so recht in die Sonne trauen und damit Haut zeigen wollen, so sollten sie es tun: Denn die Sonnenstrahlen und die damit verbundene Produktion von Vitamin D stärkt die Haut.

Haben Sie eine Folge unserer Serie verpasst, die kleine Probleme auch ohne einen Arztbesuch lösen kann? Kein Problem: Alle Texte können auch nachträglich im Dossier «Wehwehchen-Praxis» gelesen werden.

ham/news.de

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