Pilates: Ein Sch(m)erzprogramm für Männer

Was haben Männer eigentlich bei Pilates-Kursen zu suchen? Denn es ist seit Jahren eine Frauenhochburg, in denen das starke Geschlecht nichts zu suchen hat. Ein weitgefehltes Vorurteil.

news.de-Redakteur Andreas Schloder Bild: news.de

 

Was, Pilates? Bis vor einigen Jahren haben Vertreter des männlichen Geschlechts nur etwas mit dem ähnlich klingenden Begriff Pilatus anfangen können. Es geht zynisch gesagt auch in die gleiche Richtung: Schmerzen und Kreuzweg.

Obwohl Pilates durch Showstars wie Madonna voll im Trend liegt und auch zeigt, dass ein durchtrainierter Körper mit dem sich Räkeln auf der Isomatte zu erzielen ist, bleibt es beim Image Frauensport. Warum eigentlich?

Gerade in den Köpfen der Testosteron-Fraktion ist die Trainingsmethode immer noch mit Stuhlkreisbildung, Mate-Tee und Kursteilnehmerinnen mit Doppelnamen verbunden. Die paar Männer, die sich in die Kursen verlaufen, verkörpern nur ansatzweise ein maskulines Bild.

Männer müssen leiden, oder wenigstens soll es danach aussehen: Das geht halt nicht, wenn man bei den Pilates-Übungen nur mit seinem eigenen Körpergewicht herumspielt. Die Muskeln müssen stattdessen unter der Hantellast in der Muckibude fast schon kollabieren. Das Powerhouse als Zentrum der Körpermitte? Der gestählte Bauch-Six Pack ist besser.

Männer wollen Schmerzen. Und die bekommen sie auch, wenn sie weiterhin an ihrer Meinung festhalten. Durch einseitiges Krafttraining verkürzen sich die Muskeln, die Folgeschmerzen lassen nicht lange auf sich warten.

Außerdem: Wer behauptet denn, dass Pilates nicht mit Schmerz verbunden ist? Allein Übungen wie «Säge» und «Herkules» verheißen nichts Gutes. Einfach mal ausprobieren und dann überlegen, ob die Meinung nicht revidiert werden muss.

mik/ivb/news.de

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