Sa., 26.05.12

Juckende Urlaubsgrüße 06.08.2010 Fiese Pilze von süßen Katzen

Katzen als Überträger (Foto)
Streunende Katzen in Urlaubsländern wie Spanien oder Griechenland übertragen gefährliche Pilzsporen, die beim menschen zum Haarausfall führen.  Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder

Ein anfängliches Jucken, später fallen die Haare aus und die Behandlung dauert Monate: Die gefährlichste Pilzinfektion im Urlaub ist nicht etwa die am Fuß oder in der Scheide, sondern solche, die durch Katzen übertragen werden.

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Die Vorfreude auf den Urlaub ist ungemein. Umso schöner, wenn man gut erholt aus den sonnigen Ländern zurück kommt. Doch die schönen Erinnerungen verblassen nach der Heimkehr, wenn sich unliebsame Souvenirs auf der Haut bemerkbar machen: Pilzinfektionen.

Damit beschäftigt sich Professor Hans-Jürgen Tietz: Der Pilzforscher leitete 13 Jahre lang die Klinik Mykologie an der Berliner Charite. Seit sechs Jahren ist er Chef am Institut für Pilzkrankheiten in der Hauptstadt. «Bei Pilzinfektionen gibt es noch deutlichen Bedarf an Aufklärung», erklärt der Professor. Denn: «Fußpilz kann man sich auch in Deutschland an jeder Ecke holen. Da muss man nicht wegfahren, um sich damit anzustecken. Viel wichtiger ist es in heißen Ländern, die Finger von streunenden Katzen zu lassen», appelliert Tietz.

Seinen Umfragen unter Hautärzten und den daraus resultierenden Berechnungen zufolge, kommen rund 10.000 Deutsche mit Hautpilzen aus dem Urlaub zurück. «Es gibt aber eine hohe Dunkelziffer, denn die Infektionen sind nicht meldepflichtig», betont Tietz. Die am schwierigsten zu behandelnden Sporen werden von niedlichen Katzen übertragen.

«Es ist der Microsporum Carnis, der wie der Name schon sagt, erstmals bei Hunden gefunden wurde. Doch in Ländern wie Spanien, Griechenland und Italien sind die Sporen in 95 Prozent aller Fälle auf streunenden Katzen zu finden», erklärt der Experte. Besonders Kinder seien gefährdet, da sie die Vierbeiner am liebsten streicheln und sich dabei anstecken.

Kreisrunde Rötungen in der Größe einer Euro-Münze

Mit fatalen Folgen: Innerhalb von maximal zehn Tagen bilden sich auf der Haut mehrfach kreisrunde Rötungen in der Größe einer Euro-Münze. «Die Sporen wandern unbehandelt über den ganzen Körper bis hin zum Kopf und führen zum Haarausfall», sagt der Professor. Er habe Erfahrungen von Dermatologen gesammelt, bei denen die Eltern samt Kindern erst an Weihnachten die Praxen aufsuchten, um sich die kahlen Kopfstellen erklären zu lassen, obwohl der Urlaub schon im Sommer war.

«Dabei ist die Vorbeugung so einfach», weiß Tietz. Nach jedem Kontakt mit den Tieren sollte man sich die Hände gründlich waschen. Zudem darf seiner Meinung nach eine Antipilzcreme in keiner Reiseapotheke nicht fehlen. Denn Produkte wie Canisten kosten bis zu zwölf Euro und reichen für die gesamte Urlaubsdauer.

Ganz wichtig: «Man muss die Mittel in Deutschland besorgen, weil es sie in den Urlaubsländern nicht gibt – nicht einmal in Holland», rät der Pilzexperte. Nach dem Urlaub sollte zudem gleich ein Hautarzt die juckenden Stellen unter die Lupe nehmen.

Jeder zweite Deutsche über 65 hat Nagelpilz

Das gilt nicht nur für den «Katzenpilz». Mit derlei Mitteln lassen sich auch die Sporen an Fuß oder Nagel wirksam bekämpfen. Tietz räumt dabei mit einem weiteren Vorurteil auf, nämlich dass die billigen Absteigen die Pilzschleudern sind. Er weiß: «Je teurer, desto gefährlicher ist es, sich zu infizieren.»

Denn: Rentner oder Menschen über 65 Jahren reisen am liebsten und lassen sich den Urlaub was kosten. Da aber jeder zweite Deutsche Tietz zufolge schon einen Nagelpilz hat, sind die Teppichböden der Hotels oder die Wirlpools auf den Kreuzfahrtschiffen dieser Welt voll von Sporen.

Um das Risiko von Pilzinfektionen so gering wie möglich zu halten, empfiehlt der Forscher: Immer mit Badeschlappen bis zum Beckenrand des Pools, nie barfuß auf Teppichböden in Hotels gehen und immer ein Antipilzmittel in der Reiseapotheke haben.

ham/news.de
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Alexa Rostoska
  • Kommentar 2
  • 28.10.2010 13:14
 

Clotrimazol ist das Pilzmedikament - auch im Canesten. Das gibt es im Ausland meist billiger als in Deutschland: in Salben - und in Sprayform.Wenn man im Ausland mit der Packung oder dem Beipackzettel zur Apotheke geht, dann kann der Apotheker das Medikament gemäß der Zusammensetzung finden, denn wie es im jeweiligen Land heißt, läßt sich sonst nur schwierig herausfinden.Fast alle Medikamente sind im Ausland billiger: Vitaminpräparate wie auch das viel genutzte Voltaren, das Diclophenac, kosten nur ein Bruchteil anderswo.

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  • rainerba
  • Kommentar 1
  • 08.08.2010 23:20
 

Nach 20 Jahren Canesten einstreichen (was immer nur vorübergehend half) kam die Super-Lösung durch radikalen Verzicht auf weißen Zucker (Rohrzucker oder Honig ist ok.). "Auf das Milieu kommt es an, nicht auf die Erreger" gemäß dem späten Pasteur und Pettenkofer, der sogar vor seinen Studenten Cholerabakterien trank und nicht erkrankte.

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