Mo., 13.02.12

Partnersuche im Netz Amors digitale Pfeile

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder

Artikel vom 06.05.2010

Die Partnersuche übers Internet ist beliebt wie nie zuvor. Doch bringt das virtuelle Flirten das erwünschte Liebesglück? Beziehungsexperten haben daran ihre Zweifel. Denn die Ansprüche sind viel zu hoch gestiegen und fast jeder beschönigt sein Profil.

Über 7,5 Millionen, also jeder zweite deutsche Single, glaubt einer Studie von Infratest dimap zufolge, den idealen Partner im Netz zu finden. Genau die gleiche Anzahl gibt es auch an Zugriffen, die jeden Monat die digitalen Portale aufsuchen und durchstöbern. Doch für die Suche nach Mr. oder Mrs. Right darf man nicht ungeduldig sein. Denn im Schnitt stellten sich die Befragten auf eine mindestens 19-monatige Suche ein. Auch gefährlich: Drei von vier deutschen Singles bezweifeln zudem die Ehrlichkeit von Menschen, die sich in Internet-Partnerbörsen betätigen.

Mit 81 Jahren auf Online-Safari

Andererseits sprechen diese Zahlen für sich: Von den über sechs Millionen Deutschen, die ihren Schatz durchs WWW kennen und lieben gelernt haben, sind rund ein Drittel der Beziehungen bis dato intakt. Genau das lässt die Online-Portale wie elitepartner, neu.de, edarling, partnersuche.de und viele weitere weiterhin boomen. «Unsere Zielgruppen sind Singles von Mitte 20 bis Ende 50, die eine langfristige Beziehung wollen. Und die unterstützen wir bei der Suche», erklärt Stephan Huwig, Portalmanager von partnersuche.de, das wie news.de zur Unister Holding GmbH zählt. Doch in den vergangenen Monaten zeigt sich, dass die Portale auch bei Senioren immer beliebter werden. «Unser ältester Nutzer ist 81», so Huwig.

«Flirt-, Date- oder Partnerportale liegen im Trend, weil sie viele vermeintliche Vorteile bieten», ist Beziehungs- und Flirttrainer Stefan Strecker überzeugt. Gerade für Berufstätige, die zu ungewöhnlichen Zeiten arbeiten müssen, sei das Netz eine willkommene Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen. Doch viel wichtiger: «Für die Nutzer ist am Anfang die Distanz sehr wichtig. Lernt man persönlich einen Menschen kennen, ist man oft verunsichert und hat das Gefühl, völlig nackt vor einem zu stehen», kann Strecker nachvollziehen. Im Netz ist das anders: Von der Anonymität verspricht sich der User Sicherheit und Kontrolle. «Und es spart Zeit, Emotionen und vor allem Enttäuschungen, wenn man bei der Partnerwahl vorsortiert. Glaubt man zumindest», fügt der Beziehungscoach hinzu.

Internet bringt die Leute nicht näher zusammen

Der Aachener hat es selbst für seine Arbeit ausprobiert. In seinen Tests wurden ihm genau die Vorschläge an Partnerinnen gezeigt, die zu seinem Profil passten und von denen er sich angesprochen fühlt. Dabei wurden ihm aber keine Fotos der Damen gezeigt, da «Bilder trügerisch sind». Es ging rein nach Interessen. Doch der Experte warnt. «Das Internet bringt die Menschen zwar oberflächlich, aber nicht tiefgründig zusammen. Hier wird eine Pseudo-Sicherheit aufgebaut», betont Strecker.

Denn er bezeichnet die Liebe als großen Aufwand. Das virtuelle Leben habe mit der Realität nichts zu tun. Das wahre Leben könne man dadurch nicht erfahren oder erlernen. Er empfiehlt daher, weiterhin persönlich nach der Liebe Ausschau zu halten. «Im zwischenmenschlichen Kennenlernen steckt zwar mehr Reibung, aber dafür ist es umso spannender. Denn was ist schöner: Ein Bussi, dass man persönlich bekommt oder eines, was virtuell verschickt wird», fragt der Experte.

