Die Deutschen sind zu dick und bewegen sich zu wenig. In einer vorgestellten Studie der Deutschen Krankenversicherung (DKV) gaben rund vierzig Prozent der Befragten an, praktisch nie länger als zehn Minuten am Tag körperlich aktiv zu sein.
Sorgen bereiten den Wissenschaftlern des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln, die die Studie verantworten, vor allem die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen. Sie leben den Angaben zufolge deutlich ungesünder als ältere Menschen, weil sie sich weniger bewegen, einseitiger essen, dafür aber mehr rauchen und häufiger Stress ausgesetzt sind. «Das ist eine tickende Zeitbombe», sagte Studienleiter Ingo Froböse von der Kölner Sporthochschule.
Der Sportwissenschaftler riet, den Körper häufiger größeren Belastungen auszusetzen, die mindestens zehn Minuten dauern. «Der Organismus braucht ab und zu mal einen richtigen Kick, um das Herz-Kreislauf-System zu aktivieren und die Muskulatur zu trainieren», sagte Froböse.
Neben der mangelnden Bewegung stellten die Forscher auch fest, dass sich nur jeder zweite der Befragten gesund ernährt. An die Regel, fünf Mal am Tag Obst und Gemüse zu essen, halten sich beispielsweise nur 14 Prozent der Frauen und nicht einmal zehn Prozent der Männer. Je jünger die Befragten waren, desto seltener gaben sie an, Obst und Gemüse zu essen. «Essen und Trimmen - beides muss stimmen. Das ist banal, aber so ist es», sagte Studienleiter Froböse.
Nur 14 Prozent «rundum gesund»
Nach einem Index, den die Wissenschaftler aus Angaben zu körperlichen Aktivitäten, der Ernährung, den Rauch- und Trinkgewohnheiten sowie dem Stressempfinden ermittelten, gelten nur 14 Prozent der 2500 Befragten als «rundum gesund». Bei den unter 30-Jährigen liegt der Anteil nur bei sieben Prozent. Am besten schnitten die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns ab, Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt.
Angesichts der schlechten Ergebnisse gerade junger Erwachsener forderte Froböse, Prävention und Aufklärung zu verbessern. «Wir haben da einen großen Nachholbedarf, weil wir offensichtlich nur die älteren Menschen erreichen und die Jüngeren das Thema für sich überhaupt noch nicht erschlossen haben.»
Der DKV-Vorsitzende Günter Dibber forderte, bestehende Projekte zu einer nationale Gesundheitsstrategie zu vernetzen. Ein «Gesundheitsrat» könnte die Aktivitäten koordinieren. «Es geht nicht um Verbote, sondern um Anreize für mehr Bewegung und ein gesünderes Leben. Angefangen bei der Stadt- und Raumplanung über die Sozial- und Verkehrspolitik bis hin zu Schulen und Kindergärten», sagte Dibbern.
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