Sa., 26.05.12

Schlank-Psychologie 21.07.2010 Wege aus den Diätfallen

Die Partnerausrede (Foto)
«Mein Schatz liebt jedes Pfund an mir.» Das ist erfreulich, aber kein Grund eine Diät abzubrechen. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager

Der Mensch betrügt sich gerne selbst. Besonders, wenn er sich vor etwas drücken will. Wie etwa einer überfälligen Diät. Tausend Ausreden und Fressfallen machen Abspeckwilligen einen Strich durch die schlanke Rechnung. Doch es gibt Auswege.

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Es sind meist nicht die Diät und ausgefeilten Konzepte von leichten Gerichten, ausgetüftelten Speiseplänen und Fitnessideen, die die Pfunde nicht purzeln lassen. Es sind die vielen kleinen alltäglichen Fallen, die zu Rückschlägen, Verzweiflungsmomenten auf der Waage und häufig zur Aufgabe der guten schlanken Vorsätze führen. Die Psychologin und Diät-Expertin Susanne Ploog hat sich die 93 häufigsten Stolpersteine vorgenommen und mit je einen dicken und einen schlanken Weg aus der Falle aufgezeigt.

Denn: In der Theorie seien Diäten ganz einfach und Schlankgaranten, räumt Ploog ein. Doch in der Praxis werde fast nie etwas draus. Der Grund: Es geht nicht um die eine große Entscheidung, nun endlich mal eine Diät zu machen und sich von fünf überflüssigen Kilos zu verabschieden, die man seit einigen Monaten mit sich herumschleppt. Es seien viele hunderte Entschlüsse, die jeden Tag gefällt werden. Und daran scheitern die meisten, so Ploog.

Warum? Es gebe nur einen Grund mit einer Diät anzufangen, sagt Ploog: «Die Unzufriedenheit mit der Figur.» Aber tausend Gründe, eine Diät wieder abzubrechen. Nämlich Heißhunger, Ärger im Job, Geburtstagspartys, der Duft einer Bäckerei, Langeweile, Supermarkt-Sonderangebote, Magenknurren, verlockende Reste im Kühlschrank oder der Chipstüte, das nicht besonders schmeichelhafte Licht in einer Umkleidekabine oder auch einfach nur Gewichtsstillstand nach ein paar Hungertagen. Wer all diese Fallen kenne und sich mit schlanken Lösungen wappnet, der habe auch ohne strenge Diäten die Chance zu einer Traumfigur, ist Ploog überzeugt.

Den Speck wegmassieren

Fühlt sich so etwa der Bauch wabbelig an, neigen viele zum Übertreiben und wollen eine schnelle Lösung und verordnen sich strenge Morgengymnastik. Das mag zwei Tage lang gut gehen, doch dann siegt die Faulheit und der Wecker wird wieder eine halbe Stunde später klingeln.

Statt der massiven Kampfansage gegen den Schwabbel rät Ploog beispielsweise zu kleinen täglichen Verwöhnmassagen mit selbstgemischten Öl. 25 Tropfen Orangenöl, sechs Tropfen Zypressenöl, 50 Milliliter Jojobaöl und 50 Milliliter Weizenkeimöl. Die Haut wird damit gestrafft.Alles in ein dunkles Fläschchen, kräftig schütteln und kühl lagern. Außerdem: Nebenbei ein kleines bisschen Blitzgymnastik. Etwa an einer roten Ampel oder am Herd. So geht es: Bauchnabel einziehen, zehn bis 30 Sekunden halten und ganz normal weiteratmen. Zehn Minieinheiten pro Tag garantieren laut der Diät-Expertin eine schnelle Wirkung.

Glas lauwarmes Wasser statt Bratenreste

Eine andere häufige Falle: Mitten in der Nacht sei der Lockruf des Kühlschranks oft am verführerischsten, sagt Ploog. Da können schnell mal Bratenreste ganz nebenbei verschwinden und das Kalorienkonto belasten. Ein kleiner Klingelalarm kann den Bann brechen und ein kleines Glas lauwarmes Wasser den Magen füllen, so Ploogs Schlanklösung.

Auch beliebt: Dass der Partner einen mit allen Pfunden und Kurven liebt, ist zwar prima. Aber es geht ja nicht um den anderen, sondern ums eigene Wohlbefinden. Also: Nicht von den Liebesbekundungen und «Nein, Schatz, du bist nicht dick»-Schwüren von dem schlanken Vorhaben abbringen lassen und gemeinsam die leckere fettige Pizza futtern. Beim Italiener gibt es schließlich auch leichtere Gerichte und der Partner liebt einen auch ohne die störenden Pfunde.

Wer glaubt, er habe sich wegen eines leichten Mittagessens eine kleine Belohnung verdient, der greift schnell mal in die Kekstüte, hat Ploog die Erfahrung gemacht. Und schon sind die eingesparten Kalorien doppelt und dreifach wieder drauf. Anschließend macht sich auf der Waage Frust breit. Schließlich registriert man den Snack nicht wirklich als verputzte Mahlzeit. Der Weg aus dieser Falle: Sich von der Kekstüte schnell entfernen. Denn Kekse sind nie eine Belohnung. Besonders nicht für eine kalorienarme Mahlzeit.

Sollte die Bluse mal kneifen, dann bringt es gar nichts, sie gegen ein elastisches Baumwolloberteil einzutauschen, warnt Ploog. Stattdessen sorgt das enge Outfit dafür, dass man sich in der Kantine und beim Snack zwischendurch zurückhält und einen den ganzen Tag über an das schlanke Vorhaben erinnert. Nur wenn die Bluse zu zerreißen droht, darf sie wieder im Kleiderschrank verschwinden, findet Ploog. Aus rein ästhetischen Gründen.

Noch ein kleiner Trick für diejenigen, die fest davon überzeugt sind, ohne etwas Süßes den Arbeitstag nicht überleben zu können: Statt einer Großpackung Toffees, die schnell greifbar in der Schublade schon nach wenigen Stunden leer gefuttert ist, nimmt man sich nur eine Handvoll fester Pfefferminzbonbons oder Drops mit ins Büro. Daran lutscht man wesentlich länger. Und: Wer nur eine begrenzte Anzahl an Zuckerbömbchen mitbringt, der kann auch nicht weiternaschen, wenn sie verputzt sind.


Lesetipp: Susanne Ploog, Schlankpsychologie – Hör auf deine Stoßseufzer und nimm einfach ab, Books on Demand, 2010, 122 Seiten, 14,90 Euro.

sca/news.de
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