Ein weiterer Grund, warum die Online-Suche gefährlich sein kann, seien die Beweggründe des einzelnen Users. Während Frauen tiefgründiger seien und nach der wahren Liebe suchten, wären Männer laut Strecker planbarer und praktischer veranlagt. Nach bestimmten Kriterien werde hinter einer Frau ein Häkchen gemacht - und oft nicht nur bei einer. Das hält Strecker aber für trügerisch. «Viele wollen ihre Frustration dadurch besiegen, in dem sie sich in eine neue Partnerschaft stürzen.» Sie könnten aber keinen benutzen, um selbst glücklich zu werden. Deswegen gingen die frisch geschlossenen Partnerschaften bald auch wieder schief, so der Flirt-Experte.

Das bestätigt auch Glücksforscher Stephan Lermer aus München. «Das Anspruchsniveau ist derart gestiegen. Mit den hohen Erwartungen will man erreichen, dass der Partner einen glücklich macht. Dieser erwartet aber das gleiche vom Pendant. Und das ist die größte Falle», betont Lermer.

Aber wie definiert der Experte Beziehungsglück? Ganz wichtig: «Das Selbstwertgefühl muss bei beiden im Plus sein, die Kommunikation darf nicht gekünstelt sein und sie müssen eine gemeinsame Vision haben», erklärt der Forscher.

Ruhig das eigene Profil beschönigen

Der Glücksforscher findet Internet-Partnerbörsen absolut spannend, denn allein schon das Anlegen eines Profils biete einen gigantischen Mehrwert. «Man setzt sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinander und macht sich Gedanken, was man überhaupt sucht.» Als Beziehungsberater hat er sich selbst schon im Auftrag seiner Kunden in Partnerportale geklickt, um ihnen bei der Schärfung des Profils wichtige Tipps zu geben. Lermer empfiehlt, 20 Prozent bei seinem Profil zu beschönigen. «Einfach die schlimmsten Makel des Charakters weg lassen und die positiven Seiten noch deutlicher betonen», so der Forscher. «Aber Ehrlichkeit ist entscheidend, sonst macht man sich selbst was vor.»

Die Partnersuche im Netz hält er mittlerweile für unverzichtbar, denn durch die Globalisierung und Technisierung habe sich ein unglaublicher Partnermarkt entschlossen. «Früher musstest du dich in deinem Dorf beeilen, so schnell wie möglich die begehrtesten Frauen zu bekommen, bevor sie dir ein anderer wegschnappt und für dich nur der Rest übrig bleibt», schildert Lermer salopp.

kat/reu/news.de
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Leserkommentare (4)
  • Kommentar: 4
  • 05.01.2012 16:55
von
ihwothg

zSz9mi , [url=http://uytxninpapwy.com/]uytxninpapwy[/url], [link=http://cmnieisvpyua.com/]cmnieisvpyua[/link], http://yqfodzrmrlmc.com/

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  • Kommentar: 3
  • 03.09.2011 12:05
von
Mike

In der Tat kennt die Liebe keine Grenzen mehr - und das ist auch gut so! Das Interessante ist, dass dadurch wirklich "Nischen"-Singleplattformen entstanden sind: Zuckerjungs.de, 50plus-Treff und AltersvorSprung.de (um mal ein paar davon zu nennen). Alle weiteren werden gut sortiert auf http://suche-einen-partner.net aufgelistet. Warum sollte die Liebe auch Grenzen kennen??? Gruß Mike

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  • Kommentar: 2
  • 09.08.2011 16:19
von
zarahlea
Antwort auf Kommentar 1

Das sehe ich auch so. Kassieren für die Werbung, verkaufen überteuerte Reisen und bieten wenig Schutz für meine Daten. zarah

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  • Kommentar: 1
  • 12.05.2010 16:02
von
xyz

Partnersuche im Internet schön und gut, aber die ganzen Partnerbörsen ziehen einem ja mittlerweile dreist das Geld aus der Tasche!

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