Blut-Armut in deutschen Kliniken
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Wegen der Hitzewelle und der Ferienzeit herrscht in Deutschland ein massiver Mangel an Blutkonserven. Hilfsorganisationen appellieren, Blut zu spenden. Nur drei Prozent aller Deutschen tun dies regelmäßig.
«Es müssen schon planbare Operationen verschoben werden, weil die benötigte Blutgruppe nicht da ist», sagt der Ärztliche Geschäftsführer des Blutspendedienstes des DRK Bayern, Franz Weinauer. «Wir leben von der Hand in den Mund, die Reserven reichen maximal für eineinhalb Tage.» Allerdings warnte Weinauer vor Panik: «Jeder Notfall kann versorgt werden.»
Täglich brauchen die Kliniken in Deutschland nach DRK-Angaben etwa 15.000 Blutkonserven, vor allem für Krebspatienten und Operationen. «Engpässe gibt es derzeit bei allen Blutgruppen, vor allem bei 0», sagte Weinauer. Aber auch bei den Rhesus negativen Gruppen sei es besonders problematisch. Bei der Blutgruppe 0 kommt es zusätzlich zu Schwierigkeiten, weil diese als Universalkonserve genutzt werden kann - und Kliniken davon auch Gebrauch machen. Das allerdings hält Weinauer für «ethisch nicht in Ordnung».
Er appellierte an die Krankenhäuser, nur identische Blutgruppen zu verwenden. Konserven der Blutgruppe 0 sollten auf Notfälle beschränkt werden, wenn beispielsweise die Blutgruppe eines Verletzten nicht bekannt sei, «und nicht nur aus logistischen Gründen genommen werden, weil man so sein Depot leichter in Ordnung halten kann».
Als Gründe für den Mangel an Blutkonserven nannte der Transfusionsmediziner vor allem die Hitze und die Ferienzeit. «Wer niedrigen Blutdruck hat, kommt bei der Wärme lieber nicht - was ja auch verständlich ist. Die, die es verkraften können, sollten jedoch spenden.» Auch schon während der Fußball-WM seien deutlich weniger Spender gekommen als normal. Weinauer appellierte an die Bürger, sich zum Blutspenden bereitzuerklären. Im Bundesschnitt sind laut DRK nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung regelmäßige Spender.
Zum Thema Blutspende gibt es auch eine Service-Hotline unter der Rufnummer +49 800 1194911.
sca/sis/news.de/dpa
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