Neuer Wirkstoff hemmt Verbreitung
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US-Mediziner haben eine wirksamere Therapie für Hepatitis-C-Patienten nun auch in Studien mit Menschen erfolgreich getestet. Wie die Forscher mitteilten, hatten die Probanden eine doppelt so hohe Heilungschance wie bei der Standardmedikation.
Es handelt sich dabei um den Wirkstoff Boceprevir, der das Virus daran hindert, sich zu vermehren. Dessen Einsatz sei ein großer Schritt hin zu einer besseren Bekämpfung der Infektionskrankheit, gegen die es bislang keine Impfung gibt, erklären die Forscher von der Indiana University in Indianapolis.
Etwa 170 Millionen Menschen leiden weltweit an einer chronischen Hepatitis-C-Erkrankung, in Deutschland sind es rund 500.000 Patienten. Aufgrund der geringen Anzahl der Symptome nehmen Infizierte die Krankheit zunächst oft lediglich als grippalen Infekt wahr. Im Endstadium führt Hepatitis C etwa bei einem Viertel der Erkrankten zu einer Leberzirrhose – der häufigsten Ursache für eine Lebertransplantation. Die bisherige Standardtherapie hat einen entscheidenden Nachteil: Bei weniger als der Hälfte der Patienten schlagen die Medikamente an.
Das Team um Paul Kwo hat die neue Kombi-Therapie mit dem Wirkstoff Boceprevir klinisch getestet. Dabei untersuchten die Mediziner fast 600 Patienten aus den USA, Kanada und Europa, die mit dem Hepatitis C-Virus infiziert waren und noch keine Therapie begonnen hatten.
Das Grundprinzip von Boceprevir: Der Wirkstoff hemmt bestimmte Enzyme, die die Ausbreitung der Hepatitis-C-Viren ermöglichen. Die sogenannten Protease-Blocker werden beispielsweise auch bei HIV-Infizierten erfolgreich eingesetzt.
Für ihre Studie verabreichten die Forscher verschiedenen Patienten-Gruppen neben den Standardwirkstoffen auch unterschiedliche Mengen Boceprevir. Anschließend untersuchten sie die Wirksamkeit der Therapie. Mit positivem Ergebnis: 75 Prozent der Patienten, die 44 Wochen lang Boceprevir erhalten hatten, waren auch 24 Wochen nach Ende der Therapie noch virusfrei und galten somit als geheilt. Damit sprachen fast doppelt so viele Patienten auf die Therapie an wie bei der Vergleichsgruppe: Hier konnte nur in 38 Prozent der Fälle ein Behandlungserfolg verzeichnet werden.
sca/ham/news.de/ddp
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