So., 12.02.12

Gesundheitsirrtümer Hatte Oma unrecht?

Artikel vom 03.06.2010

Jeder erinnert sich an Gesundheitsratschläge von Oma: Langes Schlafen ist gesund, Schnarchen harmlos, eine Zecke muss links herum rausgedreht und der Kopf bei Nasenbluten in den Nacken gelegt werden. Aber stimmt das wirklich?

Der Mediziner Michael Prang hat von Generation zu Generation vererbte Tipps unter die Lupe genommen und «Die 101 größten Gesundheitsirrtümer» herausgefiltert. «Bei genauer Betrachtung machen viele alten Gesundheitsvorschläge nicht gesünder, sondern im schlimmsten Fall sogar krank», leitet Prang sein daraus entstandenes Buch ein.

Wer viel schläft, lebt länger

Keine Frage: Jede Nacht nur ein paar Stunden zu schlafen, ruiniert auf Dauer die Gesundheit. Daran zweifelt auch Prang nicht. Wohl aber verweist er darauf, dass zu viel Schlaf auch schaden kann. So seien Sterblichkeit und Krankheitsauffälligkeiten bei jenen Menschen deutlich erhöht, die im Durchschnitt mehr als acht Stunden pro Tag schlafen.

Prang erklärt dies auch damit, dass sich die meisten Langschläfer zu lange im Dunkeln aufhalten und somit zu wenig Vitamin D produzieren. Ob eine Nacht erholsam ist, hänge weniger von der Schlafdauer als der Qualität des Tiefschlafs ab. Einfach mal so richtig lange auszuschlafen, um neue Energie zu tanken, funktioniere deshalb nicht. Stattdessen müsse jeder sein individuelles Schlafmaß finden. Zwischen sieben und acht Stunden Schlaf hält der Mediziner im Normalfall für das Optimum.

Bei Nasenbluten: Kopf nach vorn oder hinten?

Falsch, so findet der Mediziner, ist auch der alte Ratschlag, bei Nasenbluten den Kopf in den Nacken zu legen. Das nütze nicht viel. Viel erfolgreicher sei, die Nasenflügel für mindestens zwei Minuten bei nach vorne geneigtem Kopf zusammenzudrücken. Ein kalter Lappen im Nacken helfe zusätzlich.

Schmökern unter der Decke?

Wer kennt nicht die mütterliche Mahnung aus seiner Kinderzeit, Lesen bei Schummerlicht schade den Augen? «Das ist ein Irrtum», schreibt Prang, und all jene, die mit der Taschenlampe unter der Bettdecke in ihrem Winnetou schmökerten, können aufatmen. Zwar könnten die Augen bei anstrengendem Lesen trocken werden und brennen. «Doch sobald man aufhört zu lesen, ist alles wieder in Ordnung.»

Schnippeln, damit´s schneller wächst?

Es gibt heute noch viele Menschen, die fest davon überzeugt sind, dass Haare schneller wachsen, wenn man sie öfter schneidet. Auch das ist nach Prangs Ansicht ebenso eine Mär wie die Behauptung, Haare würden dadurch dunkler oder dicker.

Kirschen und Bauchweh

Nicht wenige Menschen essen keine Kirschen, weil ihre Mutter sie stets vor Bauchschmerzen gewarnt hatte, wenn sie dazu Wasser trinken wollten. Die Warnung stammt aus einer Zeit, als das Trinkwasser noch Keime enthielt, die das Obst im Magen zum Gären brachten.

Möhren: gut für die Augen?

Mit der Behauptung «Mohrrüben sind gut für die Augen!» wollen viele Eltern ihren Nachwuchs zum Knabbern der Stängel verführen. Eines der wichtigsten Vitamine für die Funktionsfähigkeit der Augen ist das Vitamin A, schreibt Prang. Der Körper könne im Darm aus Beta-Carotin in Verbindung mit Fett selbst Vitamin A herstellen. Man müsste täglich mehrere Kilogramm Mohrrüben essen, um den Tagesbedarf des Körpers an Beta-Carotin allein durch Mohrrüben zu decken.

Drehwurm für Zecken

Prang räumt auch mit dem Irrtum auf, eine Zecke linksherum aus dem Körper drehen zu müssen: Deren Stechapparat habe kein Gewinde, sondern sei ein Saugrüssel, mit dem die Zecke Blut aufnimmt. Deshalb sollte das Insekt so schnell wie möglich mit einer Pinzette herausgeholt werden.

 

Lesetipp: Michael Prang, Vegetarier leben länger: Die 101 größten Gesundheitsirrtümer, Verlag C. H. Beck, München, 159 Seiten, 9,95 Euro.

kas/kat/reu/news.de/dpa
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Leserkommentare (3)
  • Kommentar: 3
  • 04.06.2010 06:43
von
Elster
Antwort auf Kommentar 2

Stimmt ja ,aber es sähe auch ulkig aus eine Hase mit Brille.Der Hase spart obendrein dann noch Geld ,aber ich muß das Portmonaie dann öffnen und zahlen .Mein Portemonaie ist dann aus Zwiebelleder da kommen einen die Tränen dann ,wenn ich es öffne .

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  • Kommentar: 2
  • 04.06.2010 02:34
von
Felix Kroll
Antwort auf Kommentar 1

Liebe Elster, wenn Du älter wirst, brauchst auch Du eine Brille. Hasen aber nicht!

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  • Kommentar: 1
  • 03.06.2010 13:47
von
Elster

Ich bin doch kein Hase oder Kanninchen ,daß ich Möhren esse .Meine Augen sind auch ohne Möhren noch prima . Brauche noch keine Brille !Na , schlafen kann man doch nicht erzwingen.Wenn der Körper Schlaf braucht holt er ihn sich schon .

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