Der richtige Schutz Ohne Schmerzen Sonne tanken

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Man sollte sich nie ungeschützt dem Sonnenbaden aussetzen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Nadine Faßhauer
Glühend rote Ohren, kleine Pusteln oder Bläschen: Wer es mit der Sonne übertreibt oder sich ihr sogar ungeschützt aussetzt, bekommt eine schmerzhafte Quittung. Dabei ist es so einfach, sich zu schützen.

Den besten Sonnenschutz lieferte bis dato das schlechte Wetter selbst. Doch an Pfingsten kommt die Sonne zurück, zudem nutzen Millionen von Deutsche die freien Tage für Ausflüge und Urlaubsreisen. Dabei sollte der richtige Schutz gegen die Sonne der wichtigste Begleiter sein. Die meisten Menschen sind cremefaul oder tragen zu wenig auf, weiß Apothekerin Ursula Sellerberg, Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Sie empfiehlt die Neun-Finger-Regel, um den Körper gut zu schützen: «Wenn man aus der Tube die Creme auf den kompletten Zeigefinger aufträgt, dann ist das ist eine Einheit. Und davon braucht man neun für den ganzen Körper.» Wer zu dünn aufträgt, erreiche nicht den gewünschten Lichtschutzfaktor. Der Sonnenbrand ist vorprogrammiert.

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Die Wahl des geeigneten Lichtschutzfaktors richtet sich nach dem Hauttyp und dem Aufenthaltsort. «Mit höherem Sonnenschutz kann man natürlich auch länger in die Sonne», sagt Martin Ruppmann vom Verband der Vertriebsfirmen kosmetischer Erzeugnisse (VKE) in Berlin. Die Faustregel lautet: Eigenschutzzeit multipliziert mit Lichtschutzfaktor ergibt die Zeit, in der man sich gefahrlos in der Sonne bewegen kann. «Die Eigenschutzzeit hängt vom Hautyp ab und kann anhand von Haut-, Haar- und Augenfarbe sowie der Pigmentierung abgeschätzt werden.» Es gilt: Je empfindlicher der Hauttyp und je stärker die Strahlungsintensität, desto höher muss der Schutzfaktor ausfallen.

Es gibt verschiedene Arten von Sonnenschutz. Die meisten haben einen chemischen Filter. Die Lichtschutzfaktoren dringen in die Haut ein und absorbieren dort die Sonnenstrahlen. Sie brauchen allerdings eine gewisse Zeit, bis sie wirken und müssen deshalb bereits eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad aufgetragen werden. Anders wirken physikalische Schutzmittel. «Hier werden auf die Haut kleinste Partikel aufgetragen, die das Licht reflektieren. Zum Beispiel aus Titandioxid», erläutert Sellerberg. Bei diesen Cremes liege die Schutzschicht direkt auf der Haut und wirke sofort.

Mit welchem Produkt man sich einschmiert, ist auch eine Frage der Vorliebe: «Leichte, fettfreie Gels sind für den Sonnenschutz beim Stadtbummel mit Alltagskleidung optimal. Reichhaltige Produkte sind zum Sonnenbaden geeignet», rät Britta John vom Parfümerieverbund Beauty Alliance in Bielefeld. Sonnenöl wirke wie eine Art Bräunungsbeschleuniger, biete aber meist nicht ausreichend Schutz vor der UV-Strahlung.

Im Schlamm wälzen

Wer allergisch auf Cremes mit juckenden, brennenden oder nässenden Pusteln reagiert, sollte auf Sonnencreme ohne EmulgatorenEmulgatoren sind Stoffe, die es ermöglichen, eigentlich nicht miteinander mischbare Komponenten in eine beständige Emulsion zu bringen. zurückgreifen. Diese gibt es in Apotheken in Form von Gels und sind für Allergiker besser verträglich. Wem das nicht hilft, muss auf lange Kleidung zurückgreifen oder ganz auf die Sonne verzichten. Rein theoretisch würde es ebenfalls helfen, sich wie ein Tier in einer Dreckpfütze zu wälzen, erwähnt Sellerberg augenzwinkernd die Alternative: «Wenn ich mir eine Packung Lehm ins Gesicht schmiere, kriege ich auch keinen Sonnenbrand.»

Die Haut vergisst nichts. Gerade bei Kindern unter sechs Jahren ist das wichtig. «Kinder sollten gar keine Sonnenbrände haben, denn die Haut ist noch zu empfindlich», mahnt Sellerberg. Für das Hautkrebsrisiko sind Sonnenbrände, die man in der Kindheit hatte, viel schlimmer, als vergleichsweise einer im Alter von 50. Die Kleinen halten sich im Sommer am besten im Schatten auf, tragen eine Kopfbedeckung, meiden die Mittagssonne und sind gut eingecremt. «Farbige Produkte sind toll für Kinder, weil man sieht, wo das Mittel noch nicht ausreichend verteilt wurde», sagt Parfümeurin John.

Wen es doch erwischt hat und die Haut glüht, sollte die betroffenen Stellen kühlen und viel trinken. «Bei so einer Verbrennung heilt die Haut sich selbst, aber das dauert ein paar Tage», erklärt Sellerberg. Werden die Schmerzen unerträglich, könne man zu leichten Schmerzmitteln greifen. Tritt keine Besserung ein, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

sca/news.de/dpa

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