Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Der Fall des Psychotherapeuten Garri R., der seinen Patienten Drogen verabreichte und an dessen Folgen zwei Männer gestorben sind, rückte das vergessene Modell der psycholytischen Therapie wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Aber was versteckt sich dahinter und welche Drogen sind zu Therapiezwecken generell in Deutschland erlaubt?
Vier Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe - so heißt das Urteil für den 51-jährigen Psychotherapeuten, der in einer Sitzung seinen Patienten einen Drogencocktail verabreichte, an dem zwei Männer starben. Doch für Sascha Rudat, Pressesprecher der Berliner Ärztekammer, ist das zusätzlich ausgesprochene, lebenslange Berufsverbot wichtiger. «Es ist die einzig logische Konsequenz. Die Verabreichung von Drogen wie LSD, Ecstasy und Heroin im Rahmen der Psychotherapie ist klar rechtswidrig.» Im Bereich der Therapie habe der Staat bewusst sehr enge Grenzen gesetzt. «So werden höchstens zu Beginn der Therapie Psychopharmaka eingesetzt, um Psychosen bei den Patienten zu lockern», erklärt Rudat. Aber keine Drogen.
Doch Anhänger wie der Verurteilte setzen sie bewusst ein, um etwa depressive Menschen zu behandeln. Sie sind der Ansicht, es steigere das eigene Bewusstsein. Viele der dabei verwendeten Stoffe beeinflussen Nerven-, Muskel- und Gehirnzellen. Mit fatalen Folgen: Einige Drogen können Hirnschäden, Krampfanfälle und Herzrasen auslösen. Werden verschiedene Mittel kombiniert, verstärke sich noch die Wirkung. Hoch im Kurs bei den «Therapeuten» steht die Partydroge Ecstasy.
Relikt aus der Hippie-Zeit
Die psycholytische Therapie hatte ihren Anfang in den 1950er Jahren. So wurde vom Psychoanalytiker Hanscarl Leuner eine Behandlungsform entwickelt, die bildliche Imagination mit Tagtraumcharakter therapeutisch nutzt. Um die Sitzungen zu intensivieren, setzte er sich für den kontrollierten Einsatz von Halluzinogenen ein. Bewusstseinserweiternde Substanzen wie LSD und Mescalin, welches aus einem Kaktus gewonnen wird, standen ab den 1960er Jahren nicht nur bei Hippies hoch im Kurs. Auch Mediziner setzten darin große Hoffnungen, um psychische Blockaden zu lösen und seelische Untiefen zu ergründen. Mit mäßigem Erfolg. Wie viele Therapeuten sie wie der Verurteilte heute noch praktizieren, ist unbekannt.
Heroin auf Rezept
Der legale Einsatz von Drogen zu Therapiezwecken ist in Deutschland generell verboten. Es gibt bisher jedoch eine Ausnahme, deren Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen wird - sich aber rein auf die Behandlung von Drogenabhängigen konzentriert: Methadon. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gibt es in Deutschland rund 150.000 Bürger, die Opiate als Rauschmittel, vorwiegend Heroin, konsumieren. Während die eine Hälfte weiter illegal die Drogen beschafft und verbraucht, erhalten die anderen 69.000 Abhängigen eine Substitutionsbehandlung. Das heißt: Mit der kontrollierten Verabreichung des Heroinersatzes Methadon haben die Süchtigen eine Chance, sich anfangs gesundheitlich wie sozial zu stabilisieren und anschließend auch beruflich wieder auf die Beine zu kommen.
Aber bei bis zu 1000 geschätzten Patienten ist der Suchtgrad so weit fortgeschritten, dass die Methadon-Behandlung aufgrund des schweren Krankheitsstadiums nicht mehr anschlägt. Auch für diese schwerst Opiatabhängigen gibt es mit Diamorphin neue Hoffnung. Im Sommer vergangenen Jahres wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Verabreichung des synthetischen Heroins unter strengen Auflagen ermöglicht.
Wann wird Cannabis frei gegeben?
Da sieht der Einsatz von Cannabis in der Medizin schon anders aus: Es bleibt weiterhin verboten, Schmerzen, die beispielsweise durch Multiple Sklerose entstehen, zu lindern. Und es wird sich auch daran nichts so schnell ändern, wie Ärztekammer-Sprecher Sascha Rudat meint. «Da gibt es wenig Option, dass dies in naher Zukunft geändert wird.»
cvd/ivb/news.de
Vermutlich hätte ich noch vor einer Stunde ähnlich reagiert. Aber wussten sie, dass mit LSD große Erfolge im Kampf gegen Depressionen, Ängste, Schmerzen und Alkoholismus erzielt wurden? Hatte der Psychiater damit schon Leuten geholfen? Wenn es geklappt hätte, wäre er ein Pionier gewesen. Aber vermutlich wusste er nicht, was er da tat. Und wenn er keine Ahnung hat, dann sollte er das anderen überlassen. Es ist nicht gut zu heißen, dass Leute Dinge tun, ohne zu wissen, was sie eigentlich tun, aber da wäre er nicht der Einzige: Wulff, Hapko-Fukushima
jetzt antwortenKommentar meldenschon der hammer was diesen typen einfällt einfach so patienten sonen cocktail verabreichen frag mich nur wie so einer an seine zulassung gekommen is aber in de fragt man sich so vieles find ich immer noch sehr schade um auch armseelig das cannabis verboten und verteufelt wird dabei is es eine pflanze wie jede andere auch dutzende leute sterben und erkranken tag täglich an alkoholsucht-fergiftung und das alles nur aus einem grund der staat verdient dabei es ist weltweit nicht ein fall bekannt wo jemand an ner überdosis cannabis gestorben is aber an alkohol sterben tag täglich zig tausende
jetzt antwortenKommentar meldenIch dachte immer das Wort "Psycho"-therapie bedeutet die Seele zu behandeln. Aber ich liege da offensichtlich total falsch. Wenn die Seele also mit Drogen behandelt wird und die Behandlung zum Tode führt müßte ich logischer Weise daraus ableiten, daß dann die Seele zu Tode therapiert wurde. - ausgehend vom Gegenteil: der "unsterblichen" Seele, warum wird diese dann mit Drogen therapiert, die lediglich den Körper töten? Um also die Seele zu psychotherapieren wird der Körper durch die Verabreichung von Drogen therapiert - aber gehört das nicht die Abteilung Arzt,Medizin,Bestattungsunternehmen?
jetzt antwortenKommentar meldenEs ist schon schlimm genug, dass Psychiater als Medikamente bezeichnete Drogen verabreichen. Dass auch noch Straßendrogen verabreicht werden, schlägt dem Fass den Boden aus. Es freut mich, dass wenigstens in diesem Fall einmal das Strafgesetz zur Anwendung kam.
jetzt antwortenKommentar meldenLeider ist zu wenig bekannt, daß wir den Ärger mit Drogen, tausenden von Drogentoten und Abhängigen der Psychiatrie zu verdanken haben. Das Thema wird in diesem Artikel zwar gestreift, doch wäre vollständige Aufklärung wichtig. Daß auch schon damals die Chemiekartelle eine Rolle spielten, steht für mich außer Frage. Bis heute wurden die verantwortlichen Psychiater nicht vor Gericht gebracht. Die Folgen und das Leid für die Bevölkerung können wir tagtäglich sehen.Und ständig lassen sie sich neue "Volkskrankheiten" einfallen und "behandeln" diese natürlich mit Psychopharmaka.
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