Hotel gebucht, Reiseführer besorgt, Koffer gepackt - doch wie sieht es mit dem Impfschutz aus? Der wird oft vernachlässigt. Bei der news.de-Telefonaktion beantworten Experten Fragen rund um das Thema Reiseimpfungen.
Viele Menschen vergessen bei ihrer Urlaubsplanung, dem Risiko einer ernsten Erkrankung vorzubeugen – das brachte eine Befragung unter mehr als 8000 Touristen zutage. Ganz oben auf der Liste der häufigsten Infektionskrankheiten, die Reisende durch eine Impfung verhindern können, stehen Hepatitis A und B – und das nicht nur bei Fernreisen. So kam es im März dieses Jahres in Südwest-Frankreich zu einem Hepatitis-A-Ausbruch mit mehr als 50 Erkrankten. Die Infektionsquelle: getrocknete Tomaten aus der Türkei.
Das Risiko, an Hepatitis A oder B zu erkranken, wird von den gemäßigten Zonen bis hin zu den Tropen immer höher. So besteht im gesamten Mittelmeerraum – dem liebsten Reiseziel der Deutschen – eine nicht zu unterschätzende Ansteckungsgefahr. Für die Hepatitis A ist diese regional sogar hoch! Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher allen, die in den mediterranen Raum reisen, die Schutzimpfung gegen Hepatitis A und B. Denn eine Infektion mit den Erregern ist keine Lappalie. So kommt es bei etwa jeder zehnten Hepatitis-B-Infektion zu einem chronischen Verlauf, der nach Jahren eine Leberzirrhose oder Leberkrebs zur Folge haben kann.
Gerade auf Reisen ist es zudem wichtig, dass der eigene Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Polio (Kinderlähmung) und gegebenenfalls Keuchhusten und Masern komplett ist. Ein Schutz gegen Typhus und Tollwut kann sinnvoll sein, wenn das Reiseziel am östlichen Mittelmeer oder in Nordafrika liegt.
Vor Fernreisen ist zudem eine reisemedizinische Beratung sinnvoll. Idealerweise wird diese von einem entsprechend fortgebildeten Arzt durchgeführt. Denn wenn es etwa nach Zentral-Afrika, Lateinamerika oder Südost-Asien geht, können weitere Impfungen notwendig sein. Und auch andere vorbeugende Maßnahmen, wie etwa die Malaria-Prophylaxe, schützen Reisende vor dem Urlaub im Krankenbett.
Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Reiseimpfungen? Wo finde ich reisemedizinisch fortgebildete Ärzte? Kann ich mit meinem Kleinkind nach Afrika reisen? Was sind die Übertragungswege von Hepatitis A und B? Diese und alle weiteren Fragen beantworten die Experten bei der news.de-Telefonaktion. Die kostenlose Telefonsprechstunde findet am Donnerstag, 6. Mai, von 10 bis 17 Uhr unter der Rufnummer (0800) 0 60 4000 statt.
Die Experten am Telefon: Dr. Karl-Heinz Herbinger; Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Albrecht von Schrader-Beielstein; Allgemeinarzt und Arzt für Naturheilverfahren, Praxis für Reise- und Tropenmedizin, Wörthsee bei München, Dr. Joachim Richter; Leiter Tropenambulanz der Universität Düsseldorf, und Dr. Christa Kitz; Kinderärztin und Tropenmedizinerin von der Organisation Ärzte ohne Grenzen und dem missionsärztlichen Institut Würzburg, Uniklinik Würzburg.
kat/reu/news.de/pr.nrw