Trotz bisher geleisteter Aufklärung kommen jedes Jahr bis zu 4000 Kinder mit dem fetalen Alkoholsyndrom zur Welt. Nun startet eine Kampagne, deren Name das erklärte Ziel ist: «0,0 Promille in der Schwangerschaft».
Mit der Kampagne «0,0 Promille in der Schwangerschaft» wollen die Stiftung für das behinderte Kind und der Deutsche Brauer-Bund gemeinsam über Risiken in der Schwangerschaft aufklären. Jedes Jahr würden in Deutschland rund 3000 bis 4000 Kinder mit dem sogenannten fetalen Alkoholsyndrom geboren, sagte Joachim Dudenhausen, Stiftungsvorsitzender und Direktor der Kliniken für Geburtsmedizin an der Berliner Charité beim Start der Kampagne am Dienstag in der Hauptstadt.
Die Dunkelziffer dürfte sogar noch viel höher liegen, fügte er hinzu. Unter anderem hätten die Kinder neurologische und intellektuelle Schäden oder seien kleinwüchsig. Die Kampagne steht unter der Schirmherrschaft von Familienministerin Kristina Schröder (CDU).
In erster Linie wende sich die Aktion an Schwangere, die lebenslangen Folgen des Alkoholkonsums zu beachten, sagte der Stiftungsvorsitzende. Darüberhinaus würden aber auch Frauenärzte und Apotheken angesprochen, noch intensiver über mögliche Risiken aufzuklären. Dudenhausen verwies in diesem Zusammenhang auf eine vom Deutschen Brauer-Bund in Auftrag gegebene Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos unter deutschen Frauen zwischen 16 und 50 Jahren. Der Studie zufolge haben 39 Prozent der 307 befragten Mütter während ihrer Schwangerschaft mit ihren Ärzten nicht über den zu vermeidenden Alkoholkonsum gesprochen.
Brauer-Bund-Präsident Wolfgang Burgard sagte, mit dieser Initiative sollten die Ärzte bei der von Schwangeren gewünschten Aufklärungsarbeit unterstützt würden. Jedem Arzt werde entsprechendes Informationsmaterial geboten, das dann in den Praxen ausgelegt werden könne.
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