Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Wer Erfolg haben will, muss nur die richtigen Gedanken aussenden. Das klingt zu einfach? Ist aber unheimlich schwer. Denn das Unterbewusstsein zu entschlüsseln und die Welt nach den eigenen Wünschen zu gestalten, braucht viel Mut, Kraft und Geduld.
Es gibt Menschen, denen gehen die Dinge leicht von der Hand, der Erfolg fliegt ihnen zu und auch privat haben sie das große Glück gefunden. Andere scheinen das Negative anzuziehen, wie ein Magnet. Das ist kein Zufall, ist die Psychologin Kathrin Emely Springer überzeugt. Zwar kriegt nicht jeder was er verdient, aber doch das, was er im tiefsten Inneren glaubt zu verdienen.
Denn das Unterbewusstsein hat einen größeren Einfluss auf das Leben, als gemeinhin geglaubt werde. Ist jemand tatsächlich davon überzeugt, dass er eine Beförderung verdiene, dann werde er diese auch bekommen. Denn er wird in seiner Arbeit entsprechend selbstbewusst agieren und von Entscheidungsträgern auch als beförderungswürdig wahrgenommen. Ganz ohne Anstrengung. «Die Welt, die wir uns schaffen, die wir uns erdenken, die leben wir auch», sagt Springer.
Das Universum unterscheide da nicht nach positiv und negativ, sondern folge nur den Wegen, die wir ihm vordenken. So wird jemandem, der nur Schlechtes vom Leben erwartet, «Immer ich» denkt und anderen Menschen unfreundliche Absichten unterstellt, auch genau dem begegnen und in seiner Überzeugung noch bestärkt. Ein Teufelskreis.
Seines eigenen Glückes Schmied
Diese Erkenntnis sollte Mut machen, findet Springer. Denn es bedeutet, dass man nicht seinem Schicksal, der Ungerechtigkeit der Welt oder dem Fehlurteil der Mitmenschen hilflos ausgeliefert ist, sondern tatsächlich wie das Sprichwort sagt seines eigenen Glückes Schmied ist. Natürlich bringt dies auch Verantwortung mit sich. Man könne sich nicht mehr auf dem Gejammer ausruhen, die ganze Welt sei gegen einen.
Will ich Erfolg haben, muss ich nur den Gedanken aus tiefster Überzeugung aussenden: «Ich bin erfolgreich.» Und schon wird sich das Leben verändern, verspricht Springer. Eine selbsterfüllende Prophezeihung. Das klingt zu einfach, um wahr zu sein? Ist es auch. Denn mit der tiefsten Überzeugung ist das so eine Sache. Tief verankerte Glaubenssätze sind einem oft nicht bewusst. Da kann man sich noch so oft den Erfolg wünschen. Wenn man nicht an dessen Berechtigung glaubt, nützt das Aussenden der Gedanken gar nichts.
Das Problem mit dem Unterbewusstsein: Nicht alle Denkmuster sind bekannt oder leicht zugänglich. Es braucht einiges an konzentriertem offenen Blick nach Innen, bevor man sein Selbst, seine komplizierten Denkmechanismen und Glaubensgrundsätze entschlüsselt. Erst, wer erkannt hat, dass er sich nicht für liebenswert hält oder nur für Durchschnitt in der Arbeitswelt, kann sein Leben verändern und sich von diesen Mustern trennen. Das braucht harte Arbeit und sehr viel Mut, räumt Springer ein, und wird nicht jedem beim ersten Versuch gelingen. «Aber glauben Sie mir, es lohnt sich. Sie können nur gewinnen!», ermuntert die Psychologin.
Vorsicht, was du dir wünscht!
Springer ist fest davon überzeugt, dass in jedem Menschen ein wahrer Schatz an Möglichkeiten schlummert. Er muss nur freigelegt und aktiviert werden. Doch Vorsicht: Oft sind es gar nicht die unerfüllten Wünsche, von denen wir glauben, dass sie wichtig wären, die uns tatsächlich quälen. Oder bei deren Erfüllung das Glück winkt. So werden viele etwa zum Streben nach beruflichem Erfolg und Geld erzogen, während ihnen vielleicht zum Seelenheil eine erfüllte Freizeit mit einem kreativen Hobby fehlt. Also müsse man vorsichtig sein, was man sich wünscht und welche Gedanken man – auch noch so unbewusst - aussendet, warnt Springer. «Es könnte in Erfüllung gehen.» Und dann genauso unglücklich machen.
Um sein Unterbewusstsein zu entschlüsseln, hat Springer einen Dreiwochenplan erstellt, den jeder auch alleine daheim durchführen kann. Darin enthalten sind Bestandsaufnahmen von vorhandenen Denkmustern, eine Festlegung von Zielen, praktische Übungen, die durch Aussenden von Gedanken zu erlebbaren Ergebnissen führen sollen, sowie das Erkennen des eigenen Wertes.
Die drei vorgegebenen Wochen, in denen Listen mit zu wiederholenden Glaubenssätzen erstellt werden, sind dabei aber nur das absolute Minimum und der erste Schritt in die Veränderung, mahnt Springer vor zu großen Erwartungen. Denn: Sein Leben und sein Inneres umkrempeln zu wollen, braucht sehr viel mehr als nur ein paar kleine Übungen für einen kurzen Zeitraum.
Lesetipp: Kathrin Emely Springer, Der Schlüssel zum Unterbewusstsein, Mankau Verlag, 2010, 157 Seiten, 12,95 Euro.
Es gibt mehrere Methoden, sein Unterbewusstsein umzuerziehen. Eine besonders elegante sind Silent Subliminals.
jetzt antwortenKommentar meldenDas verstehe ich. Es ist heute schwieriger, als vor 25 Jahren. Damals haben mir merkwürdige ¨Zufälle¨ weiter geholfen. Wenn sie trotzdem positiv dabei bleiben und die Flinte nicht ins Korn werfen, geht es Ihnen genauso wie mir. Vielleicht haben Sie früher mal Bücher von Karl May gelesen. Da spielen oft Zufälle eine Rolle, die man schon nicht mehr für Möglich hält. So etwas gibt es aber tatsächlich. Man muss dafür statt ¨Zufall¨das Wort ¨Fügung¨einsetzen. Abwarten.
jetzt antwortenKommentar meldenDiskutieren Sie mit und kommentieren Sie den Artikel Unterbewusstsein : Die Gedanken sind mächtig. Ich habe absolut nichts gegen positives Denken. Aber gerade die Vielfalt und die unterschiedlichsten Eigenschaften und Emotionen machen den Menschen aus. Die Diskussion :Was ist erfolgreicher ? Das Recht des Stärkeren oder die Solidarität der Gemeinschaft -darum geht es.Ich bin sehr dafür den Menschen zu helfen -das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen -auf der Grundlage geänderter gesellschaftlicher Verhältnisse. Denn was für Möglichkeiten hat ein Hartz-4 Kind sich zu entfalten...
jetzt antwortenKommentar meldenEs gibt genügend Psychologen, wie Sie sich einen wünschen. Es gibt auch zahlreiche Wissenschaftler, die krampfhaft versuchen, die Lücke zwischen den Affen und den Menschen durch die Suche nach passenden Schädeln auszufüllen. Der denkende Mensch hat aber nichts mit den Affen gemeinsam, ausser dem fast aufrechten Gang. Er hat seine eigene Entwicklung durchgemacht. Um einen Erfolg zu erreichen, nach Frau Springers Bericht, muss man sein eigenes und des Anderen Leben aus der positiven Perspektive betrachten.
jetzt antwortenKommentar meldenEs kommt einen so vor, als ob ein Hobbypsychologe fachsimpelt. Es passt auch so schön in die neoliberale Ideologie! Und es stimmt , jeder kann aus sich ein "Monster" machen. Ich habe schon so einige "Möchtegernmanager" erlebt, die in wenigen Wochen so ihre Persönlichkeit veränderten und so zum Albtraum für Ihr Umfeld wurden. Erfolg immer auf Kosten der Anderen,Beschäftigte entlassen,"Versager" missachten. Wollen wir eine solche Welt? -Die noch zu einer radikaleren Ausbeutung , ökologischen Vernichtung führt. Nicht jeder kann auf der Grundlage seiner psychologischen Situation an sich dies tun.
jetzt antwortenKommentar meldenEs war schon immer die Auffassung von RAGNAROEKR, dass die Welt sein Wille sei. Diese kühne Erkenntnis wurde jäh zerstört, als ein Psychologe behautete, es gäbe da ein limbisches System, das auf der niedrigsten Basis den Verstand des Menschen überforme. Seltsames Ding? Denn: Also sagen wir mal, ein urzeitl. Krokodil in dir prägt dein Verhalten,nicht die Abstammung von deiner Großmutter. 99,99 % aller Entscheidungen seien also urzeitliche Vorprägungen, eine Art vor Affen-Phase des Großhirns.Der Psychologe erschien IHM sehr gefährlich nahe zu kommen, daher trimmt ER jetzt dessen geistige Reife!
jetzt antwortenKommentar meldenWas Frau Springer berichtet, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Genau so ist es. Man muss dafür aber ein empfindliches Gefühl entwickeln und Geduld haben. Dann erfüllt sich alles, was man sich vorgestellt hat. Später, wenn es zu allem gekommen ist, kann man es kaum glauben, dass es so kam.
jetzt antwortenKommentar melden...das sind dann aber eben nur dumme und falsche Gedanken! das Leben beginnt aber mit guten Gedanken, und nur solche haben letzten Endes auch Erfolg.
jetzt antwortenKommentar melden