Von Marc Herwig
Parkinson ist heimtückisch. Treten erste Symptome der Krankheit auf, sind schon 50 Prozent bestimmter Nervenzellen im Gehirn zerstört. Für eine gute Behandlung ist es dann zu spät. Tübinger Forscher sind Methoden auf der Spur, Parkinson früher zu erkennen.
Eines Tages werde man bei vielen Menschen verhindern können, dass Parkinson überhaupt ausbricht, ist der Tübinger Professor Thomas Gasser überzeugt. Mit ein paar Blutstropfen könne künftig möglicherweise bereits bei jungen Menschen ermittelt werden, wie wahrscheinlich es ist, dass sie im Alter an der Schüttellähmung erkranken. «Wenn Risiko-Patienten dann rechtzeitig behandelt werden, wird man den Ausbruch der Krankheit wohl um Jahre hinauszögern können», hofft der Wissenschaftler vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung.
Millionen Menschen könnten von der Arbeit der Tübinger Forscher profitieren. Bis zu vier Millionen Menschen leiden heute weltweit an Parkinson, in Deutschland sind es etwa 250.000. Auf ihr Schicksal macht der Weltparkinson-Tag an diesem Sonntag aufmerksam - der 11. April ist der Geburtstag von James Parkinson, der die Symptome 1817 als erster beschrieb.
Den Schlüssel für die Früherkennung suchen Gasser und sein Team in den Genen. In diesem Monat beginnt ein Vorhaben, bei dem Forscher aus Europa im menschlichen Erbgut nach Mutationen suchen, die zu Parkinson führen können. 21 Institute aus 13 Ländern beteiligen sich an dem Projekt, das von Gasser koordiniert wird. Wenn die Wissenschaftler erst einmal bestimmte Parkinson-Gene kennen, könnten sie für noch gesunde Menschen relativ leicht ein Risikoprofil erstellen.
Die medizinischen Fragen sind nur das eine. Auch ethisch wirft die neue Methode zahlreiche Probleme auf. Wie kommt ein 20-Jähriger damit klar, wenn man ihm sagt, dass er als Rentner mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit Parkinson bekommt? «Es besteht schon die Gefahr, einen Menschen so zu überfrachten, dass er nur noch an irgendwelche Risiken denkt», gibt Gasser zu. Die Wissenschaftler arbeiten deshalb eng mit den Medizinethikern der Universität Tübingen zusammen.
Gestörter Geruchssinn als Vorbote
Letztlich werden die Menschen künftig lernen, mit ihren Risikofakten nicht nur bei Parkinson zu leben, ist der Hirnforscher überzeugt. Der Vorteil sei immerhin, dass eine rechtzeitig diagnostizierte, schwere Krankheit sehr viel besser behandelt werden könne. Außerdem werde niemand gezwungen, sein Erbgut auf Krankheitsrisiken hin testen zu lassen.
Während Gassers Gen-Forschung hochkomplex ist, sucht seine Kollegin Daniela Berg bewusst nach ganz einfachen Symptomen, die auf eine spätere Parkinson-Erkrankung hinweisen. Besonderes Augenmerk richtet die Professorin auf den Geruchssinn. «80 bis 90 Prozent der Parkinson-Patienten haben Riechstörungen», sagt sie. Auch Schlafstörungen oder Depressionen können Vorboten von Parkinson sein.
Können, wohlgemerkt. Denn auch wenn viele Parkinson-Patienten diese Beschwerden 10 bis 20 Jahre vor Ausbruch der Krankheit haben, bekommt längst nicht jeder Mensch mit Riech- oder Schlafstörungen auch Parkinson. In einer weltweit einmaligen Studie an 800 Patienten wollen die Tübinger Forscher deshalb herausfinden, wie genau sich Parkinson ankündigt.
Die Hoffnung auf schnelle medizinische Erfolge dämpfen die Tübinger Hirnforscher allerdings: Ihre Projekte sind auf viele Jahre und teilweise sogar Jahrzehnte angelegt. Vorerst bleibe den Menschen also nichts anderes übrig, als sich durch eine gesunde Lebensweise so gut wie möglich gegen Parkinson zu wappnen, sagt Berg: Grüner Tee und Blaubeeren scheinen die Gefahr des Nervenverfalls zu mindern.
naf/cvd/ivb/news.de/dpa
Ich habe seit 11 Jahren Parkinson . Mit 14 Jahren habe ich den Frieseur -Beruf erlernt und seit dem kam ich 35 Jahre lang mit Chemichen Mitteln in Berührung. Nun glaube ich das diese Mittel vieleicht die Krankheit zu Ausbruch gebracht haben. Meine Beschwerden große Gangschwierigkeiten und starke Überbewegungen. Beste Grüsse Heike Berger
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