Hausapotheke Erster Retter in der Not

Autsch - das Knie ist aufgeschlagen. Nun geht das Gewühle nach der passenden Cremetube los. Wer seine Medikamente quer in der Wohnung verteilt hat, sollte sich eine Hausapotheke zulegen. News.de verrät, was alles reingehört.

Medizinschrank (Foto)
Bei kleinen Notfällen ist die Hausapotheke der Retter in der Not. Bild: DAK/Schläger

Eine Hausapotheke hilft bei kleinen Kratzern oder wenn eine Erkältung im Anmarsch ist. Dazu muss sie allerdings richtig befüllt sein: Vom Pflaster über das Fieberthermometer bis hin zum Durchfallmittel sollte alles vorhanden sein. Ob der Notfallkasten richtig bestückt ist, prüft man am besten mit einer Checkliste.

In eine Hausapotheke gehören vor allem Arzneien für akute Erkrankungen. Ein Singlehaushalt  benötigt andere Medikamente als eine Familie mit Kleinkindern. Und: Ein Herzpatient braucht anderweitige Pillen in seinem Notfallschrank als ein gesunder Mensch. Chronisch Kranke sollten auf Wechselwirkungen achten, bevor sie Mittel gegen Durchfall oder Allergien anschaffen, da es sonst gefährlich werden kann.

Ein absolutes Muss im Kästchen ist ein Fieberthermometer, einige Pflaster und Verbände. Auch Tabletten gegen Schmerzen und Fieber sollten griffbereit sein. Wer öfter mit Durchfall zu kämpfen hat, besitzt zudem Tropfen gegen diese unangenehmen Magenbeschwerden.

Hausapotheke: Medizinische Basis für daheim

AbsoluteTabus im Arzneischrank sind Fleckentferner, Chemikalien oder Pillenreste der letzten Erkältung oder Magen-Darm-Grippe. Insbesondere Überbleibsel von Antibiotika müssen vernichtet werden, rät die Apothekerin Ursula Sellerberg. «Bei Antibiotika können, wenn man die nicht lange genug einnimmt, relativ leicht Resistenzen entstehen.» Deshalb sollten übrig gebliebene Tabletten in den Müll statt in die Hausapotheke wandern. Bei erneuter Erkrankung reichen die Reste nicht aus, und ein neues Rezept vom Hausarzt ist unabdingbar.

Einmal im Jahr ausmisten

Wer bereits eine Hausapotheke in Form einer Schublade oder eines Kartons besitzt, sollte einmal im Jahr ausmisten. Abgelaufene Mittel oder Arzneien, auf denen kein Name gedruckt ist oder die Packungsbeilage fehlt, müssen aussortiert werden. Denn Arzneien könnten ihre Wirkung verloren haben oder unerwünschte Nebeneffekte entfalten.

Verbände sind nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht mehr steril und gehören in die Tonne. Bei Säften und Tropfen sollte das Datum aufgeschrieben werden, an dem die Flasche das erste Mal aufgedreht wurde, da sie nur eine bestimmte Zeit nach dem Öffnen weiter verwendet werden können.

53 Prozent  der Haushalte bewahren ihre Helferchen im Bad oder in der Küche auf. Das besagt eine Umfrage der Apotheken Umschau. Doch genau dort gehören die Medizinkästchen nicht hin. Denn: Dort herrscht mitunter zu hohe Luftfeuchtigkeit. Tabletten, Säfte und Co. lagern am besten trocken, dunkel, kühl und vor allem kindersicher. Die kleinen, bunten Pillen dienen sonst schnell als vermeintliches Naschwerk. Ideal sind somit abschließbare Schränkchen.

Wer statt teurer Halsschmerztabletten oder kostspieligen fiebersenkenden Mitteln lieber auf Omas alternative Heilmethoden setzt, kann seine Hausapotheke natürlicher gestalten. Dann müssen Kartoffeln für Wickel gegen Fieber oder Quark gegen Sonnenbrand in der Vorratskammer oder im Kühlschrank zu finden sein. Bei Halsschmerzen und bei Bauchweh ist Fenchel- oder Kamilletee  ein wahres Wundermittel. Und Zwiebelsaft hilft eingeatmet bei einer Schnupfnase oder mit Honig verrührt gegen Husten.

Homöopathische Grundausrüstung

Auch homöopathische Mittel können bei Wehwehchen eingesetzt werden. Hierbei werden kleine Kügelchen, sogenannte Globuli, verwendet. Bei dieser Methode wird auf die Selbstheilungskräfte des Körpers gesetzt. Die kleine Standardtasche für die gängigsten Beschwerden enthält 30 Mittel. Damit muss sich der Verbraucher allerdings auskennen. Denn auch, wenn Homoöpathie auf Naturprodukte wie Kamille, Arnika oder Johanneskraut zurückgreift, muss man sie als Medikamente einstufen und ihre Wirkung kennen.

Eine weitere Variante sind die zwölf Basis-Schüsslersalze in Tablettenform. Mit Hilfe einer Erkrankungsliste lassen sich fast alle Beschwerden zumindest unterstützend mit den Mineralstoffen behandeln. Selbst bei Schwangeren und Säuglingen sind die Salze gefahrlos und ohne Nebenwirkungen einsetzbar.

Eine günstige Alternative zu teuren Medikamenten aus der Apotheke sind freiverkäufliche Arzneimittel aus Supermärkten und Drogerien. Laut Sellerberg haben diese ein relativ geringes Risikopotential. «Man kann sie gut  für Bagatellerkrankungen verwenden.» Hierzu zählen leichte Erkältungen oder ein schwaches Magengrummeln. Bei einer Virusinfektion oder einem Infekt helfen solche schwach dosierten Medikamente allerdings nicht mehr. «Bei der Wirkung ist die Grenze irgendwann erreicht und man braucht etwas stärkeres», empfielt die Apothekerin.

Generell hat jede Selbstmedikation nur eingeschränkte Möglichkeiten. Werden die Beschwerden nach ein paar Tagen nicht besser oder kommt hohes Fieber hinzu, sollte man immer einen Arzt aufsuchen. 

kat/reu/news.de

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