Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Die Zahl der Organspenden soll sich in Deutschland dank der Inhousekoordination langfristig verdoppelt werden. Ein mehr als ehrgeiziges Ziel, das Respekt verdient. Ob dies aber mit der jetzigen Gesetzgebung zu schaffen ist?
Wie erfolgreich eine perfekte Verzahnung und Zusammenarbeit von Kliniken und Koordinationsstellen zur Organtransplantation sein kann, lebt Spanien seit Jahren als europäischer Spitzenreiter vor. Mit 34 Spendern auf eine Million Iberer überbieten sie die Deutschen um das Doppelte.
Das ist scheinbar nur ein Erfolgsgarant. In Spanien gilt, genau wie in allen anderen vorne platzierten Staaten in Sachen Organspende die sogenannte Widerspruchsregelung. Die besagt: Jeder ist potenzieller Spender, der zu Lebzeiten nicht explizit widersprochen hat.
Dies ist aber kein Allheilmittel, wenn das Gesetz nicht zu die Rahmenbedingungen sowie wie zur Koordinierung des Spenderwesens und den jeweiligen Krankenhausstrukturen passt.
Umso nachvollziehbarer, dass Deutschland sich die Rosinen des Erfolgsmodell krallen will - ohne dabei gleich ganz Spanien zu importieren. Selbst wenn die Inhouse-Koordination als Pilotprojekt nur bis Ende Juni nächsten Jahres läuft, so kann man sicher sein, dass ein signifikanter Anstieg der Organtransplantationen in Deutschland möglich sein wird.
Und das ist gut. Es zeigt die richtige Einstellung, die Arbeit zu optimieren, ohne gleich Gesetze infrage stellen zu müssen. Und es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ob die Verdoppelung aber allein durch die Koordination erreicht werden kann, bleibt allerdings mehr als fraglich.
mik/news.de