So., 12.02.12

Essverhalten Stolperfallen im Speiseplan

Artikel vom 02.06.2010

Zu fett, zu süß, zu salzig: Viele Lebensmittel bekommen schnell das Etikett «ungesund» verpasst. Vitamine und Fruchtsüße gelten dagegen als «gesund». Doch eine gute Ernährung hängt nicht vom Produkt, sondern vom Verhalten der Verbraucher ab.
 

02.06.2010
Meine Meinung
Die Ampel muss kommen
Video: news.de

So kommt es auf die verzehrte Menge der als ungesund geächteten oder als gesund gelobten Nahrungsmittel an. Auch vermeintlich empfehlenswerte Dinge wie Vitaminpillen sind nicht immer unbedenklich.

Viele wollen ihrem Körper mit teuren Vitamintabletten und Nahrungsergänzungsmitteln etwas Gutes tun und vermeintliche Sünden ausgleichen. Jedoch: «Die wenigsten Menschen in Deutschland brauchen zusätzliche Vitamine, der Bedarf ist in der Regel gedeckt», sagt Professor Alfonso Lampen vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Auch die verbreitete Annahme, Vitamine seien generell gesund, ist falsch: «Die Dosis macht das Gift - zu viele Vitamine können dem Körper auch schaden.» So hat eine Studie belegt, dass die Zufuhr von Beta-Karotin, einer Vorstufe von Vitamin A, bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko sogar verstärkt. Und obwohl Folsäurepräparate bei jungen Frauen mit Kinderwunsch ratsam sind, kann ein Zuviel bei älteren Menschen das Risiko von Krebs erhöhen.

Statt Vitamine zu schlucken, sollten Gesundheitsbewusste lieber die Regel «Fünfmal Obst und Gemüse pro Tag» der Deutschen Gesellschaft für Ernährung befolgen. «Mit einer ausgewogenen Ernährung bekommt der Körper im Normalfall alles, was er braucht», sagt Brigitte Neumann, Ökotrophologin aus Uttenreuth bei Erlangen.

Mangel droht bei einseitiger Ernährung

Im Gegenzug kann eine einseitige Ernährung das Risiko eines Nährstoffmangels erhöhen: Bei Menschen, die zum Beispiel ausschließlich Rohkost essen, kann ein Mangel entstehen. «Wenn Sie Zweifel haben, ob Ihre Ernährung ausgewogen ist, lassen Sie sich am besten von einer Ernährungsfachkraft beraten oder anhand eines Blutbildes überprüfen, ob bei Ihnen ein Nährstoffdefizit vorliegt», rät Britta Klein vom Verbraucherinformationsdienst aid.

Panierte Schnitzel, Pommes, Chips und Pizza: Wer gerne zu deftig-herzhaftem Essen greift, nimmt schnell zu viel Fett und Salz auf. «Unsere Geschmacksnerven sind sehr auf Salz getrimmt», erklärt Lampen. «Die meisten Menschen essen zu viel Salz, ein Grund für zu hohen Blutdruck und daraus resultierende Folgeerkrankungen.» Das hilft: etwas weniger und bewusster würzen und weniger Fertigprodukte. Und schon ist das Schnitzel nicht mehr der große Fehltritt, sondern gehört zur ausgewogenen Ernährung als ein Bestandteil dazu.

Für die Gefäße schädlich sind auch gesättigte Fette und Transfettsäuren, wie sie häufig in Fertigprodukten vorkommen. «Ab und zu Pommes ist okay», urteilt Neumann. Aber täglich sollten Chips, Leberwurst, fettreiche Süßigkeiten und Backwaren nicht auf dem Speiseplan stehen.

«Mit der Süße aus Früchten»: Die Werbung lässt viele Verbraucher glauben, dass Getränke mit Fruktose beziehungsweise Fruchtzucker gesünder und kalorienärmer seien als gezuckerte Säfte und Limonaden. «Ein großer Irrtum», warnt Lampen. «Fruktose kann die Zähne genauso schädigen wie Zucker und liefert nicht weniger Energie.» Außerdem braucht der menschliche Körper sogar länger, um die Fruktose zu verarbeiten. «Viele Menschen leiden auch unter eine Fruktose-Intoleranz, bekommen von diesen Produkten Magen- oder Darmbeschwerden», ergänzt Neumann. Auch für Diabetiker sei Fruktose keine empfehlenswerte Alternative zu normalem Zucker.

Von wegen pflanzlich und harmlos

Bei Kopfschmerzen hilft Pfefferminztee, bei Bauchweh Kamille: Seit Jahrhunderten wissen Menschen um die Heilkräfte aus der Natur. Fälschlicherweise werde aber auch angenommen, dass die Pflanzenstoffe völlig harmlos sind, sagt Lampen. Doch das ist nicht immer so: Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass zum Beispiel die Inhaltsstoffe von Ginkgoblatt-Tee ein Potenzial für Allergien und Gehirnblutungen aufweisen.

Auch andere Kräuter wie Johanniskraut, Brennnessel oder Süßholzwurzel können Nebenwirkungen hervorrufen. «So zeigten zum Beispiel Estragol und Methyleugenol, die in Fencheltee enthalten sind, in mehreren Versuchsreihen krebsauslösende und Erbgut verändernde Wirkungen.» Deswegen muss aber der Pott Pfefferminz nun nicht mit Panik betrachtet werden. Wer seine Teesorte jedoch regelmäßig wechselt, hat keine Nebenwirkungen zu befürchten.

kat/sgo/news.de/dpa
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Essverhalten: Stolperfallen im Speiseplan » Gesundheit » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesundheit/855057705/stolperfallen-im-speiseplan/1/
Schlagworte:
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Leserkommentare (2)
  • Kommentar: 2
  • 02.06.2010 19:24
von
fidel

natürlih gibt es leute die sich perfekt ernähren können, eben genauso wie es im artikel steht, abwechslungsreich ist das a und o, aber das muss erst mal wieder aktiviert werden im hirn, weil man ja nicht mehr denken kann...........

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  • Kommentar: 1
  • 02.06.2010 18:12
von
Babsi

ich esse zu meinen Mahlzeiten regelmäßig Nahrungsergänzungen (Pflanzenbegleitstoffe sind das Ding ihr Wissenschaftsprediger !)und fühle mich sehr wohl damit; zeigt mir eine Person im Universum, die sich ausgewogen ernähren kann. Der Durchschnitt in BRD ißt o,5 Apfel/Tag , na Mahlzeit !

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