Grillen Männerdomäne Fleisch und Fett

Grillen (Foto)
Richtige Kerle sind Chefs am Grill. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Nadine Faßhauer
In den Parks der Nation sieht man sie wieder: Rauchsäulen und biertrinkende Männerhorden. Wer es noch nicht gemerkt hat: Es ist Frühling und die Grillsaison eröffnet. Doch warum ist Grillen eigentlich Männersache? Ein Erklärungsversuch.

Während in der Küche meist die Frau den Kochlöffel schwingt, haben Männer die Grillzange fest in der Hand. Grill kaufen, aufbauen, Kohle ranschaffen, Feuer machen und letztendlich das Fleisch zubereiten: Frauen dürfen höchstens das Bier zum Ablöschen ranschleppen oder in Ausnahmefällen einmal das Schweinenackensteak wenden.

So überspitzt es auch klingt: Grillen ist wirklich eine Männerdomäne. Laut Ernährungspsychologin und Buchautorin Ilona Bürgel ist auch die Großstadt daran ein wenig schuld: «Es gibt wenige moderne Abenteuer in der Großstadt, eines ist Autofahren, ein anderes Grillen: Natur, Feuer beherrschen, Nahrung zubereiten und verteilen, also eine Mischung aus Macht und Genuss.»

Der Kult um den Rost
Grillen in allen Facetten

Demnach ist Fleisch auf offenem Feuer zubereiten eine der letzten Überbleibsel aus der Steinzeit. Doch das trifft bei vielen Vermietern und Nachbarn auf wenig Verständnis. Eine scheinbar gute Lösung: Der Elektrogrill. Doch der stößt bei den Männern auf Widerstand. Völlig zurecht, erklärt Ernährungspsychologin Bürgel. «Zum klassischen Grillen gehören Fett und Feuer. Selbst wenn wir wissen, dass eventuell krebserregende Stoffe beim Grillen entstehen, ist der Originalgeschmack doch unerreicht.» Erfreulicherweise habe der Mann das Talent, nicht immer so schrecklich vernünftig sein zu müssen, wie manche Frauen.

Wer nun lieber Auberginenscheiben oder Folienkartoffeln auf dem Feuer brutzelt, muss mit Widerstand rechnen. Männer wollen ihre Potenz nicht gefährden und deshalb gibt es nur totes Tier. «Das liegt an der mentalen Erwartung, dass Fleisch Kraft und Potenz bringt» erklärt Bürgel. Deshalb werde Fleisch von Männern bevorzugt. Wer nun seinem Gatten dennoch die Grillzange abnehmen möchte, sei gewarnt: Männerfinger sind unempfindlicher gegenüber Verbrennungen. Und eine Grillrunde hat auch eine therapeutisch Wirkung, denn die Kumpels helfen mit ihrer Geselligkeit beim Stressabbau.

Es bleibt festzuhalten: Nach einem Grillabend stinkt der Mann zwar nach Qualm gepaart mit einer Bierfahne, hat wieder einen Schwimmring mehr um die Hüften, ist dafür aber entspannt und ausgelassen.

 

naf/brc/news.de

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