Ernährung Heil und Gefahr auf dem Teller

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Was ist denn nun gesund oder ungesund? Nun, das hängt von vielen Faktoren ab und ist nicht so klar zu definieren. Bild: TK

Katharina SchlagerVon news.de-Redakteurin
Kein Lebensmittel ist immer nur für jeden gesund oder ungesund. Dennoch werden Speisen gerne in diese Kategorien eingeteilt. Spenden grüne Bohnen, Eier oder Fisch mal Lebenskraft, können sie auch unangenehme Folgen haben - und im Extremfall zum Tod führen.

Grüne Bohnen oder Fisch gelten als gesund, während Nüsse gerne als Kalorienbomben verteufelt werden. Das hat zwar seinen Grund, ist aber nicht ganz so einfach. Denn: Rohe grüne Bohnen sind giftig, Fisch kann Allergien auslösen oder zu schlimmen Vergiftungen führen und Nüsse sind nicht nur Fettbomben, sondern stecken auch voller wichtiger Mineralstoffe.

Um den Speiseplan auch zur Quelle der Gesundheit werden zu lassen, muss man mehr über Lebensmittel wissen als nur die Etiketten «gesund» oder «ungesund». Man muss einschätzen lernen, in welchem Maß ein Lebensmittel seinen Platz in den täglichen Mahlzeiten findet, wer sie nicht verträgt und wie sie zubereitet werden müssen, damit etwa Bittermandelöl nicht tödlich wirken kann oder Fette nicht Krebsbildung begünstigen. 

Gesundes Essen
Die zehn Flop-Lebensmittel
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Der Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller wirft den Menschen westlicher Länder vor, «Selbstmord mit Messer, Glas und Gabel» zu begehen. Ein Symptom der ungesunden Ernährungsweise, die den Ruin der Gesundheit nach sich zieht, sei die explosionsartige Zunahme von dicken Menschen. Auch fließe bereits jeder dritte Euro in die Behandlung von Krankheiten, die auf Fehlernährung zurückzuführen sei.

Keine Frage der Finanzen

Dennoch gebe kaum eine Nation einen so geringen Anteil ihres Einkommens für die Ernährung aus wie Deutschland. Dabei: Eine gute Ernährung müsse gar nicht teuer sein und im Reformhaus oder Bioladen zusammengestellt werden, sagt Müller. Wer saisongerecht einkaufe und die Finger von teuren Fertigprodukten, Fast Food, Süßigkeiten und großen Mengen an Fleischprodukten lasse, der sei schon auf einem ganz guten Weg. Finanziell, wie auch gesundheitlich.

Müller hat sich die deutsche Fehlernährung angesehen und festgestellt, dass es vor allem beim Verzehr von Seefisch, Getreideprodukten, Obst und Gemüse mangelt. Im ungesunden Überfluss werden dagegen vor allem Fleisch, Butter, Zucker und Bier konsumiert. Ganz gut liege die Bundesrepublik im Schnitt dagegen bei Milch, Käse, Eiern, Kartoffeln, Honig sowie Kaffee und Tee.

Lebensmittel sind komplex, betont der Ernährungsexperte. Wer durch Krankheit, Allergie oder eine Unverträglichkeit zu einer bestimmten Risikogruppe gehört, der muss seinen Speiseplan anderes gestalten als seine Mitmenschen. Nicht nur, weil der Körper vielleicht andere Stoffe braucht, und Krankheiten durch die Ernährung gelindert oder sogar geheilt werden können, sondern vor allem auch, weil bestimmte Speisen unangenehme Nebenwirkungen haben oder sogar gefährlich werden könnten. So gesund Erdbeeren auch sind – wer allergisch auf sie reagiert, hat von ihren vielen Nährstoffen herzlich wenig.

Gesundes Essen
Die zehn Top-Lebensmittel
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Top- und Floplisten

Müller hat in einem Ratgeber die 50 gesündesten und 50 gefährlichsten Lebensmittel zusammengestellt und erklärt, was etwa Amarant zum Spitzenreiter der Positivsammlung macht, warum Alkohol die meisten Gefahren in sich trägt und warum Eier sowohl auf der Top- als auch der Flopliste ganz oben mit dabei sind.

Bei den Auflistungen dürften einige Platzierungen zu Verwunderung führen. So etwa die Avocado auf Platz zwei der Gefahrenquellen. Hat doch die Butter des Waldes, wie die grüne cremige Frucht genannt wird, viel an günstigen Nährwerten zu bieten und kann gegen Wunden heilend eingesetzt werden. Müllers Bewertung ergibt dennoch einen Sinn. Denn: Während gesunde Menschen von der Avocado profitieren können, wird sie für Diabetiker gefährlich, weil sie die Insulinproduktion hemmt und so zu massiver und bedrohlicher Unterzuckerung führen kann.

So ist die Liste der Gefahrenquelle keine Empfehlung dafür, dieses oder jenes Lebensmittel aus den täglichen Mahlzeiten zu verbannen. Stattdessen ist ein überlegter Umgang mit unseren Speisen ein grundsätzlicher Appell, der unbedingt häufiger beachtet werden sollte und das unbedachte Herunterschlingen von reinen Kalorienlieferanten ablösen sollte.

Lesetipp: Sven-David Müller, Die 50 besten und 50 gefährlichsten Lebensmittel, Schlütersche Verlagsgesellschaft, 152 Seiten, 12,90 Euro.

sca/ivb/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • trixi
  • Kommentar 3
  • 29.10.2010 16:25
Antwort auf Kommentar 1

...der Meinung von Marco kann ich nur zustimmen!!!!!!

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  • Moorfrau
  • Kommentar 2
  • 07.07.2010 12:50

zu kommentar 1 - richtig - früher war zwar nicht alles besser, jedoch dieses bauchgefühl u. die natürliche weitergabe des wissens unserer mütter u. väter fehlt den menschen heute. "es wird gegessen was auf den tisch kommt" darauf haben wir uns verlassen. das würde ich heute nicht mehr empfehlen. und doch denke ich, wird das essen an sich u. das für uns wider viel zu hoch gepuscht. wer offen ist für information u. für seinen "gesunden" menschenverstand, wird sich vermutlich seinem wohlbefinden entsprechend ernähren.

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  • Marco Wegener
  • Kommentar 1
  • 07.07.2010 12:38

So kann man von den wahren Gesundheiskillern ablenken. Laut dem Bericht der russischen Akademie der medizinischen Wissenschaft und Technik der für Putin vorbereitet wurde, sind seit 2008 in den USA 2.000.000 Menschen an gentechnisch veränderten Lebensmitteln gestorben. Vor allem nach dem Genuß von gentechnisch verändertem Getreide und Mais der Fa. Monsato. Erst wenn der gentechnisch veränderte Mist, die künstlichen Süssungsmittel und sonstige künstliche "Lebensmittel" aus unserem Speiseplan entfernt sind, können wir uns über den Sinn und Unsinn der Naturnahrung unterhalten.

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