Ein duftender Blumenstrauß statt eine behebige Schlaftablette: Wer von alleine nicht zur Ruhe kommt, der braucht nicht zu harten Medikamenten greifen. Forscher haben den Duft der Jasminblüte als Valiumersatz entdeckt.
«Statt Schlaftablette oder Stimmungsaufheller könnte auch eine Nase Jasminduft aus Gardenia jasminoides helfen», sagte Professor Hans Hatt. Zusammen mit Forschern der Düsseldorfer Heinrich Heine Universität hat das Bochumer Team entdeckt, dass die Duftstoffe den gleichen molekularen Wirkmechanismus haben und genauso stark wirken könnten wie die häufig verschriebenen Barbiturate Derivate von Barbitursäure, die lange Zeit als die Schlafmittel schlechthin galten. Heute werden sie allerdings nur noch zur Einleitung von einer Vollnarkose verwendet. oder Propofol Propofol ist ein Hypnotikum, das etwa zur Betäubung bei Darmspiegelungen eingesetzt wird. Eine besonders gute Eigenschaft: Der Patient schläft davon sehr angenehm ein. - ein Arzneistoff aus der Gruppe der Hypnotika. Die Forscher präsentieren ihre Arbeit im Journal of Biological Chemistry und bekamen für ihre Entdeckung bereits ein Patent erteilt.
Beruhigungs-, Schlaf- und Entspannungsmittel sind nach Aussagen der Wissenschaftler die am häufigsten verordneten Psychopharmaka. Der Unterschied zwischen beruhigender und hypnotischer Wirkung hänge allein von der Dosierung ab.
Verhaltenstests mit Mäusen hätten die Qualitäten der Düfte als Beruhigungsmittel bestätigt, sagte Hatt. Gespritzt oder inhaliert, entfalteten die Duftstoffe demnach eine beruhigende Wirkung: In einem Plexiglaskäfig, mit hoher Duftkonzentration stellten die Mäuse jede Aktivität ein.
Ein Jasminsträußchen im Schlafzimmer könne schon mal nicht schaden, empfahl Hatt. Die Konzentration in der Luft sei dann aber auch deutlich niedriger als im Mäuseexperiment. «Man kann sich Anwendungen in der angstlösenden, beruhigenden, erregungs- und aggressionsdämpfenden oder schlafanstoßenden Therapie vorstellen.» Durch Veränderungen der chemischen Struktur der Duftmoleküle wollen die Forscher nun versuchen, die Wirkung zu verstärken.
Der Bochumer Riechforscher hat bereits mehrere Bücher geschrieben und tritt im Fernsehen auf. Seine Ergebnisse hat er unter anderem in dem 2008 erschienenen Buch Das Maiglöckchen-Phänomen - Alles über das Riechen und wie es unser Leben bestimmt zusammengestellt und in der ZDF-Reihe Vom Reiz der Sinne erklärt.
kat/sca/news.de/dpa
Bei der Affenhitze hilft dies auch nicht !!!
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