Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager - 19.07.2010, 11.02 Uhr

Hitzeschlag: Von der Glut in den Tod

Sonne und sommerliche Wärme bringen zwar gute Laune, aber bergen auch einige Gefahren. Ein schmerzhafter Sonnenbrand ist völlig harmlos im Vergleich zum Hitzeschlag. Der kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Hitze kann nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich werden. Ein Hitzeschlag kann sogar tödlich enden. Bild: dpa

Wenn die Sonne ungehindert durch Wolken vom Himmel knallt, dann drohen nicht nur Sonnenbrand, Sonnenallergie, geschwollene Beine und Schweißbäche. Wer sich nicht vor den hohen Temperaturen ausreichend schützt, kann auch einen Hitzeschaden bekommen. Die schwerwiegendste Form ist der Hitzeschlag

Dieser kann sogar lebensgefährlich werden. Denn die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad an. Durch die Überhitzung kommt es zu Hirnödemen, was zu bleibenden Hirnschädigungen führen kann. Auch die Nieren werden durch die Dehydration in Mitleidenschaft gezogen. Die Symptome sind Krämpfe, fehlender Schweiß durch Wassermangel und Bewusstseinsstörungen. Auch Übelkeit und Kopfschmerzen können auf einen Hitzschlag hinweisen.

FOTOS: Fit durch den Sommer Coole Tipps gegen die Hitze

Sich der direkten Sonneneinwirkung fernzuhalten reicht nicht aus, um einen Hitzeschlag zu verhindern. Denn: Ausgelöst wird er durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr, körperliche Überanstrengung bei feuchter Hitze und durch Aufenthalt in überhitzten, geschlossenen Räumen.

Hitzeschädigungen durch zu lange andauernde Sonneneinstrahlung auf den Kopf nennt man dagegen einen Sonnenstich, der eine Irritation der Hirnhaut und des Hirngewebes zur Folge hat. Ein Sonnenstich wird auch als isolierter Hitzeschlag des Kopfs gesehen.

Schnell abkühlen

Als erste Maßnahme gilt immer: Raus aus der Sonne und der Hitze, rein in einen möglichst kühlen Raum. Der Körper muss jetzt so schnell wie möglich seine Temperatur wieder regulieren. Zu warme Kleidung vom Körper reißen und ihn in feuchte Tücher wickeln hilft dabei. Außerdem muss viel getrunken werden, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Besonders geeignet: isotonische Getränke und Fruchtsaftschorlen. Klappt der Kreislauf zusammen, kommt es zu Krampfanfällen oder man verliert sogar zeitweise das Bewusstsein, dann muss unbedingt ein Notarzt alarmiert werden.

Doch so weit muss es gar nicht kommen. Hitzeschlag und Sonnenstich lassen sich ganz einfach verhindern. Der prallen Sonne sollte man sich immer nur ganz kurz aussetzen. Wer einen längeren Aufenthalt nicht umgehen kann, wie etwa Bauarbeiter oder Dachdecker, sollte immer seinen Kopf bedecken. Beispielsweise durch einen Hut oder den vorgeschriebenen Helm. Besonders kleine Kinder müssen durch ein Mützchen geschützt werden. Denn: Ihre Schädeldecke ist zu dünn und die wenigen Haare bieten ebenfalls noch keinen Schutz.

Um nicht zu überhitzen, ist es zudem angebracht, möglichst dünne Kleidung zu tragen, wenn das Thermometer hochsommerliche Werte anzeigt. Und natürlich: immer viel trinken. Bei heißem Wetter gilt die etwa doppelte Menge der normalen Empfehlung. Also: Rund drei bis vier Liter Flüssigkeit pro Tag durch Getränke und wasserhaltige Speisen sind Minimum.

Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man versuchen, seinen Tag rund um die Hitze zu planen. Lange Autofahrten sind in den Morgen- und Abendstunden erträglicher als in der brütenden Mittagshitze. Sport, wie etwa Joggen, gehört ebenfalls nicht in die heißen Tagesstunden. Denn auch körperliche Aktivität kann zur Überhitzung führen.

Hitzekrampf und Hitzekollaps

Neben Hitzeschlag und Sonnenstich gibt es noch weitere Formen der Hitzeschäden. So etwa den Hitzekrampf, der durch Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel entsteht. Besondere Gefahr besteht bei schwerer körperlicher Arbeit, die mit starkem Schwitzen einhergeht. Das Hauptsymptom: schmerzhafte Krämpfe in den Muskeln.

Auch der Hitzekollaps – auch Hitzeerschöpfung genannt – gehört zu den Schäden, die durch hohe Temperaturen entstehen können. Der Körper hat viel Flüssigkeit verloren, etwa durch Schwitzen beim Sport. Die Folge: Der Kreislauf versagt, der Blutdruck sackt ab und es kann zur Bewusstlosigkeit kommen. Oft hilft es schon, den Betroffenen flach hinzulegen und etwas zu trinken zu geben.

sca/ivb/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser