Killerpollen aus der Asche
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Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Artikel vom 20.04.2010
Das Timing des Asche spuckenden Vulkans hätte schlechter kaum sein können. Besonders Allergikern könnte in der Hochsaison des Pollenflugs ein harter Frühling bevorstehen. Denn: Im Kontakt mit der Asche entstehen aggressive Killerpollen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte vor ein paar Tagen eine Warnung herausgegeben, dass Menschen mit Atemwegsproblemen - etwa Asthmatiker und Allergiker - von der Vulkanasche besonders betroffen sein könnten. Am Dienstag wurde wieder abgewiegelt. Es gebe derzeit noch keine Auswirkungen auf die Gesundheit. Erst wenn der Ascheniederschlag um das Zwei- bis Dreifache zunehme, werde es problematisch. Das sieht Dr. Michael Barczok, Pressesprecher des Bundesverbandes der Pneumologen (BdP) anders.
Besonders große Sorgen bereite dem Lungenarzt und seinen Kollegen der derzeitige Pollenflug. Denn: Kommen Pollen mit den vulkanischen Feinstaubpartikeln in Kontakt, dann reagieren sie mit diesen. «Die Pollen sind darauf programmiert zu keimen, wenn sie auf etwas Festes stoßen», so Barczok. Durch diesen Enzymprozess werden sie um ein Vielfaches aggressiver. Dazu gebe es zahlreiche Studien.
Es sei aus diesem Grund eine Katastrophe, dass der Vulkan genau zur Hauptzeit des Pollenflug aktiv geworden ist. Ein Faktor, der die Situation noch zusätzlich verschärft: Nach dem langen Winter sind die Pollen in diesem Jahr bereits wesentlich geballter unterwegs als gewöhnlich.
Pollen in luftigen Höhen
«Wenn daraus jetzt auch noch Killerpollen entstehen, dann ist das für die Menschen denkbar ungünstig», befürchtet Barczok. Besonders betroffen sind die gerade fliegenden Birkenpollen und die für das kommende Wochenende erwarteten Gräser. Denn: Diese fliegen in besonders luftigen Höhen über weite Strecken, bis zu 200 Kilometer, sodass höchstwahrscheinlich Kontaktzonen entstehen werden. Hinzu kommt die derzeit trockene Witterung, die verhindert, dass die Asche ausgewaschen wird.
Aber es sind nicht nur die bereits Heuschnupfengeplagten gefährdet, die Birke und Gräser auf ihrer Gefahrenliste stehen haben. Zu befürchten sei, dass selbst viele Menschen, die bisher noch kaum mit Allergien zu tun hatten, in diesem Jahr massiv betroffen sein könnten. «Und um diese machen wir uns besondere Sorgen», so Barczok.
Erfahrene Allergiker oder Asthmatiker wissen, was sie bei einem Anfall zu tun haben. Bisher Unbelastete könnten dagegen in gefährliche Situationen kommen. «Wer Beschwerden entwickelt, sollte sich sofort an einen Lungenarzt, Allergologen oder zumindest seinen Hausarzt wenden», rät Barczok. Betroffen sein könnte damit mindestens jeder dritte Bundesbürger. Denn so viele sind allergiegefährdet.
Im Gegensatz zu den Allergikern müssen sich Asthmatiker noch keine großen Sorgen machen. Denn für sie sei entscheidend, was auf Atemhöhe ankommt. So lange sich die Aschewolke nicht stark senkt und die Partikel direkt eingeatmet werden, bestehe noch keine Gefahr. Macht sich der vulkanische Auswurf aber in der Atemluft breit, könnte die bereits überempfindlichen Schleimhäute der Asthmatiker gereizt werden und sich Anfälle häufen. Aber auch Menschen, deren Lungen – etwa durch Raucherhusten – bereits stark eingeschränkt sind, könnten dann zu kämpfen haben.
