Sa., 26.05.12

Migräne 23.07.2010 Therapien gegen das Gewitter im Kopf

Migräne (Foto)
Migräne ist nicht heil-, dafür aber therapierbar - wenn man die richtige Methode für sich entdeckt hat. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder

Mehr als acht Millionen Deutsche leiden an Migräne, zwei Drittel davon sind Frauen. Die Volkskrankheit lässt sich nicht heilen, ist aber gut zu behandeln – wenn die Therapie stimmt. News.de zeigt die verschiedenen Methoden.

Textbasar beta Migräne Therapien gegen das Gewitter im Kopf Ich will diesen Text kostenlos für meine Webseite

Trotz vielfältiger Therapieformen sind die Betroffenen oft falsch versorgt, wie Professor Andreas Straube, Leiter der Forschungsgruppe Kopfschmerz von der Universität München der Apotheken-Umschau erklärt. «Zwar lassen sich 80 Prozent der Migränepatienten gut behandeln. Doch bei den übrigen treten die Anfälle trotz Akutbehandlung mit der Zeit immer häufiger auf», so Straube. «In diesem Fall führt an einer Prophylaxe kein Weg vorbei.»

Im Folgenden werden die Therapiemethoden genauer unter die Lupe genommen.

Akuttherapie

Bei leichten Migräneattacken empfehlen die Experten der Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), so früh wie möglich hoch dosierte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen einzunehmen.

Nachteil: Begleiterscheinungen der Migräne wie Übelkeit und Schwindel werden dadurch nicht gemildert. Außerdem: Die Selbstmedikation mit rezeptfreien Schmerzmitteln kann neue Attacken auslösen.

Empfehlung: Apotheker raten, die Tabletten nicht öfter als an zehn Tagen im Monat oder drei Tage hintereinander zu schlucken – sonst droht der Schmerzmittel-Kopfschmerz.

Therapie mit Triptane

Anders als Medikamente wie Aspirin und Co. wirken Präparate aus der Gruppe der Triptane auch bei schweren Migräneanfällen. Sie verengen die Blutgefäße im Kopf, was dazu führt, dass der Schmerz nachlässt.

Vorteil:  Triptane lindern auch Übelkeit und Schwindel-Attacken.

Nachteil: Sie beeinflussen auch andere Blutgefäße im Körper, sodass Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einer großen Gefahr ausgesetzt werden und die Medikamente daher nicht nehmen dürfen. Außerdem: Nicht jeder Arzt verschreibt die Medikamente wegen der hohen Kosten.

Chirurgischer Eingriff

Es gibt ein neues Verfahren, bei dem operativ ein Gesichtsmuskel an der Nasenwurzel durchtrennt wird: die sogenannte Corrugator-Chirurgie.

Nachteil: Die DMKG rät dringend von dem Eingriff ab. Es gebe zwar eine Studie, die den Erfolg dokumentiert, der aber keine wissenschaftliche Basis zugrunde liegt. Außerdem besteht die Behandlung aus einer verstümmelnden, nicht reversiblen Entfernung eines Gesichtsmuskels. Das könne neben chronischen Schmerzen auch zu Veränderungen der Mimik führen.

Botox

Die einen wollen besser aussehen, die anderen wollen sich mit Botox die Schmerzen wegspritzen. Das lähmende Bakteriengift soll, wenn es in die Kopf-, Gesichts- und Nackenmuskulatur injiziert ist, vor allem bei Patienten mit chronischer Migräne wirken.

Nachteil: Trotz Wirkung sehr teuer.

Entspannungsverfahren

Um die Muskeln zu bearbeiten, muss man sie nicht gleich lähmen. Jeder Migränepatient sollte eine Entspannungstechnik erlernen, etwa Yoga oder autogenes Training. Schmerzen führen auf Dauer unbewusst zu Muskelverspannungen, die den Kopfschmerz verschlimmern.

Bei der Progressiven Muskel-Entspannung nach Jacobson werden einzelne Muskelgruppen in einer bestimmten Reihenfolge zuerst angespannt und dann wieder entspannt. Liegend oder in einer entspannten Sitzposition ballt man zum Beispiel erst die Fäuste, presst den Kiefer fest zusammen oder runzelt die Stirn. In der Entspannungsphase horcht man in sich hinein und spürt, ob diese Muskeln vorher unbemerkt angespannt waren. Studien zufolge kann das Verfahren die Zahl der Attacken um bis zu 45 Prozent verringern.

Informationen zur Technik gibt es bei Krankenkassen, über die Kassenärztliche Vereinigung oder in Volkshochschulen.

Konkordanztherapie

Es handelt sich dabei um ein für Migränepatienten entwickeltes Verhaltenstraining, das Betroffenen hilft, ihre Körpersignale in schwierigen Situationen besser wahrzunehmen. Sie lernen, ihre Gefühle offen auszudrücken, statt diese in sich hineinzufressen.

Vorteil: Die Therapiekosten tragen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen.

Ein zusätzliche, vielversprechende Form ist das Biofeedback. 

Alternative Linderung

Magnesium: Schnell, einfach und preiswert zu bekommen. Wer täglich 600 Milligramm dieses Minerals einnimmt, verringert laut wissenschaftlichen Studien die Attackenhäufigkeit der Migräne um 25 Prozent.

Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie kleinere Probleme auch ohne Arzt bewältigen.

ham/reu/news.de
Leserkommentare (4) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Renate Kressr
  • Kommentar 4
  • 24.07.2010 21:42
 

Teil 2 ..da das hochdosierte Vit.B-Präparat also 100mg B1, 100mg B6 und 1000µ B12 derart gut bei den Rückenschmerzen half, die Milch für das Baby floss darüber hinaus besonders üppig, schloss ich messerscharf, dass dieses Präparat auch bei Migräne helfen könnte. Bei meinen Migräneanfällen geht immer eine Aura oder Zackensehen voraus, der Schmerz beginnt erst eine Stunde später und die Übelkeit noch später, so dass ich dann keine Schmerztabletten mehr behielt. Die besagten Vitamin B-Tabl. unmittelbar nach Beginn der Aura eingenommen, Magnesium dazu, halten mich nunmehr 28 Jahre schmerzfrei.

jetzt antwortenKommentar melden
  • Renate Kress
  • Kommentar 3
  • 24.07.2010 21:30
 

meinen ersten Migräneanfall hatte ich mit 11 Jahren. Da er auch mit Übelkeit und Erbrechen verbunden war, wurde er auf eine Magenverstimmung geschoben. In der Schule wurde ich dann in den weiteren Jahren als Simulant abgetan, bis ich mal dem Lehrer vor die Füsse erbrach. Mit 36 sollte ich nach einer Aussenbandzerrung des Sprungelenks klinisch aufgenommen werden, wollte aber nicht wegen meines zweiwöchigen Babys und musste Hochlagern des Beines versprechen. Das brachte mir nach drei Tagen enorme Rückenschmerzen ein, die wiederum wegen des Babys "nur" mit hochdosierten B-Vitaminen kuriert wurden

jetzt antwortenKommentar melden
  • Rudolf Fiedler
  • Kommentar 2
  • 24.07.2010 09:00
 

Entspannung mit der Akupunkturmatte -Nadelreizmatte-(Informationen auf http://www.zhencidian.at) ist eine preiswerte, anhaltende Therapie ohne Nebenwirkung von Medikamenten, hilft bereits nach kurzer Zeit.

jetzt antwortenKommentar melden
  • Felix Kroll
  • Kommentar 1
  • 24.07.2010 00:32
 

Ich könnte einen Rat geben. felix.kroll@yahoo.com.br

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'

Migräne: Therapien gegen das Gewitter im Kopf » Gesundheit » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesundheit/855066316/therapien-gegen-das-gewitter-im-kopf/1/

Schlagworte:

Acetylsalicylsäure , Akutbehandlung , Alois Schloder , Andreas Baum , Andreas Beck , Andreas Bergmeier , Andreas Blume , Andreas Böcherer , Andreas Engel , Andreas Ertl , Andreas Evers , Andreas Franke , Andreas Fuhrmann , Andreas Gaebler , Andreas Görlitz , Andreas Greinacher , Andreas Günter , Andreas Gursky , Andreas Helgstrand , Andreas Herzog , Andreas Hirsch , Andreas Hoppe , Andreas Kannengießer , Andreas Köhler , Andreas Kühnlein , Andreas Löw , Andreas Ludwig , Andreas Mailath-Pokorny , Andreas Pessenlehner , Andreas Platthaus , Andreas Raelert , Andreas Ratzek , Andreas Richter , Andreas Rojewski , Andreas Rose , Andreas Rudolph , Andreas Schaad , Andreas Schmidt , Andreas Schweiger , Andreas Seiferth , Andreas Straube , Andreas Thorkildsen , Andreas Toba , Andreas Vinciguerra , Andreas Waschburger , Andreas Wolf , Anfälle , Apotheken-Umschau , Apotheker , Arzt , Aspirin , Attacken , Auslösen , Auslöser , Basis , Begleiterscheinungen , Bestimmten , Betroffenen , Blutgefäße , Botox , Clinton Aber , CO , DMKG , Droht , Eingriff , Empfehlung , Entspannungsverfahren , Erfolg , Experten , Falsch , Fäuste , Fernsehen News , Forschungsgruppe , Führt , Gefahr , Gesichtsmuskel , Gruppe A-1 , Gruppe A-2 , Gruppe A-3 , Gruppe A0000 , Gruppe B-1 , Gruppe B-2 , Gruppe B-3 , Gruppe B0000 , Gruppe Boko , Gruppe C-1 , Gruppe C-2 , Gruppe C-3 , Gruppe Calle , Gruppe D-1 , Gruppe D-2 , Gruppe D-3 , Gruppe Femen , Gruppe Flaschen , Gruppe Flying , Gruppe Frauen , Gruppe Independiente-Fans , Gruppe Japan20 , Gruppe LulzSec , Gruppe No-Name , Gruppe Puj , Gruppe RangLandSpieleSiegeNiederlagenKorbverhältnisPunkte1 , Gruppe Schwuhplattler , Gruppe Trainierten , Gruppe Within , Ham , Handelt , Häufiger , Herz-Kreislauf-Erkrankungen , Ibuprofen , Jacobson , Kopf , Kopfschmerz , Kopfschmerzgesellschaft , Körper , Kosten , Leiter , Léo Apotheker , Lund Universität , Lupe , Magnesium , Medikamente , Medikamenten , Migräne , Migräneattacken , Migränepatienten , Mimik , Monat , München , Muskelverspannungen , Nachteil , Nackenmuskulatur , Paracetamol , Patienten , Petrus Andreas , Präparate , Professor , Progressiven , Prophylaxe , Prozent , Schlucken , Schmerz , Schmerzen , Schmerzmittel , Schmerzmitteln , Schwindel , Selbstmedikation , Special , Star Kiefer , Stipe Aber , Straube , Strong , Studie , Tabletten , Tage Aber , Tage News , Tagen , Target , Team Aber , Teuer , Therapieformen , Therapiekosten , Treten , Triptane , Trotz , Übelkeit , Unbemerkt , Universität , Ursel Aber , Veränderung , Verdacht , Verfahren , Wirken , Wissenschaftliche , Wissenschaftlichen , Yvonne Gut , Zeit ,
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige