So., 12.02.12

Asthma Ohne Panik wieder durchatmen

Artikel vom 15.06.2010

Bekommt jemand einen Asthmaanfall, gilt vor allem: Ruhe bewahren. Denn Panik kann die Atemnot noch verstärken. News.de gibt Tipps, wie das Durchatmen schnell wieder leichter wird und was Asthmatiker immer beachten sollten. 

Schon ein paar einfache Schritte können einem Asthmatiker bei einem akutem Anfall das Leben retten. Setzt die Atemnot ein, sollte der Patient zunächst eine Körperstellung einnehmen, die das Atmen erleichtert. «Das Prinzip besteht darin, den Brustkorb durch das Abstützen der Arme vom Gewicht der Schultern zu befreien, um dadurch besser durchatmen zu können», sagt Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

«Dazu kann sich der Betreffende hinsetzen, den Oberkörper vorbeugen und die Unterarme auf den Oberschenkeln oder eine Tischplatte abstützen. Das nennt man den Kutschersitz. Oder der Patient geht in Torwarthaltung, indem er sich hüftbreit stehend und leicht vorgebeugt mit den Händen auf die Knie oder die Oberschenkel abstützt», sagt Köhler. Einengende Kleidung sollte gelockert werden.

Erfahrende Asthmatiker haben immer ihr Notfallmedikament dabei. Dieses sollte möglichst ruhig und keinesfalls gehetzt oder panisch eingenommen werden. Wobei der Patient je nach Bedarf gleich mehrere Züge aus dem Inhalator zu sich nehmen sollte. «Dank der Bronchien erweiternden Wirkung des Medikaments sollte es dem Betroffenen dann meist auch schnell wieder besser gehen», sagt Köhler.

Asthmaspray alle zehn Sekunden

Nur wenn das nicht helfen sollte und sich der Zustand des Patienten zusehends verschlechtert, steht der Anruf beim Notarzt als Nächstes auf der Liste. «Bis der Notarzt kommt, sollte man dem Patienten alle zehn Sekunden (also sechs Mal pro Minute) oder zumindest einmal pro Minute sein Asthmamedikament zuführen», rät der Experte.

«Am wichtigsten ist es dabei, demonstrativ Ruhe zu bewahren und jede Panik zu vermeiden, damit sich der Patient nicht noch mehr aufregt und wieder weitgehend beruhigen kann. Aus diesem Grund sollten auch Schaulustige auf Entfernung gehalten werden», mahnt der Leiter der Lungenfachklinik Kloster Grafschaft in Schmallenberg.

Die chronisch entzündeten Bronchien von Asthmatikern sind überempfindlich und reagieren auf bestimmte, für andere Menschen harmlose Reize mit einer heftigen Abwehrreaktion: Sie verengen sich krampfartig, wobei die Schleimhäute in den Bronchialwänden anschwellen und übermäßig viel zähen Schleim bilden.

Mehr als 25 Atemzüge pro Minute

«Betroffene sind unfähig, längere Sätze zu sprechen und versuchen wegen der vermehrten Atemanstrengung zusätzlich zu den normalen Atemmuskeln auch die Atemhilfsmuskulatur, das heißt Teile der Brust-, Rücken-, Schultergürtelmuskulatur, mit einzubeziehen», sagt Köhler. Ihre Atmung werde schneller (mehr als 25 Atemzüge pro Minute), gleichzeitig aber auch oberflächlicher. Der Puls werde schwächer und es kann zu Bewussteinsstörungen, Unruhe und Sauerstoffmangel kommen - erkennbar an bläulich verfärbten Nagelbetten und Lippen.

Diese Beschwerden können entweder rasch oder auch allmählich innerhalb weniger Stunden zu einer schweren Beeinträchtigung und ohne Behandlung zum Tod führen. Doch Asthmaanfälle, die innerhalb von Minuten zu Bewusstlosigkeit führen, seien sehr selten, beruhigt der Professor.

kat/ham/news.de/ap
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