Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Die schwarz-gelbe Koalition will schwerstkranken Patienten den Zugang zu Medikamenten auf Cannabis-Basis erleichtern. Richtig so. Warum aber hat das so lange gedauert?
Die Regierung ist ja für Überraschungen gut. Dieses Mal sind es positive. Die Absicht, Cannabis-Medikamente auf Rezept zuzulassen, lässt all die Patienten aufatmen, die nicht nur in ihrer Schmerztherapie einen langen und steinigen Weg hinter sich hatten.
Mit jeder Tablette bewegten sie sich am Rande der Realität. Von den Kosten ganz zu schweigen, die die Betroffenen selbst tragen müssen. Mit dem Vorstoß der Koalition wächst nun die Hoffnung auf Besserung. Dabei hätte das Problem schon vor zwei Jahren gelöst werden können.
Doch damals lehnten Union, FDP und SPD den Gesetzesantrag der Grünen mit großer Mehrheit ab. Die Angst vor der Neuauflage einer bekifften 68er-Generation ließ sie anscheinend nicht los. Sie beschwörten mit der möglichen Legalisierung der Medikamente eine drohende Suchtgefahr herauf.
Mitnichten: Diese Medikamente, die rein künstlich hergestellt werden, bilden für schwerstkranke Patienten die einzige Therapie, die anschlägt und lindert. Das hat nichts damit zu tun, Joints zu drehen oder gar davon abhängig zu werden. Es geht Wirkstoffe, die die Nebenwirkungen von Krankheiten mildern und für eine gewisse Zeit vergessen lassen.
Zwei Jahre später hat das auch Schwarz-Gelb kapiert. Was bleibt, ist der fade Beigeschmack, dass die Parteien den Betroffenen zwei Jahre mehr Scherereien, Gerichtsverhandlungen und Kosten verursacht haben als eigentlich notwendig.
cvd/news.de