Paffer haben es in der Liebe schwer
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Am Weltnichtrauchertag wird Freunden des Glimmstängels ins Gewissen geredet. Denn: Die Gesundheit sehnt sich nach rauchfreiem Leben. Besonders Singles auf der Suche nach der großen Liebe sollten die Finger von der Kippe lassen. News.de erklärt warum.
Ein führendes Unternehmen in Sachen Rauchentwöhnung hat in Kooperation mit einem Flirtportal aktuell rund 2000 Männer und Frauen befragt, wie Raucher auf sie wirken. Eindeutiges Ergebnis: überhaupt nicht - positiv gesehen.
Vorbei sind die Zeiten, in denen Hollywood-Stars wie James Dean mit der Zigarette in der Hand seine Verwegenheit demonstrierte. Selbst er hätte beim weiblichen Geschlecht keine guten Karten mehr: Über 83 Prozent der befragten Damen sind gegen den blauen Dunst und bevorzugen bei ihrer Partnerwahl eindeutig einen Nichtraucher. 45 Prozent davon sind definitiv nicht kompromissbereit. Wenn sie einen Paffer kennenlernen, ist in Sachen Beziehung sofort die Luft raus.
Ähnlich bei den Männern: So gaben zu 85 Prozent an, dass die Frau an ihrer Seite Nichtraucherin sein sollte, für 38 Prozent ist der Konsum von Glimmstängeln absolutes Ausschlusskriterium bei der Wahl der Partnerin.
Besonders bei den äußeren Folgen des Rauchens sind sich Frauen und Männer einig. Für mehr als zwei Drittel der Befragten sind der Geruch von Zigarettenqualm, gelbe Verfärbungen an Fingernägeln und Zähnen sowie Raucherhusten kein Schönheitsideal.
Auch das einstige Leinwand-Image, Rauchen symbolisiere Souveränität, ist längst passé. Über die Hälfte der Frauen assoziieren bei Männern den Griff zur Zigarette mit Nervosität, Stress und vor allem einem ungesunden Lebensstil. Ebenso die Männer, die rauchenden Frauen mit mehr als 60 Prozent einen schlechten Lebensstil zuschreiben. Weniger als fünf Prozent aller Befragten brachten Raucher noch mit Schlagworten wie Erfolg in Verbindung, lediglich drei Prozent mit Souveränität.
Nikotinsucht auf Kosten der Kinder
Während sich Single-Raucher selbst das Leben schwer machen, ist der blaue Dunst auch eine Gefahr für diejenigen, die sich nicht dagegen wehren können: Mehr als 1,7 Millionen Kinder in Deutschland werden täglich zugequalmt. Dies geht aus dem aktuellen Report des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) «Schutz der Familie vor Tabakrauch» hervor. Demnach leiden passivrauchende Kinder häufiger an Atemwegserkrankungen, Mittelohrentzündungen und Asthma.
«Kinder sind nicht nur zu Hause, sondern auch an anderen Orten nur unzureichend vor den Schadstoffen des Tabakrauchs geschützt», warnte die DKFZ-Expertin Martina Pötschke-Langer. Auch ungeborenes Leben ist in Gefahr: Lediglich ein Viertel der schwangeren Raucherinnen geben der DKFZ-Studie zufolge ihr Laster auf. 70 Prozent fangen bereits im ersten Jahr nach der Geburt wieder an.
Die DKFZ-Expertin verlangt deswegen ein umfassendes Rauchverbot für alle Einrichtungen, zu denen Familien Zutritt haben, sowie ein Gesetz gegen das Rauchen im Auto, wenn Schwangere und Kinder mitfahren. Weiter solle das Finanzministerium weitere drastische Tabaksteuererhöhungen erwägen.
Passivrauchen erhöht Diabetes-Risiko
Passivrauchen bringt aber noch weitere Gesundheitsrisiken mit sich. In einer zweiten, im Raum Augsburg durchgeführten Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf und des Helmholtz Zentrums München wurde belegt, dass Passivrauchen auch das Risiko für den Typ 2 Diabetes mellitus erhöht. Nichtraucher, die zum ersten Untersuchungszeitpunkt zu Hause oder am Arbeitsplatz Passivrauch ausgesetzt waren, hatten der Studie zufolge ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an Altersdiabetes zu erkranken als Studienteilnehmer, die weder aktiv noch passiv rauchen.
Um zukünftig über die gesundheitlichen Risiken noch stärker aufzuklären, forderte die Kassenärztliche Bundesvereinigung, auf Zigarettenschachteln weitere Warnhinweise anzubringen. So müssten Raucher auch darüber aufgeklärt werden, dass sie gefährdet seien, ihre Zähne zu verlieren, sagte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Fedderwitz.
Immerhin hätten Raucher ein bis zu 15 Mal höheres Risiko, an Parodontitis zu erkranken als Nichtraucher. Parodontitis wiederum sei die Hauptursache für Zahnverlust bei Erwachsenen. Der Hinweis «Rauchen führt zu Zahnverlust» könnte nach Ansicht der Kassenärzte helfen, Raucher über die Risiken für ihre Mundgesundheit aufzuklären.
Kampf gegen Qualm zeigt nur allmählich Wirkung
Etwa jeder vierte Deutsche über 15 Jahren ist nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes aktiver Raucher. Die Statistiker veröffentlichten zum Weltnichtrauchertag die Zahlen des Mikrozensus für 2009. Die Kampagnen gegen das Rauchen zeigen nur allmählich ihre Wirkung. Der Anteil der Raucher ist in den jüngeren Altersgruppen zwar am höchsten. Bei den 25- bis 29-jährigen Männern waren nur 56 Prozent Nichtraucher, Frauen hatten in der Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren mit 67 Prozent den niedrigsten Nichtraucheranteil.
Allerdings verzeichneten die Statistiker im Vergleich zur vorhergehenden Befragung im Jahr 2005 einen Rückgang des Raucheranteils in den jüngeren Altersgruppen. Der Anteil der sogenannten Ausstiegsquote ist bei den Männern mit 25 Prozent größer als bei den Frauen mit 15 Prozent.
Der tägliche Konsum von Zigaretten ging laut Statistischem Bundesamt von 381 Millionen Stück im Jahr 2000 auf 237 Millionen Stück im Jahr 2009 zurück. Dagegen nahm im gleichen Zeitraum der tägliche Konsum von Feinschnitt zum Selbstdrehen von 35 Tonnen auf 67 Tonnen zu. Allerdings liege der tatsächliche Verbrauch bei Zigaretten höher, da in den Angaben der amtlichen Statistik in Deutschland unversteuerte Tabakwaren nicht enthalten seien.
sca/reu/news.de/ddp/ap
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