Für Gesunde völlig ungefährlich
«Aber dazu haben wir bisher noch keine Daten», sagt Barczok, «deshalb gehe ich davon aus, dass das noch nicht das Thema ist.» Gefährlich werde es erst dann, wenn der Vulkan noch lange weiter spuckt und sich die Druckgebiete so ungünstig verändern, dass die Wolke an Höhe verliert. Sollte die Asche an Regen gebunden auf die Erde fallen, sei die Gefahr gebannt. «Dann wird die Natur etwas gedüngt und die Lungen bleiben unbelastet. Aber bleibt es trocken, haben wir irgendwann schon ein Problem.» Lungenärzte deutschlandweit wappnen sich bereits jetzt für einen Ansturm auf ihre Praxen und legen extra Schichten ein. «Wir haben bereits unsere Sprechstunde erweitert», berichtet Barczok aus dem eigenen Lungenzentrum in Ulm.
Was mögliche Gifte, Mineralnadeln oder Glaspartikel sowie den Schwefelgehalt in der Staubwolke angeht, gibt Barczok Entwarnung. Es gebe zumindest auf dieser Ebene keinerlei Anlass zur Sorge, so dass gesunde Menschen von der Aschebelastung nichts mitbekommen werden.
Inwieweit Kinder besonders gefährdet sein könnten, sei noch nicht absehbar. «Kinder machen uns immer große Sorgen, weil sie sehr viel atmen», erklärt der Lungenspezialist. «Aber da muss es wahrscheinlich erst ganz dicke kommen.»
Wer bereits vorbelastet ist oder Beschwerden bekommt, sollte in den kommenden Tagen auf Fahrradtouren durch blühende Felder oder ähnliche Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel verzichten. Wer dennoch joggen gehen will, sollte sich lieber eine Strecke durch den Wald oder rund um einen See aussuchen, da diese wie Filter wirken. Es müsse sich niemand panisch in seiner Wohnung verbarrikadieren und alle Türen und Fenster schließen, beruhigt Barczok. Aber Pollenfilter vorm Fenster oder im Auto seien sehr vernünftige Investitionen.
sck/reu/news.de
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Die Bestürzung, die in die Herzen der Menschen dringt, ist unbeschreiblich: Killerpollen, die Kreationen aus isländischem Ruß und Birkensproß sind auch wirklich entsetzliche Herausforderungen für das menschliche Immunsystem. Barczok und WHO weisen zu Recht darauf hin, dass das Immunsystem überreagiert. Also sind die vereinigten Partikelchen an sich ungefährlich. Nur das Immunsystem übertreibt einmal wieder. Daher gilt: Schont den Fein(d)staub und legt das Immunsystem lahm. Gibt es eigentlich auch Denkallergien?
jetzt antwortenKommentar meldenSo ein Unfug. In der Tat werden die Allergien zurückgehen. Weil weniger Flieger die Luft mit Kerosin verpesten.
jetzt antwortenKommentar meldenHat der Kollege Barczok nicht genug Arbeit? Das Schüren von Angst und Panik stimuliert die unangemessen starke allergische Abwehrreaktion des Immunsystems nachweislich! Pollen sind harmlos solange das Immunsystem ihnen nicht eine gefährliche Bedeutung unterstellt und reagiert "wie ein wildgewordener Handfeger"... Richtig: Die Kombination von Staub, insbesondere Ruß und Pollen verstärkt die Antwort des Immunsystems. - Der Begriff "Killerpollen" ist populistisch und von keinem Wissen getrübt... Hoffentlich der Einfall eines "dummen" Publizisten und nicht von Herrn Barczok.
jetzt antwortenKommentar meldenIch schlage den Titel ANGRIFF DER KILLERPOLLEN vor. Wir leben hier in der Grafschaft bei Bad Neuenahr auf einer ca. 15 Meter starken Schicht von Killerpollenlössvulkanasche, die über der Braunkohle liegt und wir leben immer noch! Wahrscheinlich auch deshalb, weil es früher keine Pharmaindustrie gab, die ihre dummen Opfer braucht.
