Rückenschmerzen Wegmassieren statt spritzen

Schmerzen wegmassieren (Foto)
Verschiedene Massageformen können bei Kreuzschmerzen alternativ Linderung verschaffen. Bild: dpa

Wenn es im Kreuz zeitweilig zwickt, müssen es nicht immer Schmerzmittel oder Spritzen beim Arzt sein. Mehrere Wochen anhaltende Rückenschmerzen lassen sich auch durch einige Massageformen lindern. News.de stellt die Methoden vor. 

Massagen zielen darauf ab, die Schmerzen zu lindern, Muskeln zu lockern und Wohlgefühl zu bringen. Womöglich setzen sie im Gehirn schmerzlindernde Endorphine frei. Doch allein auf Massagen zu setzen, scheine nicht die richtige Strategie zu sein, erläutert das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln auf seinem Portal Gesundheitsinformation.de. Sinnvoller sei, sie mit Bewegung und Dehnübungen zu kombinieren, um weniger Schmerzen und eine größere Beweglichkeit zu erzielen.

Das Institut beruft sich auf Wissenschaftlerinnen des internationalen Forschungsnetzwerkes Cochrane Collaboration, die mehrere Studien zum Nutzen von Massagen bei Kreuzschmerzen mit unklarer Ursache ausgewertet hatten. Sie kamen unter anderem zu dem Ergebnis, dass Akupressur besonders effektiv sein könnte.

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Die Auswertung legt nahe, dass eine Kombination von Massagen und Bewegung wahrscheinlich wirksamer ist als eine dieser Maßnahmen alleine. So waren beispielsweise die Menschen, die sowohl Massagen als auch Bewegung und Dehnübungen nutzten, beweglicher und hatten kurz- und langfristig weniger Schmerzen.

Die Studien deuten an, dass die Thai-Massage ähnlich effektiv ist wie die klassische Massage. Die Fußreflexzonenmassage dagegen schien weder Schmerzen lindern noch die Beweglichkeit verbessern zu können.

Bei den Teilnehmenden traten keine ernsthaften unerwünschten Wirkungen auf. Manche berichteten jedoch von Schmerzen während oder kurz nach der Behandlung. Einige Menschen reagierten allergisch auf das Massageöl und bekamen Hautausschlag.

Offen bleibt, welchen Einfluss die Ausbildung und Erfahrung des Therapeuten auf den Behandlungserfolg haben, wie lang eine Behandlungssitzung idealerweise sein und wie oft sie stattfinden sollte. Welche Massageform individuell angebracht ist, kann von vielen Faktoren abhängen, unter anderem dem Krankheitsbild, dem körperlichen Zustand und persönlichen Vorlieben.

Das sind die beliebtesten Massageformen

Schwedische Massage: Bei dieser Massage werden die betroffene Hautregion und Muskulatur direkt massiert. Dabei kommen fünf unterschiedliche Handgriffe zur Anwendung: Streichen der Haut, Kneten, Reiben, Klopfen und Vibrieren. Die zugrundeliegende Vorstellung ist, dass Schmerzen häufig durch Muskelverspannungen und -verhärtungen ausgelöst werden, die die Durchblutung stören und die Nerven reizen. Durch direkte Behandlung dieser Störungen soll die Muskulatur gelockert und die Durchblutung gefördert werden.

Bei der Manipulationsmassage werden unter anderem Bänder, Sehnen und Muskeln mit Massagegriffen behandelt und gleichzeitig gedehnt und bewegt. Ziel ist, dadurch die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Eine Manipulationsmassage ist nicht unbedingt eine reine Massage: Die Übergänge zwischen einer Manipulationsmassage und einer Physiotherapie sind fließend.

Mobilisierende Massage: Bei dieser Form werden neben der Massage der Muskulatur die Gelenke oder die Wirbelsäule bewegt. Auch die mobilisierende Massage zielt darauf ab, die Beweglichkeit zu verbessern und bewegt sich im Grenzgebiet zwischen Massage und Physiotherapie. Sie wird zudem angewendet, um Muskeln zu lockern und Fehlstellungen zu behandeln.

Bindegewebsmassage: Bindegewebe verbindet Körperstrukturen wie Organe, Muskeln und Nerven miteinander. Durch die Massage des Bindegewebes sollen Verspannungen im Gewebe gelockert, aber auch entfernter liegende Organe positiv beeinflusst und damit Krankheiten behandelt werden.

Tiefe Gewebsmassage: Hierbei werden vor allem die tiefen Muskelschichten massiert. Mit den Fingern wird ein starker Druck auf die Muskelstränge und die Sehnen ausgeübt, was Verspannungen im Körper lösen soll. Je tiefer das Gewebe massiert wird, desto eher kann eine solche Massage schmerzhaft sein.

Bei der Triggerpunktmassage werden gezielt schmerzauslösende Punkte  durch Druck behandelt. Diese Punkte sind überempfindliche, verhärtete Muskelfasern, die durch die Behandlung gelockert werden sollen.

Periostmassage: Das Perios ist die Knochenhaut – eine dünne Gewebeschicht, die alle Knochen überzieht. Darin befinden sich zahlreiche Nerven und Blutgefäße. Bestimmte Schmerzformen sollen durch die Massage der Knochenhaut gelindert werden.

Bei der Akupressur wird auf bestimmte Punkte des Körpers mit Drehbewegungen der Fingerspitzen sanfter bis stärkerer Druck ausgeübt. Die Akupressur entstammt der chinesischen Medizin und basiert auf der Vorstellung, dass durch den Körper Energiebahnen (Meridiane) verlaufen, in denen eine Lebensenergie (das Chi) fließt. Durch die Massage bestimmter Punkte auf diesen Bahnen soll die Lebensenergie beeinflusst werden. Die Akupunktmassage hat einen ähnlichen Ansatz wie Akupunktur und Akupressur. Bei dieser Form werden Punkte auf den Meridianbahnen mit Metallstäbchen stimuliert. Auch wenn der Begriff Akupunktmassage etwas anderes vermuten lässt, werden bei dieser Art der Massage keine Nadeln eingesetzt.

Fußreflexzonenmassage: Bei dieser Behandlung wird auf die Fußsohle und die Zehen sanfter Druck ausgeübt. Die Annahme ist, dass verschiedene Punkte am Fuß mit bestimmten Organen über sogenannte Reflexbahnen (nicht zu verwechseln mit den Nervenbahnen) verbunden sind, über die die Massage einen heilenden Einfluss ausüben soll.

Bei der Thai-Massage zieht der Masseur kräftig an den Gliedmaßen, so dass sie gedehnt und gestreckt werden. Dabei wird ein starker, rhythmischer Druck auf den Körper ausgeübt – mit Händen, Ellenbogen, Knien oder Füßen. Der traditionellen Vorstellung nach verlaufen im Körper Energielinien, die Körperteile und Organe verbinden und deren Manipulation Krankheiten lindert. Aus moderner medizinischer Sicht arbeitet die Thai-Massage über die Beeinflussung von Muskulatur, Knochen und Durchblutung.

sca/kat/ivb/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Silke
  • Kommentar 1
  • 10.05.2011 09:24

Ich habe gegen meine Rückenschmerzen bisher Akupunktur (Keinerlei Wirkung), normale Deutsche Massage (Entspannt, hilft aber nicht gegen den Schmerz) und Thai Massage (Schmerzhaft, aber deutliche Verbesserung nach mehreren Anwendungen) hinter mir. Ich will demnächst einmal die Fussreflexzonenmassage testen.

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