jetzt antwortenKommentar meldenWo bitte kann ich mich gegen "keimende" Killerpollen impfen lassen? ;-))) Kann man davon die Geldhamstergrippe kriegen? Sehr geehrter Herr Doktor Barczok, herzlichen Dank auch an news.de für diesen, wunderbaren, doch reichlich verspäteten Aprilsscherz. Vielleicht sollten Sie noch eine Rubrik "Scherzseiten" wie: Schilder und Knöllchen sowie Mücken als Impfspritzen aufmachen, mit LESTER MAUL als erstem Vorsitzenden; es belustigt mich sehr. :-) :-) :-)))
jetzt antwortenKommentar meldenWohl dem, der keine Allergie hat, ich bin seit 36 Jahren verheiratet und kann nur sagen, das wir unser Leben gemeinsam verbracht haben also gemeinsam immer das Gleiche gegessen und getrunken. Meine Frau hat die Frühjahresallergie und ich nicht..... Aber Aber Aber.... meine Frau hat sich mal GRIPPEIMPFEN lassen ich niemals , was nun ? Meine Frau hat seit 3 Jahren die Allergie, das kommt mit der Grippeimpfung gleich !!! Sind da die Erreger in der Impfung drin, wo sie nun Allergie gegen den Frühjahresausflug der Pollen hat ?? Hallo Ihr Wissenschaftler ? Profit ist alles zum Teufel mit Euch !!!
jetzt antwortenKommentar meldenHaben wir vom Schweinegrippenimpfstoff noch was übrig? Dann kann man das doch jetzt prima an die Leute verabreichen, hilft doch bestimmt auch gegen Killerpollen!
jetzt antwortenKommentar meldenNach der Schweinegrippe nun Killerpollen? Zwischen Experten und Vulkane gibt es eigentlich keinen Unterschied, beide spucken nur heiße Asche und Staub in die Atmosphäre und legen gelegentlich dabei den Verkehr lahm ...
jetzt antwortenKommentar meldenIst schon komisch. Genau dieser Dr. Michael Barczok hat in einem Interview mit dem Focus gesagt, dass es keine Gefahr für Allergiker geben wird auf Grund der herunterfallenden Asche. Was denn nun?????
jetzt antwortenKommentar meldenDanke für die nützlichen Hinweise. Lassen Sie sich bloß nicht von denjenigen verunsichern, die ständig maulen müssen und offensichtlich gar nicht betroffen sind. (Glück ist, wenn diejenigen, die nichts zu sagen haben, den Mund halten)
jetzt antwortenKommentar meldenDer Bericht liest sich schon wiedermal wie ein Ansatz zur Panikmache. Mit der Schweinegrippe hat es ja nicht so geklappt also sucht man sicher wieder nach neuen Hirngespinnsten um die Denkfaulheit vieler zu missbrauchen.
jetzt antwortenKommentar meldenKommentar zu 1 + 2 , sind keine Allergiker oder COPD Betroffende. Birkenpollen sind sehr "gefährlich" für mich z.B., auch Hasel etc. Da ich auch an chron. Bronchitis leide, und auch anfallsmäßig einen schrecklichen Husten bekomme, das ist schon schlimm genug. Abgesehen von den Atemwegsproblemen!!!! Die Pollen keimen nicht im herkömmlichen Sinne, sie doggen nur an, aber das langt schon, wenn man Allergiker ist, da geht das Immunsystem eben gerade anderst rum! Selber alles mal mitmachen und Medizin nehmen hierfür und sich mit den Ärzten auseinandersetzen......
jetzt antwortenKommentar meldenUnd diese Aussage von einem Herrn Doktor, der sogar Pressesprecher der deutschen Pneumologen ist!! Lächerlich! Ich will nicht abstreiten das diese Asche gefährlich werden kann. Aber die Aussage das ''Pollen'' durch Keimung zu ''Killerpollen'' (alleine schon diese Worterfindung) werden ist schlicht und ergreifend falsch. Da beißt die Maus kein Faden ab! In diesem Sinne, vorsichtig witeratmen es könnte sein das sich der Terminator mit den ''Killerpollen'' verbündet und die Weltherrschaft anstrebt, was droht uns dann? Super-Mutant-Killerpollen?? ;)
jetzt antwortenKommentar meldenHallo da sollte wohl noch jemand Nachhilfe in Biologie nehmen, den Pollen sind keine Samenkörner können also gar nicht keimen! Pollenkörner dienen dazu, die männlichen Sporen beziehungsweise Gametophyten geschützt zu den weiblichen Empfangsorganen zu bringen und so die Bestäubung und in weiterer Folge die Befruchtung zu gewährleisten. Wie also sollen diese dann keimen, es sind ja keine Samen? Und was sollen sie dort befruchten? Den Fruchtstempel der Bimssteinbröckchen?? Es geht doch nicht über eine gute Portion Halbwissen, das tausendmal gefährlicher ist als Falschinformation!!!!
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